| Markant gestalteten sich im April
2005 die Unterschiede in der Niederschlagsverteilung. Während es in
der Südwesthälfte (Linie vom Niederrhein bis zum Bayerischen
Wald) zu feucht war, blieb es in der Nordosthälfte teilweise erheblich
zu trocken. Meist war es zu mild, im Nordosten gab es eine zum Teil weit
übernormale Sonnenscheindauer.
In Zenting-Daxstein war es ebenfalls deutlich zu mild, die drei Frosttage verliefen sehr glimpflich und nur am 9.4. schneite es noch einmal kurz. Gewitter traten überhaupt keine auf, Nebel zog an 6 Tagen auf und am 3., 12., 22. und 27. waren die Alpen zu sehen. Niederschlag fiel in durchaus reichlicher Menge, aber ohne besondere Exzesse. Die alte Winterschneedecke hatte sich am 3. aufgelöst und am 14. waren auch die letzten Reste verschwunden. Andernorts war etwas mehr los, wie der tageweise Überblick zeigt. Der 11. April brachte der Westschweiz erneut einen starken Bisensturm, der in Changins 108 km/h erreichte. Am 15.4. regnete es in Teilen des Rhônetals in 24 Stunden so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Montélimar 104 mm (alter 24-Stunden-Rekord vom 4.4.1934 mit „nur" 62,7 mm). Vom 16. auf den 17. April ereigneten
sich in der Westschweiz (und den angrenzenden Gebieten Frankreichs), vor
allem nördlich und östlich von Lausanne selten starke Schneefälle,
wobei in den oberen Stadtteilen von Lausanne teilweise über
30 cm Schnee gefallen waren. Weitere Schneehöhen vom 17.4. morgens:
Im nördlichen Mittelgebirgsraum gab es am 19.4. besonders reichliche Niederschläge: Brilon 50,8 und Bad Berleburg.Stünzel 53,2 mm. Zwei Tage später fielen die Minimumtemperaturen
im Nordosten auf für die Jahreszeit sehr tiefe Werte, was erhebliche
Schäden im Gartenbau verursachte:
Starkniederschläge im Südosten erbrachten in Straubing 45,0 mm (absoluter Aprilrekord in 24 Stunden seit mindestens 1883) und in Obing sogar 56,4 mm. Am Monatsende schließlich stiegen
die Tageshöchsttemperaturen, vor allem in Frankreich, auf extreme
Werte, die zum Teil alte Rekorde weit hinter sich ließen:
Oft lagen die alten Rekordwerte am 14. oder 15.4.1949. In Cazaux etwa wurde der damalige Höchstwert gleich um 3,4 K überboten! Bei den Monatsniederschlägen lagen hohe Werte oft gar nicht so weit von Trockengebieten entfernt: Frankfurt hatte über 200 Prozent der Norm, in Gera fielen nur 9 mm (vgl. die Grafik; noch nie seit 1901, dem Beginn der dortigen Beobachtungen, war ein so trockener April vorgekommen):
Nürnberg mit seinen 88 mm erlebte den feuchtesten April seit 1983, Görlitz dagegen hatte seit 1848 nur fünf trockener Aprilmonate als 2005 (13,2 mm):
Im Nordosten Deutschlands schien die Sonne teilweise so lang wie seit Beginn der jeweiligen Aufzeichnungen noch nicht: Angermünde 249 Stunden (ab 1948), Arkona 272 Stunden (ab 1949), Warnemünde 259 Stunden (allerdings ab 1883, aber mit mehreren Beobachtungslücken). Wolfgang Webersinke, Daxstein, Mai 2005 |