Der Wintereinstieg 2004/05
bot insgesamt wenig Außergewöhnliches. Gleich die erste Monatshälfte
verging, ohne dass die winterliche Hochdrucklage wich. In den höheren
Lagen wurden dabei zum Teil bemerkenswert hohe Temperaturen erreicht, wie
die Maximaltemperaturen zeigen:
Anschließend wurde
es unbeständig. Vor allem am 19. gab es im Alpenvorland und den Alpen
kräftige Neuschneefälle, die Hoffnungen auf weiße Weihnachten
aufkeimen ließen (München/Stadt 14, Murnau 32, Lenggries-Fall
38, Kreuth-Glashütte 52 cm), am 21.12. kam strenger Morgenfrost hinzu:
Doch Weihnachten schmolz die weiße Pracht dahin und das Jahr ging ohne Witterungsextreme zu Ende. Ähnlich war es auch in Zenting-Daxstein. Die Novemberschneedecke war zu Dezemberbeginn auf Flecken zerfallen und erst am 17.12. begann wieder ein Schneedeckenaufbau (am 19. immerhin 23 cm Neuschnee), der bis zum Jahresende hielt. Während der Hochdrucklage ging am 9. abends die Luftfeuchtigkeit auf 17 % zurück, dabei erreichte die Temperatur den Monatshöchstwert von 6,6°C. An 21 Tagen trat Nebel auf (der Dezember war sehr windschwach, Windstärke 3 wurde an keinem Beobachtungstermin überschritten), die Alpen konnten an 6 Tagen gesehen werden. Bei den Monatswerten des Niederschlags fallen zum Teil geringe Monatsmengen auf, die im niederösterreichischen Stift Zwettl und im Raum Magdeburg besonders gering ausfielen. Im Falle Zwettl konnte sogar der Dezemberrekord von 1932 (4 mm) egalisiert werden (siehe die Grafik). In Magdeburg wurden die 12 mm von 2004 zuletzt 1976 und 1975 unterboten (auch hier die Grafik).
Außerhalb der zähen Nebelfelder konnten recht hohe Sonnenscheindauern registriert werden, z.B. auf dem Fichtelberg 108 Stunden (Rekord hier allerdings 134 Stunden 1972) oder in Aachen 81 Stunden (maximal hier 96 Std. 1972).
Genau 100 Jahre zurückzuschauen lohnt auch diesmal wieder, denn zum Jahreswechsel 1904/05 ereignete sich eine interessante Wetterlage. Hinter einem kräftigen Osteetief stieß hochreichend Polarluft nach Mitteleuropa vor, die rasch unter den Einfluss eines starken Hochs kam und so tiefe Temperaturen ermöglichte. Besonders auf den Bergen wurden zum Teil bis heute nicht unterbotene Temperaturen erreicht. In Moskau hatten am 31.12. Temperaturen bis – 33°C geherrscht. Zunächst die Temperaturen von München-Harlaching:
Am 1.1.1905 meldeten die
Schmittenhöhe -28,0°C, der Säntis – 32,0, am 2.1. dann Garmisch
– 26,7, Oberstdorf -27,6, Mittenwald -29,1 und die Zugspitze – 34,6°C.
Zweistündige Beobachtungen des Sonnblick verdeutlichen noch einmal
die große Kälte jener Tage (aus der Met. Zeitschrift von 1905
– wohl ohne Korrektur, da das Minimum laut dem K&K-Jahrbuch – 37,2°C
betrug!):
Wolfgang Webersinke, Daxstein, 8.1.2005 |
Letzte Aktualisierung 14.01.2004
Durch Wolfgang Webersinke