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Zum
dritten Mal in nur vier Jahren verlief der sonst als so wetterwendisch
verschriene April durchweg zu trocken, sonnenscheinreich und recht mild.
Dies zeigt sich auch in unserer Bayerwaldregion. Während die
Tallagen und die Orte an der Donau nur etwa 1 Kelvin zu mild waren (Zwiesel
und Aldersbach je + 0,9 K, Metten + 1,0 K gegenüber dem Mittel 1961
bis 1990), steigerte sich der Überschuss in den Hang- und Kuppenlagen
auf 2 Kelvin (Fürstenzell + 1,8 K, Grainet-Rehberg + 1,9 K, Daxstein
+ 2,0 K). Die Spannweite der Monatsmitteltemperaturen reichte von 2,6°
(Gr. Arber), 4,7° (Haidmühle), 6,6° (Kirchberg) bis 9,2°
(Aldersbach) bzw. 9,3°C (Hutthurm-Kringell). Dabei konnten nur in Aldersbach
zwei Sommertage registriert werden, sonst verharrten die Maxima oft leicht
unter 25 Grad. Die Niederschläge blieben überall weit unter dem
Soll, trotz der kräftigen Regenfälle am Monatsletzten (Großer
Arber 25,6 und Untergriesbach-Glotzing 20,5 mm). Die Monatssummen gingen
von 10,1 mm (Schorndorf-Knöbling im nördlichen Bayerischen Wald)
bis 51,8 mm in Haidmühle (46,9 mm in Sonnen, 43,9 mm in Untergriesbach-Glotzing
und 42,7 mm in Untergriesbach-Schaibing), wobei die höheren Werte
im südöstlichen Bayerischen Wald anzutreffen sind (d.h. über
50 % des Mittels: Sonnen 54 %, Schaibing 63 % und Haidmühle 65 %).
Im Schnitt fielen sonst etwa 20 bis 30 mm bei 25 bis 36 % Normerfüllung,
z.B. Zwiesel 20 mm (25 %), Buchenau 22 und Metten 16 mm (je 26 %), Daxstein
29 mm (30 %; 2010 steht in der Liste der trockenen Aprilmonate an 11. Stelle
seit 1876) und Grainet-Rehberg 24 mm (36 %). Überall verwöhnte
uns die Sonne: sie schien 204 (Gr. Arber) bis 240 Stunden (Fürstenzell)
und damit 130 (Saldenburg-Entschenreuth 217 Std.) bis 149 % (Aldersbach
230 Std.). Es folgt eine Übersicht der Aprilwerte der Sonnenscheindauer
von der längsten Reihe im Bayerischen Wald, die bis 2006 in Finsterau
(1004 m) lag und seither in Haidmühle zu finden ist (807m):
Interessant
ein Vergleich der Frosttage: während die frostanfälligen Lagen
20 (Kirchberg) bis 25 solcher Tage (Haidmühle) verzeichnen, gab es
an Hängen und Kuppen nur einige wenige (Fürstenzell und Kringell
je 2, Daxstein 3 und Grainet-Rehberg 4).
Zum Schluss noch einige Zusatzdaten aus Daxstein: am 12. gingen die letzten Schneeregenschauer des Winterhalbjahres nieder. Nebel trat nur an drei Tagen auf, Gewitter waren an zwei Tagen zu hören (18. und 30.) und bedingt durch die Lufttrockenheit herrschte an 5 Tagen Alpensicht (1., 3., 4., 7. und 12.).
Im Raum München bewegte sich die Monatsmitteltemperatur zwischen 7,7° (Oberhaching-Laufzorn) und 9,8°C (München/Stadt) und damit ungefähr 1,5 Kelvin über dem langjährigen Mittel. Am 29. gingen die Maxima bis auf 27,0°C (München-Theresienstraße) bzw. 26,6°C (München/Stadt) herauf. An diesem Tag wurden schon zweimal noch höhere Temperaturen gemessen: 1792 27,5 und 1928 27,4°C, ganz zu schweigen von den phänomenalen 28,7°C am 17.4.1934. Auch hier wird die große Schwankungsbreite bei den Frosttagen offenbar: im Stadtzentrum Münchens frostfrei, dagegen in Laufzorn 13 sowie in Haar und Osterseeon 10 Frosttage.
Vor allem in Österreich wurden am 29. und 30.4. Rekordwerte der Temperatur für April erreicht. Am 29. in Innsbruck/Flughafen 26,7, an der Universität 27,6 und in Bischofshofen 27,1°C. Tags darauf in Krems und Bad Radkersburg je 27,6, in Bruck an der Mur 27,8, in Graz-Thalerhof 28,1 und in Graz-Universität 28,7°C. An letzt genannter Station ist das die höchste je gemessene Apriltemperatur seit mindestens 1864. Zu Monatsanfang waren noch tief winterliche Temperaturminima gemeldet worden: Brunnenkogel – 20,1, St. Leonhard/Pitztal – 14,1, Galtür – 13,8m Seefeld – 13,3 und Nauders/Tirol – 12,1°C.
In Tirol am Alpenhauptkamm und öfter in Deutschland war es sehr trocken: Bendorf 2,5 mm, Kals/Tirol 4 , Gardelegen 8 oder Stuttgart/Flughafen 9 mm. Die Regengrafiken von Gardelegen und Stuttgart sind bearbeitet worden, zudem auch eine der längsten europäischen Niederschlagsreihen, nämlich die von Paris-Le Bourget; dort hatte der April 13,6 mm gebracht:
Es
sind aber auch Gegenden zu finden, wo es (relativ) reichlich regnete: Burgenland,
Wien und Niederösterreich (Seibersdorf 111, Eisenstadt 102 mm), die
Zugspitze (140 mm) und das südöstliche Bayern rund um den Chiemgau:
Siegsdorf-Höll 68,6, Chieming 71,7 und Inzell 74,5 mm.
Der meist wenige Niederschlag ging Hand in Hand mit einem deutlichen Sonnenscheinüberschuss. Sillian in Osttirol hatte 266, Norderney 259 oder St. Peter-Ording und Frankfurt am Main 251 Stunden. Im Vergleich zum Vorjahr oder gar 2007 sind das aber fast schon „gewöhnliche“ Werte.
Wolfgang Webersinke, Daxstein, Mai 2010 |