| Nach einem im äußersten Süden Deutschlands rekordverdächtigen
Juni war schon damit zu rechnen, dass der Juli 2002 die in ihn gesetzten
Erwartungen als perfekter Hochsommermonat enttäuschen würde.
In Zenting-Daxstein reichte es aber doch noch zu einem ordentlichen Durchschnitt, auch wenn es deutlich zu viel regnete (am 21. gab es auch noch zwei Minuten lang Hagel mit einem Durchmesser von einem Zentimeter). 10 Gewittertage sind auch mehr als dem Mittel nach zu erwarten wäre; die maximale Zahl beträgt 14 Tage mit Gewitter in den Julimonaten 1953 und 1955 (je 13 1901 und 1989). Nebel trat an acht Tagen auf, Alpensicht erwartungsgemäß nicht. Je weiter man nach Norden kam, desto schlechter, respektive nasser wurde der zweite Sommermonat in diesem Jahr. Die beigegebenen Niederschlagsgrafiken von Hamburg, Kiel, Hannover, Braunschweig, Karlsruhe und vom Brocken zeigen dies deutlich. An den folgenden drei Säkularstationen wurde 2002 der nasseste Juli seit Messbeginn festgestellt (der jeweils alte Rekord ist ebenfalls noch angegeben): Kiel 222 mm (bisher 213, 1931)
[Reihe ab 1851]
Mit zu den nassesten überhaupt zählt der Juli 2002 in folgenden Orten: Karlsruhe (156 mm=4. Platz ab 1901)
Aber auch einzelne Tagesmengen waren so hoch wie noch nie seit Beginn
der Aufzeichnungen im Juli:
? Kiel/18.7.2002 73 mm
Auch an anderen Orten mit wesentlich kürzeren Messreihen kam es zu außerordentlich ergiebigen Tagessummen des Niederschlags: ? 10.7. Aue 73 mm
Bei Perg und Gars in Österreich ist es außerordentlich bedeutend, dass schon drei Wochen vor den Katastrophenniederschlägen des August hier sehr starke Regenfälle nieder gegangen sind! Auch an die Orkan-Schäden vom 10.7. in Berlin sei nochmals erinnert. Die stärksten Böen meldete Berlin-Wannsee mit 152 km/h! An der Nordsee schließlich war es auffallend trübe und so wurde in List auf Sylt die geringste Sonnenscheindauer der vergangenen 40 Jahre gemessen (143 Stunden; bisher am wenigsten 1984 und 2000 mit je 157 Stunden).
Wolfgang Webersinke, Daxstein, 10.8.2002 |
Letzte Aktualisierung 27.08.2002
Durch Wolfgang Webersinke