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Wer geglaubt hatte, dass
der März nun den endgültigen Durchbruch zum Frühling bringen
könnte, wurde eines Besseren belehrt: gerade ab Monatsmitte meldete
sich der Winter wieder deutlich zurück. Trotzdem wurde der erste Frühlingsmonat
etwas zu mild, bei meist leicht unternormaler Sonnenscheindauer und deutlich
zu nassen Niederschlagsverhältnissen.
In Zenting-Daxstein
waren die Tage vom 18. bis 26.3. sowie die drei unternormal temperierten
Tage der ersten Monatshälfte so kalt, dass der gesamte Monat genau
dem Mittel 1961 bis 1990 entsprach (so etwas kommt nur ganz selten vor).
Nur acht Tage blieben völlig trocken, vom 10. bis zum 26. einschließlich
fiel jeden Tag Niederschlag, ab dem 18. sogar ausschließlich
als Schnee, was genau zu den Feiertagen zu großen Schneefällen
führte, wie sie den ganzen Winter über nicht vorgekommen waren:
27 cm Neuschnee am Morgen des Karfreitag und noch einmal 34 cm bis zum
Karsamstag-Morgen. Damit gehören diese zwei Tage zu den größten
Neuschneefällen in der zweiten Märzhälfte überhaupt
(Beobachtungsbeginn 1893). Noch weitaus ergiebiger war der Neuschnee
vom 30. auf den 31.3.2000, als es 90 cm innerhalb eines Tages schneite
(der absolute Rekord schlechthin in Daxstein), aber auch 1979 muss erwähnt
werden, wo am 29.3. der Schnee 10 cm hoch lag, tags darauf waren es 40
und am 31.3. konnten 70 cm gemessen werden. Großflächige Stromausfälle
waren damals die Folge, denn es handelte sich um besonders pappigen Nassschnee.
Insgesamt fielen heuer im März in Daxstein 103 cm Neuschnee, was zwar
deutlich mehr als normal, aber nicht außergewöhnlich viel ist.
Die Monats-Niederschlagssumme
beläuft sich auf 262,4 mm und steht damit an 7. Stelle der nassen
Märzmonate seit 1876 (1988 393,9, 2000 383,9, 1878 330, 1914 295,
1906 281 und 2001 264,2 mm).
Auffällig waren die 5 Gewittertage (ebenso viele auch in Aachen und Gera) – so viele gab es seit 1893 noch nie im März, wie die beigegebene Gewittergrafik zeigt. Gleich zu Monatsbeginn das erste von 10.12 Uhr bis 10.45 Uhr, am 13. gab es gleich drei, dann am 16., 19. und 20.
Nachzutragen bleiben
noch 17 Nebeltage und nur 2 Tage mit Alpensicht (am 13. und 30.3.).
Das Orkantief EMMA richtete
am 1. auch in der näheren Umgebung von Daxstein Schäden an. Daxstein
selbst ist bei Weststurm durch das Brotjacklriegel-Massiv im Westen immer
von Böen verschont, aber Richtung Schöfweg im Sonnenwald, etwa
ein Kilometer vor letztgenanntem Ort wurden relativ viele alte Fichten,
auch mitten im Wald, samt dem Wurzelteller aus dem Boden gedreht, was durch
die großen Niederschläge (nur Regen) am 29.2. natürlich
sehr gefördert wurde. Im Bundesgebiet und darüber hinaus gab
es in diesem Zusammenhang erhebliche Windböen, wie die folgende Tabelle
zeigt:
Am 6. März erreichten
in Alpentälern die Minima noch hochwinterlich tiefe Werte: Seefeld
in Tirol meldete – 20,6°C, Oberstdorf noch – 19,0°C. Am anderen
Ende des Monats war es am 30.3. schon frühlingshaft: Feldkirch/Vorarlberg
22,4°C.
Die oben angesprochenen
Neuschneefälle waren auch in einigen Teilen Österreichs besonders
ergiebig, wie die folgenden Schneehöhen vom 26.3. zeigen: Tauplitzalm
350, Loser 328, Warth/Arlberg 125, Mittelberg/Kleinwalsertal 110, Seefeld
50 und Lilienfeld 27 cm.
Der März war zwar
nass, aber Niederschlagsrekorde wurden, meines Wissens nach, nirgends gebrochen.
Z. B. hatte Schleswig heuer 112,8 mm (1994 aber 125 mm), Aachen 114,5 (1988
aber 155 mm) oder die Zugspitze 306,9 mm (2000 aber 449 mm). Allein Helgoland
kam mit 95 mm ganz nahe an den Rekord von 1937 heran (damals 96 mm; Reihe
ab 1891).
Auffällig hingegen
gestaltete sich das Luftdruckmittel, das vor allem im Norden extrem tief
lag: List auf Sylt meldete 1000,3 hPa, Berlin-Dahlem 1003,4, was dort zum
tiefsten Mittel seit mindestens 1909 führte. Nach Süden zu wurden
die Werte aber höher, etwa in Konstanz 1010,7 hPa.
Wolfgang Webersinke, Daxstein, April 2008 |
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