Der Januar 2005 zerfiel in zwei deutlich
unterscheidbare Teile: zuerst lang anhaltend mild und oft unbeständig,
ab dem 22. dann winterlich mit bedeutenden Schneefällen. In Zenting-Daxstein
konnte sich die Schneedecke über die milde Phase hinwegretten,
am schwächsten war sie mit 22 cm am 13.1. Der 20. brachte dann Starkniederschläge,
wie sie auch in unserer Gegend im Januar nur selten auftreten; in Daxstein
schneite es zuerst, ab Mittag ging der Niederschlag in Regen über
und verstärkte sich immer mehr, am 21. gegen 2.00 Uhr MEZ erfolgte
der Übergang in Schnee (zusammen mit einem kurzen Wintergewitter um
2.57 Uhr), der bis zum Morgen wieder 9 cm Neuschnee zur Folge hatte. Schließlich
waren 73,3 mm im Hellmann, was die drittgrößte 24stündige
Januarmenge seit 1895 bedeutete: nur am 3.1.1917 (86,9 mm) und am 3.1.1932
(75,5 mm) war es noch mehr gewesen. Aber auch andernorts in Ostbayern gab
es ähnlich hohe Mengen:
In Saldenburg fiel seit Beobachtungsbeginn 1950 im Januar noch nie so viel Niederschlag in 24 Stunden. Die dritte Dekade schließlich verlief winterlich mit Schneefällen und gemäßigter Kälte. Die Neuschneesumme war etwas übernormal, wie auch die Grafik der Daxsteiner Neuschneesummen seit 1985 zeigt:
An zusätzlichen Daten für Daxstein wären da noch 9 Nebeltage, 5 Tage mit Alpensicht und 8 Tage mit Graupelniederschlägen. Die Kältesumme betrug – 75,9°C. Im Anschluss folgen nun einzelne wichtige
Tagesereignisse im Bereich Deutschland, Österreich und Schweiz:
Am 8. Januar reichte es in München zum wärmsten 8.1. der Messreihe (ab 1781), auf dem Hohenpeißenberg wurde die bisher höchste Tagesmitteltemperatur dieses Tages aus dem Jahr 1877 um 0,1 K überboten (9,3°C). Gleichzeitig erreichten die Orkanböen an der Nordsee 169 (Ekofisk-Plattform) bis 181 km/h (List/Sylt-Ellenbogen). Zwei Tage später, am 10.1., erreichten
einige Orte in Norddeutschland die höchsten je im Januar gemessenen
Temperaturmaxima:
Hamburg blieb nur 0,1 K unter dem bisherigen Höchstwert von 14,4°C am 20.1.1930. Meteo-Schweiz meldete am 13.1., dass auf dem Weißfluhjoch an diesem Tag noch nie so wenig Schnee gelegen habe wie 2005 (68 cm); seit 1935 wird dort oben beobachtet. Am 20.1. gingen nicht nur über dem Bayerischen Wald große Niederschlagsmengen nieder, sondern auch über dem Schwarzwald sowie über Ober- und Niederösterreich:
In Essen gab es am 20.1. mit 38,1 mm einen 24stündigen Januarrekord (Beobachtungen ab 1890), ebenso in Göttingen (mit 33,4 mm). Die 26 cm Schneehöhe von Greifswald am 26.1. sind angesichts der 45 cm vom 6.1.1985 nichts Besonderes. Wohl aber die 30 cm Neuschnee von Wien/Hohe Warte vom Morgen des 27.1. Dort sind zuletzt vom 26. auf 27.3.1969 ebenso viel Neuschnee gefallen und nur einmal gab es noch mehr von der weißen Pracht: 37 cm vom 4. auf 5.2.1941. An den letzten Januartagen erreichte
schließlich dass Quecksilber noch recht tiefe Werte, ohne jedoch
irgendwelche Rekordmarken gefährlich zu werden:
Südlich des Alpenhauptkamms blieb der Januar sehr niederschlagsarm (was hier aber immer wieder vorkommt, wie die Grafik von Klagenfurt zeigt) und zum Teil extrem sonnig: Klagenfurt übertraf mit 150 Stunden den erst drei Jahre alten Höchststand schon wieder um 4 Stunden.
In Norddeutschland, speziell im Harz machte sich die Sonne aber rarer, so dass auf dem Brocken mit 16,8 Stunden die fünftkleinste Dauer seit 1896 vermeldet wurde:
Wolfgang Webersinke, Daxstein, Februar 2005 |