| Wie verbreitet in Mitteleuropa verlief
der Juli auch in Daxstein zwar gegenüber dem Mittelwert zu
warm, aber auch sehr unbeständig und zu feucht. Immerhin gab es am
29. 7. die höchste Julitemperatur seit 1994, aber auch spät abends
vier Minuten lang leichten Hagel. Sehr rege war die Gewittertätigkeit
(11 statt 6 Tage, und zwar am 1., 5., 7., 10., 11., 15., 16., 18., 19.,
29. und 30.). Am 9. reichte es sogar zu Alpensicht und an 4 Tagen trat
Nebel auf.
Im Bereich Deutschland-Schweiz-Österreich
traten, wie für einen Sommermonat zu erwarten, eine Reihe von Stark-
oder Dauerniederschlägen (besonders im Südosten Bayerns am 10.
und 11.7.) auf, die nachfolgend dokumentiert werden:
Besonders der Starkniederschlag auf Hiddensee am 29.7. kam in kurzer Zeit vom Himmel: die 76 mm von Vitte fielen innerhalb von nur 35 Minuten (14.27 bis 15.12 Uhr MESZ). Interessanterweise kam es im Schweizer Südjura am selben Tag zu noch mehr Niederschlag in kürzester Zeit: Boudevilliers hatte in nur 10 Minuten 36,5 mm, die größte Schweizer Zehn-Minuten-Menge seit Bestehen des automatischen Netzes (immerhin seit 1981, während der DWD mit seinen Automatenstationen immer noch mehr schlecht als recht herumdoktert). Innerhalb von sehr kühler Luft gingen die Niederschläge in Badgastein (1100 m) am 8. Juli sogar als Schnee nieder. Dort gab es am 19.7.1981 eine Schneedecke von 6 cm! Während es am 6. Juli im salzburgischen Lungau in Mariapfarr bis auf 1,4°C abkühlte, meldeten die französischen Stationen St-Just d’Ardèche am 17.7. 39,7° und Camaret-sur-Aigues 39,5°C. In Nizza wurde gar am 31.7. der Julihitzerekord mit 35,9°C gemeldet (seit mindestens 1945 war es dort noch nie heißer). In Verbindung mit Gewittern traten
auch verschiedentlich extrem hohe Windgeschwindigkeiten mit entsprechenden
Schäden auf:
Bei den Monatsniederschlagsmengen gab es vor allem in Nord- und Ostdeutschland zum Teil sehr hohe Summen, die manchmal jahrzehntelang nicht mehr im Juli erreicht wurden. Von Hamburg, Berlin und Doberlug-Kirchhain sind die Grafiken angefertigt worden. In Hamburg war nur der Juli 1931 noch nasser, in Berlin zuletzt der Juli 1954, in Doberlug-Kirchhain ebenfalls. Überhaupt war in Brandenburg zuletzt 1954 nasser, ebenso in Wittenberg. In Berlin-Buch (201 mm) muss man bis 1907 zurückgehen, um einen höheren Juliwert zu finden (238 mm). Die 184,2 mm von Neuruppin sind dort 1930 zuletzt deutlich überboten worden (236 mm). Berlin-Schönefeld hat eine lückenhafte Stationsgeschichte, aber immerhin konnte dort seit 1915 kein höherer Wert gefunden werden (es fehlen allerdings die Jahre 1951 bis 1955).
Aber auch vor 100 Jahren bot der Juli Außergewöhnliches: in Kärnten und der Steiermark kam es am 6. Juli 1905 zu großflächigen und äußerst heftigen Hagelfällen. Die Hagelschloßen erreichten teilweise ein Gewicht von bis zu 2 Kilogramm und hatten einen Durchmesser von bis zu 12 cm (bei Gleisdorf) [Nach Meteorologischer Zeitschrift von 1905/06]. Wolfgang Webersinke, Daxstein, August 2005 |