|
Der dritte Frühlingsmonat
2008 zeigte sich von einer deutlich zu warmen Seite, er war sehr trocken
und nach Norden zu zunehmend extrem sonnig.
In
Zenting-Daxstein handelte es sich um den sechst-trockensten Mai
seit Reihenbeginn 1876 (1947 als Extrem mit nur 12 mm). Das Gros der Niederschläge
fiel vom 15. bis 21. Mai (25,9 mm), am 6.5. waren auch Graupel
untergemischt. An diesem Tag kam es auch zum einzigen, etwas stärkeren
Gewitter, die anderen (1., 2., 15. und 18.) waren nur schwach ausgeprägt.
An nur drei Tagen trat Nebel auf (6., 16. und 18.), Alpensicht gab es nicht.
Am 29. und 30. überstieg die Temperatur die Sommertag-Grenze, was
im Mai eher die Ausnahme darstellt. Sehr
ungewöhnlich im heurigen Mai war die sonnige Hochdrucklage in der
ersten Monatshälfte, es gab fast keine größeren Niederschläge
(einzige Ausnahme Isny am 11. mit 81,2 mm) und nahezu ungetrübten
Sonnenschein, die zweite Monatshälfte war dann durchweg zyklonal geprägt,
mit zum Teil starken 24-stündigen Niederschlägen:
Ein
ebenfalls herausragendes Ereignisin
diesem Monat bestand in der außergewöhnlichen Süd-Föhnlage
vom 26. bis 28. Mai. Dadurch wurde in hohen Schichten ungewöhnlich
viel Saharastaub nach Mitteleuropa geführt, was zu deutlich wahrnehmbaren
Lufttrübungen führte. In der Schweiz wurden sogar viele Olivenpollen
in der Luft festgestellt. Die Vorhersage war in dieser Wetterlage sehr
schwierig, z. B. am 27. gab es in der Schweiz statt Rekordtemperaturen
dichte Leebewölkung und fast gar keinen Sonnenschein, dasselbe wiederholte
sich tags darauf im südlichen Bayern. Der Föhnsturm erreichte
teilweise Rekordstärke: Brienz 132 km/h, Glarus 136 km/h jeweils am
28. und 180 km/h auf dem Gütsch ob Andermatt am 27. Vor allem in Österreich
wurden stellenweise die höchsten Maitemperaturen seit Messbeginn erreicht:
Graz-Thalerhof und Weyer am 28. 34,9°C, Graz-Universität 34,1°,
Salzburg-Flughafen 33,0°C am 27. Stellenweise
reichte es in der Schweiz (Alpennordseite: Güttingen 14, Luzern und
Altdorf je 18 mm) und in Deutschland zum trockensten Mai, selbst langer
Messreihen, z.B. nur 18 mm in Altdorf/CH, 9 mm in Sion. Folgende deutsche
Stationen hatten den absolut trockensten Mai:
In
Ueckermünde (mit 1943) und Berlin (mit 1868) wurde genau der bisherige
Rekord egalisiert. Andere, vorwiegend norddeutsche Orte lagen recht nahe
beim absoluten Minimum, etwa Norderney 7 mm (2004 3,3 mm) oder Hamburg
11 mm (1863 und 1905 jeweils nur 7 mm).
Ganz
im Norden wurde der Monat zudem extrem sonnenscheinreich und brach alte
Höchstmarken, so in Kiel (355,9 Std.), Kap Arkona (387 Std.), Hamburg
(339 Std.), Bremen (314 Std., gerade noch eine Stunde mehr als 1989), Greifswald
(367 Std.) und Warnemünde (395 Std.). Die alten Rekordwerte wurden
zum Teil regelrecht deklassiert: Warnemünde hatte bisher als Höchstwert
345 Stunden (Mai 1959).
Ganz
vereinzelt kam die Monatsmitteltemperatur sogar ganz nahe an den bisher
wärmsten Mai heran: in Geisenheim/Rheingau sind die 17,4°C nur
0,2 K vom Rekord von 1889 entfernt.
Wolfgang Webersinke/Daxstein, 14.6.2008 |