| Wie bereits seit 1992 in Süd- und Ostbayern ununterbrochen verlief
der Mai auch 2002 zu warm. Für Zenting-Daxstein beträgt das 10jährige
Mittel 1993 bis 2002 nun 12,8°C während es 1961 – 1990 noch bei
10,9°C lag. An meiner Station gab es den letzten Maifrost 1987! Der
letzte zu kalte Frühling datiert von 1996 (2002 Mitteltemperatur 8,3°C
= 2 K zu warm; RR: 288 mm (= 92 % des 30jährigen Mittels).
2002 waren nur einzelne Tage zu kühl und es regnete insgesamt zu wenig, am 11. von 21.30 bis 21.35 Uhr MESZ hagelte es leicht (Durchmesser 8 mm). An 10 Tagen kam es zu Nebel, Alpensicht trat nicht auf. Auffällig, aber auch typisch für die hohen Temperaturen waren ergiebige Tages- und teilweise auch Monats-Niederschlagsmengen. Beginnen wir in München, das in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich häufiger von sehr starken Mairegen betroffen wird: am 18.5. sind 81,8 mm vom Himmel gekommen; erst viermal seit 1879 waren es noch mehr Millimeter:
Lindenberg in Brandenburg meldete am 23.5. 58,6 mm, was den höchsten Maiwert seit mindestens 1930 bedeutet. Große Tagesregensummen aus Brandenburg liegen von folgenden Tagen vor (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Nachgerade lächerlich erscheinen diese Werte angesichts der Regenfluten
im Tessin (nach langer Trockenheit): Locarno-Monti erreichte mit 672 mm
(nach Tageswerten aufsummiert) den absolut höchsten Maiwert seit Beginn
der Beobachtungen 1878; der alte Rekord stammt von 1983 (515 mm). Auch
hier habe ich eine Grafik erstellt. Camedo im Centovalli kam gar auf 890
mm, wobei hier der Rekord vom Mai 1983 unangetastet blieb (936 mm). Allein
am 3.5. fielen in Locarno-Monti 177 mm (bisheriger Tagesrekord im Mai 142
mm am 1.5.1926). Die Zwei-Tagessummen vom 2. und 3.5.2002 schlugen alles
bisher Dagewesene (Locarno-Magadino 469, Locarno-Monti 444 und Brissago
398 mm).
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Letzte Aktualisierung 29.09.2002
Durch Wolfgang Webersinke