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Nur mehr ganz knapp vermochte
der vergangene Juli den Wärmevorsprung der Vormonate noch fortzusetzen:
+ 0,4 K lautete die Abweichung vom Mittel in Zenting-Daxstein. 17
Tage waren zu kühl und nur die Hochsommerphase vom 14. bis 21. konnte
die Mitteltemperatur noch ins Plus drehen. Dabei kam es am 17. sogar noch
zu einer warmen Nacht mit einem Minimum von genau 20,0°C.
Sehr
feucht verlief der zweite Hochsommermonat: mit 245,8 mm war es der elft-nasseste
seit 1876 (Rekord: 387 mm im Jahr 1926); an drei Tagen gab es über
40 mm (4., 5. und 21.). Am 4. und 5. hagelte es dabei jeweils einige Minuten
lang (Durchmesser der Hagelkörner bis 1 cm). Das Jahresniederschlagssoll
ist zu Ende Juli bereits zu 76 % erfüllt (1045 mm; Soll: 1367 mm).
Nebel trat an 6 Tagen, Gewitter an 7 Tagen auf. Alpensicht gab es keine. In
Deutschland handelte es sich ebenfalls um einen recht nassen Juli. Extreme
Monatswerte wurden aber nirgendwo erreicht. In München, wo die Grafik
gezeigt wird, fielen vor allem im Innenstadtbereich und südlich davon
große Mengen während einiger Gewitterregen: ![]() Auffällig
sind die konzentriert vorkommenden Mengen von über 200 mm in den Julimonaten
von 1941 bis 1957. Im letztgenannten Jahr gab es einen betont nassen
Juli, der aber von einer großen Hitzewelle vom 1. bis 8.7. (Köln
39,3°C am 4.7.1957) eingeleitet wurde. So fielen am 13.7. in der Münchener
Innenstadt 92,4 mm. Im ganzen Juli 1957 ergaben sich in Sachrang 497, an
der Hochrieshütte 513, auf dem Wendelstein 541 und in Grattenbach/Chiemgau
620 mm.
Allein
im schweizerischen Wallis, in Sion kam es zu einem rekordverdächtig
nassen Juli: statt normaler 48 mm fielen dort 154 mm; in den letzten 100
Jahren regnete es bislang höchstens 141 mm (1965). Aber
auch vor 100 Jahren im Jahr 1907 erlebte Mitteleuropa einen schlechten
Hochsommer. Die Monatsmitteltemperaturen lagen sowohl im Norden (Berlin/Mitte
16,2°) als auch im Süden (Salzburg 16,0°C) nur um die 16 Grad,
die Höchsttemperaturen nur bei etwa 27 Grad (München 1. und29.7.
27,0°, Berlin am 5.7. 27,3°). Sommertage gab es nur spärlich:
Würzburg 2, Berlin 3, München 5. Vor allem im Norden schien die
Sonne nur wenig: Bonn 142, Rostock 140, Essen 139 und Aachen 132 Stunden,
in München immerhin 157,5 Std. Gebietsweise, vor allem im mittleren
Deutschland, war es sehr nass: Frankfurt/Oder 153, Leipzig 157, Chemnitz
191, Dresden 204 (Hosterwitz sogar 277 mm, bei 71,0 mm am 14.7.), Wittenberg
205 mm, aber auch in Deffernik bei Bayerisch Eisenstein 280 mm (Daxstein
„nur“ 158 mm) und in Bad Reichenhall 298 mm (14.7. 97,4 mm). Tageweise
wurden aber auch 2007 sehr hohe Tagesmengen des Niederschlags gemessen:
Im
Fall von Köthen geht der Wert sogar über das bisherige
Tagesmaximum hinaus, das bei 65,3 mm am 15.7.1956 lag (Reihe ab 1899).
Während
der Hitzwelle konnte Magdeburg den bisherigen Juli-Spitzenwert von
1911 (37,5°C am 23.7.1911) überbieten: 38,1°C am 16.7.2007.
Hier weitere extreme Maxima:
Davor
und danach war es aber auch zum Teil sehr kühl: Badgastein am 10.7.
nur 2,0°C und am 31.7. Haidmühle – 0,1°C und Lenzkirch-Ruhbühl
2,1°C.
Im
Mittelgebirgsraum schien die Sonne recht spärlich: Schmücke 139,7
oder Brocken 128,0 Stunden. Zu früheren Zeiten war das aber noch deutlich
weniger: 2000 auf dem Brocken 48 oder auf der Schmücke 1981 102 Stunden. Wolfgang
Webersinke, Daxstein, August 2007 |