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Der
zweite Herbstmonat packte diesmal gleich drei Jahreszeiten in sein Witterungspaket:
Sommer, Herbst und Winter.
In Zenting-Daxstein war die Wärme um den 7.10. nicht so ausgeprägt, dafür der Kälteeinbruch danach umso mehr: am 13.10. um 8:30 Uhr ging der Regen in Schnee über (nachmittags dann sogar ein kurzes Wintergewitter), allerdings noch ohne Bildung einer Schneedecke, tags darauf der erste Luftfrost der beginnenden kalten Jahreszeit. Der 15. brachte dann stärkere Schneefälle, so dass am 16. morgens 4 cm Schnee den Boden bedeckten; da es weiter schneite erhöhte sich die Schneedecke am nächsten Tag auf beachtliche 11 cm (Lindberg-Buchenau in 750 m Höhe sogar 22 cm!). Seit 1960 hat es in der zweiten Oktoberdekade nicht mehr so viel Schnee gegeben (damals am 13. 4 cm und dann am 17. morgens 20 cm Neuschnee, am 18. noch 13 und am 19. noch 6 cm). Wie wir wissen, kam dann bis weit in den November hinein kein Schnee mehr! Auch die sehr tiefen Tagesmitteltemperaturen verdienen Erwähnung, zum Teil 10 Grad unter der Norm und leicht im negativen Bereich! Zur Bilanzierung fehlt noch zu sagen, dass 12 Nebeltage, aber keinen einzigen Tag mit Alpensicht gab.
Deutschlandweit und darüber hinaus sind diese Witterungsereignisse von Belang gewesen:
Vom 3. auf den 4. erfasste den Norden das Sturmtief Sören mit zum Teil erheblichen Sturmböen:
Durch Zufuhr warmer Mittelmeerluft stiegen die Temperaturen in der Nacht zum 6.10. zum Teil auf sommerliche Werte um 20 Grad (z.B. in Baden-Baden oder Freiburg im Breisgau). Am 7. (in Ostösterreich auch am 8.) ergaben sich dann im Süden für Oktober recht ungewöhnlich hohe Maxima:
Damit wurden im Südwesten Deutschlands neue Rekordmarken für Oktober gesetzt: der alte Höchstwert stammt vom 3.10.1985 (30,8°C in Freiburg/Stadt). Aber auch Straubing in Niederbayern erreichte einen neuen absoluten Rekordwert: 26,0°C. In München/Stadt wurden 27,2°C gemessen, was den 5. Platz in der Oktoberhitzeliste ergab: 28,2° am 5.10.2004, 27,8° am 2.10.2001, 27,6° am 5.10.1942 und 27,2° am 3.10.1929.
Aber auch in Frankreich konnten teilweise neue Höchsttemperaturen vermeldet werden:
Der alte Höchstwert von Châteauroux etwa stammt vom 5.10.1921 (30,0°C), der von Toulouse auch vom 3.10.1985 (30,2°C).
Gut eine Woche später ereignete sich dann ein für diese Jahreszeit extremer Kaltluftausbruch mit entsprechend niedrigen Temperaturen: auf der Zugspitze gab es seit langem wieder einmal die kältesten Tagesmittel der Temperatur seit 1900: am 14.10. mit 15,8°C und am nächsten Tag mit 15,7°C (vorheriger Rekord bei 13,7° im Jahr 1928 und - 14,8° im Jahr 1925). Und am 14.10. konnte sogar der absolute Oktoberrekord vom 31.10.1941 um 1/10° unterboten werden: - 18,3°C! Am selben Tag wurde auch der aus dem Jahr 1838 stammende Rekord des Tagesmittels auf dem Hohenpeißenberg um 0,9 K nach unten revidiert: - 2,6°C (am 7.10. hatte es noch einen neuen maximalen Tagesrekord mit 19,6° gegeben!). Auf dem Sonnblick wurden keine Rekorde geknackt, dort war die Luft wärmer (dort gab es 1941 sogar 20,3°C). Das Jungfraujoch hatte am 30.10.1941 24,8°, der Säntis 16,8°C.
Einhergehend mit dem Kaltlufteinbruch schneite es im Alpenraum teilweise ungewöhnlich stark für diese Zeit:
Auffällig war in einigen Gebieten des Ostens die geringe Sonnenscheindauer: in Görlitz reichte es zur kleinsten Oktobersonnenscheindauer seit 1946 (55,9 Stunden, bislang das Minimum bei 58,5 Stunden im Jahr 1974). Die 69,8 Stunden von Dresden-Klotzsche sind früher schon deutlich unterboten worden (41 Stunden 1974 oder nur 33,2 Stunden 1915).
Schließlich fehlen noch die großen Tagesmengen des Niederschlags in diesem Monat:
Am 22. schließlich fegte ein Föhnsturm über die Nordalpen hinweg mit folgenden Spitzenböen:
Ebenalp/CH 159 km/h, Patscherkofel 152 km/h, Jungfraujoch 150 und Zugspitze 137 km/h. Wolfgang Webersinke, Daxstein, 14.11.09 |
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