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Der dritte Sommermonat
2008 zeichnete sich, wie der ganze Sommer, durch anhaltende Unbeständigkeit
aus. Längere zusammenhängende Hochsommerphasen fehlten, es bildeten
sich keinerlei blockierende Hochdruckgebiete, die dafür hätten
sorgen können. Stattdessen zogen Tiefs mit ihren Ausläufern oft
gleich serienweise über uns hinweg. Dabei stellte sich aber ein meist
überdurchschnittliches Temperaturniveau ein.
All
das gilt auch für Zenting-Daxstein, das oft Niederschläge
empfing, die aber fast immer wenig ergiebig waren (Ausnahme der nächtliche
Regenfall vom 7. auf den 8., der innerhalb weniger Stunden 30,3 mm brachte).
Ab dem 26. stellte sich der einzige längere Zeitraum ohne Niederschlag
ein. Die Sonne schien aber, bis auf den 15., an jedem Tag, so dass trotzdemmeist
passables Urlaubswetter herrschte. Zudem gingen auch nachts die Temperaturen
kaum in den einstelligen Bereich (nur am 16., 17. und 25.). Die sechs Gewittertage
fielen sämtlich in die erste Monatshälfte, wie auch acht von
insgesamt neun Nebeltagen. Alpensicht kam noch nicht vor. Letztlich fiel
der gesamte Sommer etwas zu warm aus (15,7°C entsprechen einem Überschuss
von 0,9 K) und dabei zu trocken (321,5 mm bedeuten nur 83 % des Mittels
1961 bis 1990). Zu Gewittern kam es an 22 statt normalerweise
20 Tagen. Von
den Temperaturen her ereignete sich im Berichtsmonat nichts Ungewöhnliches,
weder bei den absoluten Höchstwerten noch bei den Mitteltemperaturen.
Bei den Niederschlägen bietet sich ein differenzierteres Bild: Häufig
kam es in einzelnen Gebieten oder Landschaftsteilen zu großen Gewitterregen,
am 15. auch zu Landregen mit erheblichen Mengen, wie die umfangreiche Übersicht
zeigt:
Die
Monatsmengen fielen daher recht unterschiedlich aus. Während es im
Mittelgebirgsraum Hessens und Thüringens ziemlich trocken blieb (Dachwig
20,6 mm, Bad Hersfeld 22,3 mm, Erfurt 28,5 mm), wurden andernorts – vor
allem im Norden Deutschlands – fast rekordverdächtige Werte erreicht:
List 181,7 mm (absoluter Höchstwert 1982: 193 mm), Helgoland 184 mm
(2006 251 mm), Itzehoe 188 mm, Norderney 194,5 mm (Rekord 242 mm, 1917)
und Schleswig 209 mm (= 3. Platz; Rekord 228 mm, 1946). Zur Illustration
folgen die Grafiken von Schleswig, Kiel und Emden:
Die
relativ hohen Summen aus dem Alpenraum oder im Schwarzwald sind bei Weitem
weniger bedeutungsvoll, da hier von Haus aus viel Niederschlag fällt
(Aschau-Stein 302 mm, Mummelsee 244 mm und Nebelhorn 242 mm). Die ZAMG
meldete aber aus Eisenstadt, der Hauptstadt des Burgenlandes, einen Sommerregen-Rekord:
479 mm liegen beträchtlich über dem bisherigen Höchstwert
von 356 mm aus dem Jahr 1938.
In
denselben Gebieten mit hohem Niederschlag schien im Gegenzug die Sonne
recht selten, ohne dass aber die bisherigen Grenzwerte in Gefahr gerieten:
Die
absoluten Minima lauten für den Kahlen
Asten 94 Stunden, für Emden 86,5 und für Hamburg 127 Stunden.
In Süddeutschland lachte die Sonne häufiger: Erdinger
Moos 239, Simbach/Inn 240 und Landsberg am Lech sowie Mühldorf je
242 Stunden. Wie
schon des Öfteren gab es in und um Schleswig-Holstein kräftige
Augustregen. Dies ist in den letzten 100 Jahren schon mehrfach der Fall
gewesen. Der erste markante Fall ereignete sich am 4.8.1910, als eine breite
Tiefdruckrinne von den Britischen Inseln über Deutschland hinweg nach
Osten reichte und über dem Norden andauernde Regenfälle auslöste:
Die
kursiv gesetzten Stationen gehörten damals noch zum Deutschen Reich,
heute sind sie Bestandteil von Dänemark (Nordschleswig). Der außergewöhnlichste
Fall datiert vom 26. (und teilweise sogar 27.) August 1946, als die Lage
ganz ähnlich der von 1910 war, nur dass das Tief noch stärker
ausgeprägt war und wahrhaft sintflutartige Regenfälle hervorbrachte:
Zum
Glück war damals das Stationsnetz nach dem 2. Weltkrieg schon wieder
einigermaßen intakt. Der
letzte Fall stammt vom 27.8.1989. An jenem Tag entwickelte sich ein veritables
Sturmtief, das am Abend nordnordwestlich zog und einen schweren Nordoststurm
an der Ostseeküste mit verheerenden Schäden auslöste, zusammen
mit ergiebigem Regen:
In
diesem Jahr waren die Auswirkungen der Niederschläge zum Glück
nicht so intensiv. Wolfgang
Webersinke, Daxstein, Sept. 2008 |
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