| Nach einem sommerlichen Beginn erlebten
wir im diesjährigen Juni eine vorgezogene Schafskälte, der sich
eine hochsommerliche zweite Monatshälfte anschloss. Die Wärmeanomalie
erreichte aber bei weitem nicht die Dimensionen des legendären Juni
2003.
In Zenting-Daxstein ergab sich ein recht unscheinbarer Sommermonat mit wenig Gewittern, einer ziemlich trockenen Luft (nur ein einziger Nebeltag, am 22. sogar Alpensicht) und wenig ergiebigen Niederschlägen, aber immerhin am 11. ein vierminütiger Hagelschauer. Die schon angesprochene Schafskälte
verursachte in den bekannten ungünstigen Lagen nochmals Luftfröste
in 2 m Höhe:
Am 8. Juni sank die Temperatur in Zürich-Kloten bis auf 2,8°C, was den tiefsten Juniwert seit dem 5.6.1975 bedeutet. Nirgends aber sind die extrem tiefen Werte von Anfang Juni 1962 erreicht worden! In der letzten Junidekade hingegen
stieg das Quecksilber auf hochsommerliche Höhen:
In Innsbruck muss man bis zum 30.6.1950, als es wärmer war, zurückgehen, um den Rekordwert für Juni zu finden: 35,9°C. An mehreren Tagen gingen, meist im
Zusammenhang mit Gewittern, große Regenmengen nieder, die hier aufgelistet
sind:
Für München/Stadt liegt das absolute Junimaximum (seit 1879) bei 86,7 mm am 26.6.1955, für Köln-Wahn (ab 1890) bei 62,1 (2.6.1961). Bei den monatlichen Niederschlagssummen gab es wieder sowohl in der Nähe der Minima wie auch der Maxima Ereignisse, die grafische Aufbereitung rechtfertigen: Während Köln-Wahn 161,9 mm erreichte (1997 gab es schon einmal 206 mm!), kam Braunschweig nur auf 11,6 mm (1932 nur 6 mm!)
Aber auch die 36 mm von Freudenstadt sind bemerkenswert, da nur einmal in der langen Reihe noch weniger Niederschlag vorkam (24 mm im Jahr 1925):
In der Westschweiz schließlich
lachte die Sonne besonders ausgiebig vom Himmel, so dass die Sonnenscheindauer
deutlich über 300 Stunden lag (315,5 Std.):
Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juli 2005 |