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Der erste Herbstmonat
war heuer insofern bemerkenswert, als zum ersten Mal seit dem November
des vorigen Jahres eine unternormale Mitteltemperatur zustande kam. Dabei
zerfiel der Monat in zwei völlig unterschiedliche Hälften: bis
zum 12./13. war es andauend zu warm, anschließend durchweg deutlich
zu kalt. Sehr ungewöhnlich waren die Höchstwerte am 15.9. in
München: 8,0°C stehen am untersten Ende der um diese Jahreszeit
möglichen tiefsten Maxima! Trotz der kühlen Witterung gab es
insgesamt doch zu wenig Niederschlag, was vor allem den Nordostlagen zuzuschreiben
ist, die nicht so feuchte Luft heranzuführen vermögen.
Gleiches
gilt für Zenting-Daxstein: erst 12 zu warme Tage, dann alle
bis Monatsende zu kalt. Dank der Hanglage reichte es aber weder zu Luft-
noch zu Bodenfrost, während es in München an meiner Schul-Regenmessstation
im Münchner Norden dicken Reifbelag am 18.9. morgens hatte. Die letzten
beiden sommerlich anmutenden Gewittertage gab es am 1. und 12.9., Nebel
trat an 5 Tagen auf, die Niederschläge waren allesamt belanglos, nur
am Monatsletzten regnete es vergleichsweise ergiebig. Von
den Temperaturen her sollten nur die relativ häufigen Frosttemperaturen
Erwähnung finden. In Deutschneudorf-Brüderwiese konnten 9 Frosttage
gezählt werden, in Haidmühle 6. Große Hitze trat nirgends
mehr auf. Bei
den Niederschlägen allerdings ist mehr zu berichten. In Deutschland
ragen die großen Regenmengen vom 12.9. im Raum Schwandorf, im nördlichen
Bayerischen Wald und südlich von Nürnberg heraus: Teublitz (südlich
von Schwandorf) 108,8 mm, Roth bei Nürnberg 88,8 mm und Stallwang
67,2 mm. Zwei Tage später, am 14.9. gibt es in Tittmoning oberhalb
der Salzach 65,4 mm. Auffallend dann noch der 30.9., als im Umfeld des
Ebbegebirges 53,9 und in der Grafschaft Bentheim 55,0 mm fallen. Noch
ein Wort zu den Niederschlagsmessungen am Flughafen München: zum wiederholten
Mal sticht der Wert durch seine Kleinheit hervor. Im ganzen Umfeld liegen
die Messungen über 30 mm, allein der Flughafen meldet 19,8 mm. Dieses
merkwürdige Phänomen wurde auch schon oft vom Frankfurter Flughafen
berichtet. Besondere
Niederschlagsexzesse sind in der Schweiz und Frankreich aufgetreten. Am
3. gehen dort große Tagesmengen nieder: Genève-Aéroport
53 mm, La Dôle 58,Cimetta
77 und Locarno-Magadino 94 mm (alle Schweiz);
in Frankreich gibt es noch mehr vom Himmelsnass: Rochegude
70,4 mm, Marzac 85,6, Romans 92, Visan
110 (davon allein zwischen 22 und 23 Uhr am 2. 87 mm), Montélimar
123 (119 mm in 2 Stunden) und Barzène
176 mm. Am
6.9. geht es weiter mit 55,2 mm in Genève
und 56,8 mm in Grenoble. Außergewöhnlich die Schweizer Mengen
dann südlich der Alpen: Robiei 154, Camedo
217, Sonogno/Verzascatal
287 und Mosogno 447 mm; die absolut höchste
Menge vonSonogno wird nicht ganz erreicht (314
mm am 10.9.1983). Nimmt man den ganzen niederschlagsreichen Zeitraum vom
3. bis 7.9., dann ergeben sich für Sonogno
659,5 mm (Rekordwert) und für Genève
159,3 mm. Genf besitzt eine außerordentlich lange Niederschlagsreihe
(ab 1770, wobei ich leider nur die Werte ab 1851 besitze); in dieser gibt
es nur 4 Fünftageszeiträume mit noch mehr Niederschlag:
Am
11.9. dann sind einzelne Orte in Südwest- und Südfrankreich von
Starkregen betroffen: Biarritz-Anglet 81
und Pujaut im Gard
89 mm. Der
13.9. schließlich bringt dem Raum Basel Dauerniederschlag mit 71,1
mm in Binningen; nur 4-mal überhaupt
gab es dort höhere 24-Stundensummen des Niederschlags. Aufsummiert
ergibt sich für Genf eine sehr hohe Monatssumme des Septemberniederschlags:
215 mm bedeuten den fünft-höchsten
Wert seit 1851 (Maximum 272,2 mm 1993), deshalb abschließend die
dazugehörige Grafik:
Wolfgang Webersinke, Daxstein, Oktober 2008 |