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Der zweite Herbstmonat
2008 war vergleichsweise arm an besonderen Witterungserscheinungen, was
sich auch an den Beobachtungen von Zenting-Daxstein zeigt. Die Mitteltemperatur
entsprach nahezu dem 30-jährigen Mittelwert (16 Tage zu kalt, 15 zu
mild), keinerlei Niederschlagsexzesse waren zu verzeichnen. Praktisch normal
auch der erste (schwache) Schneefall der Saison am 30.10. vormittags (für
eine knappe Stunde). Erst am Monatsletzten kam es zum ersten Bodenfrost,
ein Ereignis, das dann auch erst wieder am 15.11. eintreten sollte. Ebenfalls
recht jahreszeiten-typisch die 17 Nebeltage; nur an drei Tagen (18., 23.
und 31.) waren die Alpen zu sehen.
Etwas
bemerkenswerter waren dann auch in einigen Regionen nur die Niederschläge,
was die nachfolgende Tabelle von großen Tagesniederschlagsmengen
rechtfertigt:
Die
56,8 mm von Helgoland am 2.10. sind die größte Oktobertagesmenge
dort seit mindestens 1931, auch Cuxhaven erreichte mit 47,4 mm fast den
Allzeit-Oktoberrekord von 47,6 mm aus dem Jahr 2002. In der auf Neubrandenburg
bezogenen Reihe hat auch Trollenhagen mit seinen 33,1 mm am 30.10. einen
neuen Oktoberrekord geschafft. Bei den Monatssummen blieben die alten Grenzwerte
unangetastet – einzige Ausnahme ist Zehdenick in Brandenburg - das 116,3
mm schaffte und damit so viel wie noch nie in einem Oktober (zumindest
ab 1891). Darüber
hinaus ist noch vom Schneefallereignis 29. auf 30.10. zu berichten, das
auf der Schwäbischen Alb zu 29 cm Schnee in Messstetten führte
(leider ohne lange Reihe). In der Innerschweiz hingegen wurden alte maximale
Schneehöhen des Oktober übertroffen: Am Zürichberg gab es
20 cm, ebenso in Altdorf, Langnau meldete 27, Einsiedeln 46 und die Göschenenalp
(auf 1610 m) 100 cm. Zum
Schluss dieses Berichts noch eine (traurige) Bemerkung zur „Stationspolitik“
des DWD: Mit dem Monatsende ist wieder eine der langen Reihen in Deutschland
zu Grabe getragen worden: Karlsruhe wurde dicht gemacht und weit
außerhalb von Karlsruhe nach Rheinstetten verlegt. Ohne natürlich
vorher Parallelmessungen zu tätigen, dies ist mittlerweile so üblich
geworden. In Bamberg ist es ähnlich, nur dass hier wenigstens
ein Automat den Dienst versieht, der aber – so zeigt es leider die Vergangenheit
– immer wieder Aussetzer hat und der eben nicht den menschlichen Beobachter
ersetzen kann. Jedenfalls kann immer weniger von Konstanz der Beobachtungen
die Rede sein, dies gilt ebenso für Meteomedia, die auch viele Datenlücken
in den Messungen ausweist (z.B. ist von Lalling seit vielen Tagen kein
Wert mehr zu bekommen). Manchmal hat man schon den Eindruck, die besten
Beobachter sind die Hobbymeteorologen. Wolfgang
Webersinke, Daxstein, November 2008 |
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