| Nicht gerade erwartbar war die doch deutliche Herbstkälte,
mit der der diesjährige Oktober uns überrascht hat. In Zenting-Daxstein
gab es am 6. zuerst noch Graupelschauer, am Morgen des 8. fiel dann der
erste Schnee, aber noch ohne Schneedeckenbildung. Ein Großteil des
gesamten Monatsniederschlags ging vom 1. bis 11.10. nieder (allein 130,2
mm) – die erste wirklich nasse Periode seit Januar! Es folgte eine achttägige
Hochdrucklage mit viel Sonnenschein und häufigen Bodenfrösten
(Begünstigung durch die Hanglage!). Anschließend ging es unbeständig
weiter, aber immer noch kalt: am 25. kam es zum ersten Eistag –so früh
wie schon lange nicht mehr und nach einem sehr späten letzten Eistag
in diesem Jahr vom 7.4.2003! Tags darauf bildete sich dann die erste Schneedecke,
ebenfalls deutlich zu früh.
Insgesamt wurde es der kälteste Oktober seit 1974, vorher waren 1936, 1922, 1919, 1912 und 1905 noch frischer. Nebel trat an 12 Tagen auf, am Monatsletzten gab es nach langer Zeit wieder gute Alpensicht. In den von mir betrachteten Gebieten (Deutschland, Österreich und Schweiz) gab es am 2. Oktober die letzten Sommertage, hauptsächlich im Breisgau, in Nordbaden und im Burgenland (March/Breisgau 26,5°C und Andau im Burgenland 26,3°C). Die im September-Bericht gezeigte Übersicht der Sommertage von Karlsruhe ist also nun für 2003 endgültig. Vom 3. bis 8.10. traten in verschiedenen Regionen zum Teil sehr ergiebige Tagesniederschlagsmengen auf: 3.10. Bad Lippspringe 43,1 mm
Auf der Zugspitze fielen am 5.10. 81,3 mm und damit mehr als je zuvor an einem Oktobertag seit 1900 (alte „Bestmarke“: 77,7 mm am 8.10.1964). In München kam es am 7.10. zum ersten Schneefall der neuen Wintersaison
und damit um über drei Wochen früher als üblich. Vom ersten
Schneefall in München habe ich eine Grafik erstellt:
Vom 14. bis 18.10. sanken die Temperaturen in den bekannten Kältelöchern recht tief: 14.10. Haidmühle -7,4°
Erneut in der Zeit vom 24. bis 28.10. gab es außergewöhnlich frostige Nächte, die in einigen Gegenden zu den tiefsten je gemessenen Oktobertemperaturen führten: 24.10. Hamburg -7,1°C
Auf der Zugspitze wurde der absolute Rekord vom 31.10.1941 (- 18,2°C) um 0,2 K verfehlt. Auch in Oberstdorf wurde der alte Tiefststand vom 27.10.1887 ( -15,6°C) bei weitem nicht erreicht (25.10.2003 -13,3°C), auch wenn im DWD-Witterungsreport etwas Anderes zu lesen ist. Auf dem Hohenpeißenberg wurde heuer zum ersten Mal wieder seit dem 29.10.1956 ein negativer Tagesmittelrekord im Oktober gemessen (24.10.2003 – 4,8°C); der absolut kälteste Oktobertag war der 31.10.1836 (- 7,5°C). Bemerkenswert waren auch die frühen Eistage am 24./25.10. In Zürich gab es den ersten Eistag überhaupt im Oktober. Der 24. brachte gebietsweise in der Schweiz, im deutschen Alpenvorland und in Österreich die ersten geschlossenen Schneedecken. Zu den frühesten je vorgekommenen Daten war dies der Fall in: Basel am 24.10. 1 cm
Der Monatsletzte brachte schließlich einen starken Föhnsturm (Titlis 185 und Gütsch 182 km/h) und südlich des Alpenhauptkamms ergiebigen Regen: Dellach 59 mm
Über den gesamten Monat fielen vor allem im Alpenraum große
Monatsmengen des Niederschlags: Auf der Zugspitze wurde der alte Rekord
von 1970 (301 mm) um genau einen Millimeter überboten und in Bregenz
war nur der Oktober 1974 nasser als heuer (343 mm, 2003: 322 mm), man vergleiche
hierzu die RR-Grafik:
In Norddeutschland war 2003 häufig der kälteste Oktober seit 1922 (u.a. in Hannover, Bremen und Emden). Von den beiden zuletzt genannten Orten ist die Temperaturkurve des Oktober in einer Grafik zu sehen:
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Letzte Aktualisierung 14.11.2003
Durch Wolfgang Webersinke