Auch der vergangene August gehörte zur langen Reihe der zu warmen
dritten Sommermonate, die 1988 begann und beispielsweise in München
nur 1996 kurz unterbrochen wurde (allerdings nur 0,3 K zu kalt!); anders
ausgedrückt: von den letzten 17 Augustmonaten waren 16 zu warm. Dies
zeigt sich auch in der Zahl der Sommertage. Nimmt man wieder München
als Beispiel, so beträgt das 30jährige Clinomittel (1961 – 1990)
für die Station Stadt 10,0 Sommertage (1,7 heiße Tage), im Zeitraum
1975 bis 2004 dagegen schon 12,3 (2,5 heiße) Tage. Allein 1990, 1992,
1997 und 2003 gab es 20 und mehr Sommertage, dagegen im Zeitraum 1808 bis
1989 nur einmal mehr als 20 Sommertage (1911). Hält diese Entwicklung
an, könnte der August sogar den Juli als Hauptsommermonat ablösen.
Hauptkennzeichen von Zenting-Daxstein waren die durchgehend milden Nächte, nur ein einziges Mal wurde die 10-Grad-Schwelle leicht unterschritten. Große Hitze wie im Vorjahr stellte sich nicht ein. Die Regenmenge hielt sich fast genau an den langjährigen Mittelwert. 7 Nebeltage wurden beobachtet und am 23.8. gab es zum ersten Mal wieder Alpensicht. Der Sommer 2004 war insgesamt ein Ausbund an Normalität mit 15,2°C Mitteltemperatur (+ 0,4 K) und 404,6 mm Niederschlag (104 %). Wie schon im Juli traten relativ viele Gewitter mit Starkniederschlägen
auf, daher zuerst hier die tabellarische Übersicht:
Die Niederschläge am 3.8. in der Schweiz brachten zum Teil extreme Stundensummen (La Frétaz 75,8 mm! Les Avants 71,7 mm in 1 bis 2 Stunden!). Aber die Mengen von Bad Wildbad im Schwarzwald vier Tage später sind noch größer, da dort in 2 Stunden 82,7 mm fielen. Die großen Regenfälle in der Ardèche vom 17.8. sollen laut Météo France im Ort Sanilhac sogar mehr als 200 mm geliefert haben. Am 19.8. gab es im Tessin erhebliche Tagesmengen (Locarno-Monti 123 mm), dennoch ist das hier nichts Außergewöhnliches, liegt doch das absolute Augustmaximum bei 233,3 mm am 20.8.1988. Im gesamten Monat August fielen von Westschweiz über das westliche
Deutschland bis hin nach Norddeutschland zum Teil deutlich übernormale
Regenmengen. Als Beispiel sei Genf wiedergegeben: nur in 6 Jahren wurde
2004 (206,9 mm) übertroffen.
Da es auf Dauer mit den sonnig-warmen Augustmonaten langweilig werden
könnte, habe ich den Temperaturverlauf des feuchtkühlen August
1844 von München dargestellt, der am Ende meines Augustartikels stehen
soll:
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Letzte Aktualisierung 26.0.2004
Durch Wolfgang Webersinke