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Mit
dem Juni setzte sich die unbeständige Witterungsphase, die Ende April
begonnen hatte, unvermindert fort. In Zenting-Daxstein ergaben sich
(wie im Mai) 24 Niederschlagstage, was erheblich über dem langjährigen
Durchschnitt liegt. Die Niederschläge waren in den ersten beiden Dekaden
nur mäßig ergiebig, intensivierten sich aber ab dem 18. Juni
(nur am 28. ein trockener Tag), so dass der erste Sommermonat deutlich
zu nass wurde. Interessant auch die Gewittertage hintereinander ab dem
25.6.. Zu leichtem Hagel kam es am 11. und 21., wobei die fünf Minuten
am 11. leichte Schäden an Blättern verursachten. Nebel trat an
fünf Tagen auf und am 9. und 12. reichte es sogar zu Alpensicht.
Im
größeren Rahmen war die Frostnacht am 6.6. im Bereich der Altmark
auffällig: in Gardelegen steht der absolute Junirekord bei – 1,1°C
(vor 1901 – das genaue Datum ist mir nicht bekannt); diesmal ergaben sich
– 0,7°C, was ganz nahe bei diesem Wert liegt und zumindest seit 1947
noch nicht erreicht wurde. Insgesamt
lag die Sonnenscheindauer im Alpenraum undin
einigen Mittelgebirgslagen deutlich im Minus: Krimml in Tirol etwa hatte
97 Stunden, Wahlen in Hessen 99 Stunden. Zu Rekorden an Säkularstationen
reichte es aber nicht. Wesentlich
mehr los war bei den Niederschlägen, wie die Übersichtüber
starke Regenfälle innerhalb von 24 Stunden belegt:
Der
Wert von Locarno-Monti war der höchste im Juni seit mindestens 1882,
bisher galten die 154 mm vom 19.6.1948 als Rekord (zweithöchste Menge
143 mm am 22.6.1907). Aber auch die anderen „Hunderter“ zeigen, wie extrem
der heurige Juni war.
Im
ganzen Monat fielen dementsprechend auch beachtliche Mengen:
Währendin
Bayern auch im Südosten keine Grenzwerte überschritten wurden
(z.B. hatte Reit im Winkl im Juni 1979 308 mm; einzige Ausnahme ist Inzell:
382 mm sind mehr als beim bisherigen Höchstwert von 371 mm), ergaben
sich laut ZAMG für die Bereiche nördliches Salzburger Land, Oberösterreich,
Niederösterreich, Wien und Burgenland Niederschläge, wie sie
kaum je in diesem Monat beobachtet wurden. Laut Histalp (eine Sammlung
langer Reihen für den gesamten Alpenraum) warin
den genannten Gegenden nur der Juni 1828 und 1892 dem heurigen vergleichbar.
Daher bedeuten die Niederschlagssummen von Ried,St.
Pölten und Eisenstadt neue absolute Höchstwerte für den
Monat Juni. Der Wert für Linz-Hörsching (248 mm) dürfte
auch in diese Kategorie gehören, denn das absolute Maximum für
Linz/Stadt (ab 1852) liegt im Jahr 1892 bei 241 mm. Gleiches gilt für
Kremsmünster, dessen Niederschlagsreihe 1820 einsetzt und die hier
als Grafik abgedruckt werden soll:
Heuer
wurden 281 mm gemessen, 1892 waren es 286 mm.
Wolfgang
Webersinke, Daxstein, 18.7.2009 |
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