| Auch der letzte Monat des Jahres passte genau in das lange bekannte
Schema des ganzen Jahres: zu trocken, zu sonnig, meist zu mild.
Vor allem die erste Dekade war in Zenting-Daxstein sehr niederschlagsarm (1,9 mm) und am 8. und 9. ging die Luftfeuchtigkeit auf sehr geringe Werte zurück (am 8. kurz vor Mitternacht gerade einmal 13 Prozent); dazu war es an beiden Tagen ganztägig vollkommen wolkenlos. Die sehr löcherige Schneedecke wurde erst ab dem 15. deutlich aufgestockt (am 16. immerhin 31 cm Neuschnee!). Ganz untypisch kamen immer noch wunderbar sonnige Tage zustande, wie am 18. und am Heiligabend. In den Hochdruckphasen sank die Luftfeuchtigkeit erneut ab, so dass im Mittel eine sehr niedrige Luftfeuchte gemessen wurde (nur 73 %). 10 Nebeltagen (ebenfalls deutlich zu wenige) standen 12 Tage mit Alpensicht gegenüber, davon 5 Tage am Stück vom 24. bis 28. Der Überblick des Wettergeschehens in Deutschland, Österreich und der Schweiz fällt diesmal recht knapp aus, da nur wenige, außergewöhnliche Ereignisse stattfanden. Zuerst war da die Wärme des 2. Dezember: der Hohenpeißenberg hatte mit 18,2°C Tagesmaximum den zweithöchsten Dezember-Wert seit 1879 (Beim Tagesmittel [12,5°C] war es das höchste für diesen Tag – der 12,0°-Wert von 1835 wurde überboten). Allein Garmisch-Partenkirchen schaffte das absolut höchste Maximum seiner Messreihe (ab 1888): 18,6°C; der alte Höchstwert stammt mit 18,0° vom 19.12.1989. Teilweise gab es noch höhere Maxima:
1.12. Marseille-Observatoire 182 mm
Zu bedenken ist, dass die Dezembernorm in Montpellier nur 60 mm beträgt Am 13. Dezember kam es dann auch bei uns, vorwiegend im Gebiet des Harz und des hinteren Bayerischen Waldes zu großen Tagesmengen des Niederschlags: Brocken 68,4 mm
In Braunlage konnte sogar der alte 24stündige Tagesrekord vom 3.12.1960 (72,1 mm) deutlich übertroffen werden, während dies auf dem Brocken nicht gelang (72,1 mm am 1.12.1961). Kräftige Wintergewitter ließen sich am 15.12. hören, in Markt Schwaben gab es sie zweimal um 6.25 und 6.45 Uhr. Am kältesten war es genau zu Weihnachten (aber nicht extrem): Seefeld/A - 25,4°C am 24.
Zum Monatsende kamen dann schließlich auf der Alpensüdseite ergiebige Dauerniederschläge zustande: Kötschach-Mauthen/A 50 mm am 29. Bei den Monatssummen des Sonnenscheins gab es nur vereinzelt absolute
Rekordwerte (längst nicht so flächendeckend wie das der DWD behauptete).
Nach einer ersten Durchsicht hat Frankfurt am Main mit 75,4 Stunden die
73 Stunden von 1963 und 1972 übertroffen und in Karlsruhe (hier
ist die Grafik zu sehen) gab es mit dem Jahr 1940 (82,0 Std.) praktisch
Gleichstand (81,8 Std. heuer). Auch in Neuenburg in der Schweiz gab es
mit 81 Stunden den sonnigsten Dezember seit mindestens 1901. Es ist aber
zu beachten, dass es beim Sonnenschein, gerade in Deutschland, längst
nicht so viele langjährige Reihen wie bei Temperatur oder Niederschlag
gibt.
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Letzte Aktualisierung 10.01.2004
Durch Wolfgang Webersinke