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Erneut zeigte sich ein
Monat deutschlandweit deutlich zu warm. Gerade in der östlichen Ecke
des Bayerischen Waldes waren die Abweichungen größer als oder
etwa gleich 3 K. In Daxstein waren viele Tage wieder milder als
im langjährigen Mittel, nur die kurze Periode vom 19. bis 24. März
verlief zu kühl. Vom 1. bis zum 10. herrschte unbeständige Witterung
mit Regen, Schneeregen (2. und 3.) und Graupel (2. und 3.), wobei am 3.
drei Wintergewitter durchzogen. Vom 11. bis 16. und ab dem 25. war es trocken.
In der Zwischenzeit (17. bis 24.) kam es täglich zu Niederschlägen,
die mehrheitlich in Form von Schnee fielen und nochmals eine 7-tägige
Schneedecke hervorriefen. Im Böhmerwald ergab sich eine Niederschlagsmenge,
die sogar über 100 mm lag (Haidmühle 103, Zwieslerwaldhaus 114
mm).
Insgesamt wurde es der mildeste März seit 1991. Nur einmal, am 6., reichte es noch zu Alpensicht, an 6 Tagen bildete sich Nebel. Nach dem mildesten Winter seit über 100 Jahren gab es also auch im März keinen großen Winterrückfall.
In der Deutschlandübersicht fallen die hohen Temperaturmittel in Norddeutschland auf, hin und wieder waren sie nur wenige Zehntelgrade von den absoluten Rekordwerten entfernt; im Fall von Warnemünde (Reihe ab 1901) wurde sogar der Höchstwert von 1990 gerade erreicht (7,2°C): Hamburg hatte 7,3°C, ebenso viel wie 1938 und 1989 und nur 0,3 K weniger als im wärmsten März von 1990; dort gab es übrigens auch den ersten frostfreien März seit mindestens 1891! Die 7,1°C von Schwerin, dessen Temperaturreihe 1851 beginnt, sind nur 1938 noch um 0,1° überboten worden; die betreffende Grafik folgt nun:
Die
höchste Tagestemperatur erreichte in Deutschland maximal 20,9°C
(Guben am 13.3.), in Österreich immerhin 23,7°C am 18.3. in Innsbruck-Universität
und in Nizza erklomm das Thermometer schon am 2. März 26,1°C,
den höchsten Märzwert seit mindestens 1944 – bemerkenswert, dass
diese sommertaugliche Temperatur schon am Monatsanfang erreicht wurde.
Gleich der erste Märztag begann mit starken und anhaltenden Niederschlägen im Schwarzwaldgebiet. Ähnliches ereignete sich in Kärnten und den angrenzenden Gebieten am Alpenhauptkamm am 19.3.; diese Niederschläge fielen in höheren Lagen praktisch durchweg als (Nass-)Schnee, so dass am 20.3. morgens zum Teil Rekordneuschneemengen für März ermittelt wurden (St. Michael im Lungau 55, Badgastein 48 cm):
Am 20.3. meldete die Zugspitze 57,0 mm und drei Tage später Eisenstadt/Burgenland 48 mm, wo im ganzen Monat 131 mm fielen (der Märzrekord liegt dort bei 143 mm im Jahre 1937). Der 22.3. schließlich brachte Mummelsee im Schwarzwald sogar 100,3 mm und in der Nordschweiz zum Teil große Neuschneemengen (Zürichberg 22 cm am 23. früh).
Im Gegensatz zum Februar, als sich an der Nordsee die Sonne mehr als rar machte, lachte sie im März besonders oft vom Himmel: 205 Stunden auf Norderney und 219 Stunden in List auf Sylt (sowie Nordholz 214 Std.) sind die höchste Märzsumme seit mindestens 1945 (Beginn der jeweiligen Reihen); bisher am sonnigsten in List war 1949 mit 212 Stunden. Schlusslicht war Kronach/Ofr. mit 103 Stunden. In den Alpen war es dagegen wieder sehr sonnig: Innsbruck 199 Stunden.
Wolfgang Webersinke, Daxstein, April 2007 |