Witterungsbericht Juni 2009

für Deutschland, Österreich und die Schweiz
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Mit dem Juni setzte sich die unbeständige Witterungsphase, die Ende April begonnen hatte, unvermindert fort. In Zenting-Daxstein ergaben sich (wie im Mai) 24 Niederschlagstage, was erheblich über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Die Niederschläge waren in den ersten beiden Dekaden nur mäßig ergiebig, intensivierten sich aber ab dem 18. Juni (nur am 28. ein trockener Tag), so dass der erste Sommermonat deutlich zu nass wurde. Interessant auch die Gewittertage hintereinander ab dem 25.6.. Zu leichtem Hagel kam es am 11. und 21., wobei die fünf Minuten am 11. leichte Schäden an Blättern verursachten. Nebel trat an fünf Tagen auf und am 9. und 12. reichte es sogar zu Alpensicht.

Im größeren Rahmen war die Frostnacht am 6.6. im Bereich der Altmark auffällig: in Gardelegen steht der absolute Junirekord bei – 1,1°C (vor 1901 – das genaue Datum ist mir nicht bekannt); diesmal ergaben sich – 0,7°C, was ganz nahe bei diesem Wert liegt und zumindest seit 1947 noch nicht erreicht wurde.

Insgesamt lag die Sonnenscheindauer im Alpenraum undin einigen Mittelgebirgslagen deutlich im Minus: Krimml in Tirol etwa hatte 97 Stunden, Wahlen in Hessen 99 Stunden. Zu Rekorden an Säkularstationen reichte es aber nicht.

Wesentlich mehr los war bei den Niederschlägen, wie die Übersichtüber starke Regenfälle innerhalb von 24 Stunden belegt:


 
Große Tagesniederschlagsmengen im Juni 2009
in Auswahl

 
6. 6.
Locarno-Monti
156 mm
Cimetta
105
Warth
63,2
Brand
52,5
Galzig
51,3
15.6.
Alberschwende
62,3
Bregenz
55,2
19.6.
Lienz/Osttirol
82,7
Katschberg
81,0
Sonnblick
71,6
Obervellach
68,2
Rudolfshütte
67,3
Salzburg-Freisaal
56
22.6.
Kohlreitberg
89,9
Langenlebarn
87,6
Lunz am See
85,4
Wien-Mariabrunn
85,3
St. Pölten
75,2
St. Wolfgang
70
Wien/Hohe Warte
68,4
Waidhofen/Ybbs
66
Zwettl
62
23.6.
Lunz am See
127,9
Gmunden
110,9
Waidhofen/Ybbs
107,2
St. Pölten
89,0
Feuerkogel
86
Kremsmünster
76
Rudolfshütte
71
Amstetten
69
24.6.
Feldbach/Steiermark
87,4
Kleinzicken/Burgenland
85,0
Seibersdorf
83,1
Eisenstadt
72
Mönichkirchen
55,8
27.6.
Großhartpenning
59,6
Winterspelt/RP
58,5
28.6.
Lunz am See
103,5
Mariazell
78,1
Präbichl
57,9
Lilienfeld
57,6
St. Pölten
57,5
30.6.
Lindenau/Oberspreewald
74
Berlin-Grünau
57


Der Wert von Locarno-Monti war der höchste im Juni seit mindestens 1882, bisher galten die 154 mm vom 19.6.1948 als Rekord (zweithöchste Menge 143 mm am 22.6.1907). Aber auch die anderen „Hunderter“ zeigen, wie extrem der heurige Juni war.

Im ganzen Monat fielen dementsprechend auch beachtliche Mengen:


 
Große Monatsmengen des
Niederschlags in mm

 
Lunz am See
501
Rudolfshütte
424
St. Wolfgang
382
Inzell
382
Gmunden
362
Mariazell
359
Siegsdorf-Höll
352
Bayrischzell
346
Ried im Innkreis
313
Bad Heilbrunn
313
St. Pölten
311
Reit im Winkl
303
Holzkirchen
297
Tegernsee
294
Eisenstadt
205


Währendin Bayern auch im Südosten keine Grenzwerte überschritten wurden (z.B. hatte Reit im Winkl im Juni 1979 308 mm; einzige Ausnahme ist Inzell: 382 mm sind mehr als beim bisherigen Höchstwert von 371 mm), ergaben sich laut ZAMG für die Bereiche nördliches Salzburger Land, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und Burgenland Niederschläge, wie sie kaum je in diesem Monat beobachtet wurden. Laut Histalp (eine Sammlung langer Reihen für den gesamten Alpenraum) warin den genannten Gegenden nur der Juni 1828 und 1892 dem heurigen vergleichbar. Daher bedeuten die Niederschlagssummen von Ried,St. Pölten und Eisenstadt neue absolute Höchstwerte für den Monat Juni. Der Wert für Linz-Hörsching (248 mm) dürfte auch in diese Kategorie gehören, denn das absolute Maximum für Linz/Stadt (ab 1852) liegt im Jahr 1892 bei 241 mm. Gleiches gilt für Kremsmünster, dessen Niederschlagsreihe 1820 einsetzt und die hier als Grafik abgedruckt werden soll:


Heuer wurden 281 mm gemessen, 1892 waren es 286 mm.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 18.7.2009