Wetterstation Zenting-Daxstein

Witterungsberichte der Wetterstation Zenting-Daxstein 2015

 

Witterungsbericht Januar 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz 
 
Der erste Monat des Jahres 2015 setzte die insgesamt zu milde Witterung der Vormonate fort, die Sonne machte sich insgesamt eher rar, der Niederschlag war meist reichlich.

Im Bayerwald, speziell in Daxstein war es ähnlich. Die Mitteltemperaturen fast aller Tage lagen über dem Mittel 1981 bis 2010, maximal + 9,6 K am 10.1. Nur der 1. und der 31.1. befanden sich leicht darunter. Ungewöhnlich hoch liegt das absolute Minimum mit nur – 4,6°C, was letztlich mit den fehlenden klaren Nächten zusammenhing. Häufig kam es Niederschlägen, in der letzten Dekade ausnahmslos als Schnee. Am 2. bildete sich durch leichten gefrierenden Regen an Bäumen und Sträuchern eine sichtbare Eisschicht, die allerdings im Nachbarort Schöfweg deutlich dicker war als in Daxstein. Trotz der mehrheitlich zu milden Temperaturen konnte sich die Schneedecke den ganzen Monat über halten, ohne wirklich besonders dick zu werden; immerhin hatten vier Tage Neuschneehöhen von 10 bis 15 cm (am 4.). Am 14. abends kam es zu einem leichten Wintergewitter. Wie schon im Dezember war es sehr trübe mit nur wenig Sonnenschein. Nebel trat an 16 Tagen auf, Alpensicht an 9 Tagen.

Im Anschluss nun die Bewölkungstabelle von Daxstein:

 

 


 

 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
 
für Daxstein im Januar 2015
 
Termin I: 7.30 Uhr
Termin II: 14.30 Uhr
Termin III: 21.30 Uhr
01.01.2015
8²  Gefrierender Nebel
8²  Nebel
8²  Nebel
02.01.2015
8²  Gefrierender Nebel
8²  l. gefr. Nieseln
8²  l.Nieseln, Nebel
03.01.2015
8²  Dunst
8²  Nebel
8²  mäß. Schneefall
04.01.2015
8² 
8²  Reifgraupeln
8²  l. Schneefall
05.01.2015
8² 
6¹ 
8¹ 
06.01.2015
7¹ 
1º ¤
8²  Dunst
07.01.2015
8²  Dunst
8²  Dunst
8²  Nebel 
08.01.2015
8²  Nebel
8²  Nebel
8²  Nebel
09.01.2015
7¹ 
8¹ 
8² 
10.01.2015
8²  mäß. Regen
8²  nach Nebel
8¹ 
11.01.2015
8²  mäß. Schneefall
8² 
8² 
12.01.2015
8² 
8² 
8² 
13.01.2015
4¹ 
2¹ ¤
8² 
14.01.2015
7¹ 
8¹ 
8¹ 
15.01.2015
7¹ 
7¹ 
8¹ 
16.01.2015
2¹ 
6º ¤
7¹ 
17.01.2015
8²  Schneegriesel, Nebel
8²  nach Schnee
8²  geringfügiger Schneef.
18.01.2015
8²  Schneesterne, Nebel
6¹ Nebel in der Nähe
8²  Dunst
19.01.2015
8² 
8² 
8² 
20.01.2015
8² 
8²  Dunst
8²  Dunst
21.01.2015
8¹ 
4¹ ¤
7¹ 
22.01.2015
6¹ 
6¹ ¤
8¹ etwas Nieseln
23.01.2015
8² Nebel
8² Nebel
8² Schneesterne
24.01.2015
8² Nebel in der Nähe
8²  Dunst
8² Schneesterne
25.01.2015
7²  Schneesterne
7¹ ¤
8² l. Schneefall
26.01.2015
8² l.Schneefall, Nebel
8²  Nebel
8²  starker Schneefall
27.01.2015
8² Dunst
8² Dunst
8²  Dunst
28.01.2015
8²  Nebel
8² Nebel
8² mäß. Schneefall
29.01.2015
8²  Nebel
8²  Nebel
8² l.Schneefall, Nebel
30.01.2015
8²  Dunst
8²  l. Schneefall
8¹ 
31.01.2015
8²  Nebel in der Nähe
6¹ Schneesterne
2º 
Mittel:
7,5 Achtel
7,1 Achtel
7,7 Achtel
7,4
 
 
 
Alpensicht: 
am Beobachtungstermin!
 
 
Hochgestellte 0,1,2: Dichte der Bewölkung
 

 

 

Im südlichen Bayerwald war durch die vielen Tiefausläufer praktisch keine nächtliche Ausstrahlung möglich, daher spreizen sich die Mitteltemperaturen nicht allzu sehr: - 3,9° auf dem Großen Arber (fast normale Januarwerte) stehen 1,2°C in Metten gegenüber (dort 3,0 K zu warm!); die anderen Stationen gruppieren sich innerhalb dieses Rahmens: Haidmühle – 1,2, Kirchberg – 0,2, Kinzesberg 0,5, Lalling 0,7°C. 14,7°C in Fürstenzell am 10. und – 13,7°C am 31. in Haidmühle. Nur einen Eistag gab es in Lalling, dafür 15 in Haidmühle (Gr. Arber 20). Die Sonne erbrachte 21 (Haidmühle) bis 42 Stunden (Gr. Arber), was prozentual 32 (Haidmühle) bis 61 % (Metten) bedeutet. In früheren Jahren (1976, 1953, 1944 oder 1938) konnten noch weitaus geringere Sonnenscheinsummen registriert werden! Die Niederschlagausbeute lag zwischen 74 mm in Teisnach (97 %) und 195 mm auf dem Gr. Arber (149 %), prozentual am wenigsten hatte Röhrnbach (79 mm, 79 %), am meisten auch hier der Gr. Arber. Unter 100 mm gab es eher in den Tälern und Richtung Donau (Regen 80, Passau-Maierhof 84 mm), sonst auch deutlich mehr (Duschlberg 162, Zwieslerwaldhaus 159 mm). Den größten Einzelniederschlag brachte der 9.1. (Gr. Arber 69, Duschlberg 41, Zwieslerwaldhaus 37 mm). Schnee lag an der Donau etwa an 15 Tagen (z.B. Metten), dann Richtung Berge immer öfter und ab etwa 750 m den ganzen Monat (z.B. Buchenau) mit den größten Höhen am 31.1.: Grafling 21, Schönberg 25, Buchenau 33, Zwieslerwaldhaus 35, Philippsreut 42 cm. Man wird bescheiden, denn das sind für hiesige Verhältnisse kümmerliche Mengen, die gerade so eben den Skisport möglich machen.

Im Raum in und um München war es ebenfalls zu mild (meist etwa 2 K) mit den Extremen 2,4°C (München/Stadt und Theresienstraße) und 0,6°C (Osterseeon/EBE). Am 10. wurde es Richtung Südosten am wärmsten, als in Grub und Osterseeon 17,0, Amerang 17,4 und in Rosenheim 19,5°C erreicht wurden. Am Monatsanfang wurde gelegentlich noch die minus-10-Grad-Marke unterschritten: Flughafen Erdinger Moos – 11,8 oder Maisach – 10,8°C. Oft reichte es zu keinem einzigen Eistag, hin und wieder aber doch, und dann bis zu 5mal (Ebersberg, Puch, Attenkam). Die Sonne schien öfter als sonst in Deutschland, so dass 48 (Garching) bis 68 Stunden (Attenkam) zusammen kamen. Allerdings wurde das Soll auch hier nicht erreicht (96 % in Attenkam nahe am Starnberger See). Die Niederschlagsnorm wurde deutlich überschritten, im Einzelfall 66 mm (München/Flughafen) bis über 100 mm südlich von München (Holzkirchen 114, Otterfing 106 mm), womit 135 % (München/Flughafen) bis 184 % (München/Harthof) errechnet werden konnten. Nassester Einzeltag war der 3.1. mit bis zu 29,9 mm in Holzkirchen. Eine Schneedecke lag an 11 bis etwa 20 Tagen (Attenkam), wobei die größte Höhe meist am Neujahrsmorgen gemessen wurde (Holzkirchen 37, Laufzorn 33 cm). Sehr bemerkenswert war die Luftfeuchtigkeit am 13.1., als sie ab dem späten Vormittag in München unter 20 % zurück ging und kurzzeitig sogar 15 % erreichte (Tagesmittel 34 %); etwas Ähnliches hatte sich am 27.1.2008 ereignet, damals gab es über einen längeren Zeitraum Werte von 15 % und das Tagesmittel  lag da sogar bei nur 20 %! Ebenfalls schon öfter wurde über die zahlreichen Wintergewitter berichtet, heuer waren es, je nach Stadtviertel, 2 bis 4 Gewittertage. 

Bundesweit Schlagzeilen machte der 9.1.2015, da zum ersten Mal die Januartemperaturen die 20-Grad-Marke geknackt hatten: 20,5°C in Piding im Berchtesgadener Land (aber auch 20,9°C in Salzburg/Freisaal, 20,8°C in Salzburg/Flughafen. Am 10.1. wurden dann aus Südostösterreich neue Rekordwerte für Januar gemeldet: Graz-Strassgang und Obervellach 21,7°C, Graz-Universität 21,0°C. 

Die Innerschweiz erlebte den wärmsten Januartag seit 1871 (Luzern Tagesmittel am 10. 15,1°C), Gleiches gilt für Engelberg (12,5°C) und Andermatt (7,9°C), was Januarrekord seit 1864 bedeutet. 

Die Orkanböen am 10.1. waren schon Thema in der Witterungsübersicht, deshalb hier nur eine kurze Auflistung der einiger maximaler Werte:
 

Brocken
161 km/h
Zugspitze
156
Leuchtturm Alte Weser
151
Feldberg/Schwarzwald
144
Berlin/Alex/Fernsehturm
143

 

In den frühen Morgenstunden des 30.1. ging der Luftdruck auf besonders tiefe Werte zurück, die nur selten im Januar erreicht werden (978 hPa in München, Leipzig 972 hPa). Ähnlich tief war der Luftdruck in München am 20.1.1873, wo in Paris im Observatorium folgende Wetterkarte gezeichnet wurde (mit einem mächtigen Tief über Schottland): 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz im Norden der Republik war der Januar extrem nass: mit 132 mm in Kiel und 160 mm in Schleswig wurde jeweils der zweit-nasseste Januar in den entsprechenden Messreihen registriert (Kiel ab 1851, Schleswig ab 1877), der nasseste war eindeutig 2007 (Kiel 155, Schleswig 175 mm).

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Februar 2015

 

Witterungsbericht Februar 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz 
 

 

Der letzte Monat des aktuellen Winters wurde der Jahreszeit – vor allem im Süden - einigermaßen gerecht, wenn auch der Schnee zum Teil vom Januar herstammte und der Niederschlag generell zu gering ausfiel. Der gesamte Winter war zu mild, aber eher niederschlags- und sonnenscheinnormal.

Die Bayerwald-Rundschau beginnt traditionsgemäß in Daxstein. Die Witterung gestaltete sich zunächst winterlich, die ersten 9 Tage waren durchwegs Eistage und die erste Dekade brachte 23 cm Neuschnee. Ab dem 10.2. wurde es generell etwas milder und die Niederschläge machten sich rar, nur am 23. fiel noch etwas mehr Schnee. Die Niederschlagsbilanz war daher stark negativ. Zwar lag an allen Februartagen eine geschlossene Schneedecke, aber von den normalen Verhältnissen war man bei 40 cm maximaler Schneehöhe relativ weit entfernt. Wenigstens schien die Sonne nach den sehr trüben Monaten Dezember und Januar wieder öfter, die drei wolkenlosen Tage vom 15. bis 17. waren eine Wohltat. Deshalb hier gleich die Daxsteiner Bewölkungstabelle:

 

 


 

 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
 
für Daxstein im Februar 2015
 
Termin I: 7.30 Uhr
Termin II: 14.30 Uhr
Termin III: 21.30 Uhr
01.02.2015
8²  Schneesterne
8¹ 
8²  Dunst
02.02.2015
8²  Nebel, starker Schneefall
8²  Dunst
8²  Nebel, Schneesterne
03.02.2015
8²  Dunst
7¹ 
8¹ 
04.02.2015
4¹ 
6¹ ¤
8¹ 
05.02.2015
7² 
7¹ ¤
8¹ 
06.02.2015
6¹ ¤
5º ¤
0
07.02.2015
4¹ 
0 ¤
08.02.2015
8²  Nebel, Schneeschauer
7¹ Schneesterne
8² 
09.02.2015
8²  Dunst
8²  Nebel
8²  Nebel, l.Schneefall
10.02.2015
8²  Nebel
8²  Nebel
8²  Nebel
11.02.2015
8²  Nebel
8²  Nebel
8²  Nebel
12.02.2015
8²  gefrierender Nebel
8²  Nebel, ¤
8²  gefrierender Nebel
13.02.2015
8²  gefrierender Nebel
4¹ gefr.Nebel, ¤
0 Talnebel
14.02.2015
7¹ nach Nebel
2º Talnebel, ¤
0
15.02.2015
0 ¤
0 ¤
0
16.02.2015
0 ¤
0 ¤
0
17.02.2015
0 ¤
0 ¤
0
18.02.2015
8²  gefrierender Nebel
8²  gefrierender Nebel
8²  gefrierender Nebel
19.02.2015
7¹ Nebel i. d. Nähe
8¹ nach gefr. Nebel
0
20.02.2015
1º ¤
1º ¤
0
21.02.2015
6¹ 
3º ¤
6¹ 
22.02.2015
7¹ 
8²  Dunst
8¹ 
23.02.2015
8² Nebel
8² Dunst
8² Nebel, l.Schneefall
24.02.2015
8² Nebel, Schneesterne
8² 
8² 
25.02.2015
6¹ Dunst, ¤
6¹ ¤
0
26.02.2015
4º ¤
6¹ ¤
0
27.02.2015
4¹ ¤
4¹ ¤
7¹ 
28.02.2015
8²  Nebel i. d. Nähe
8²  Nebel i. d. Nähe
8² Dunst
Mittel:
5,9 Achtel
5,4 Achtel
4,9 Achtel
5,4
 
 
 
Alpensicht: 
am Beobachtungstermin!
 
Hochgestellte 0,1,2: Dichte der Bewölkung
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nebel wurde an 14 Tagen beobachtet, die Alpen zeigten sich nur an 6 Tagen. Der gesamte meteorologische Winter hatte eine Mitteltemperatur von – 0,1°C (Abw. + 1,2 K), der Niederschlag belief sich auf 272 mm (68 % der Norm, die 398,5 mm beträgt) und an 69 Tagen lag Schnee bei einer Neuschneesumme von 141 cm.

Im Bayerischen Wald insgesamt zeigte die Mitteltemperatur eine recht geringe Variabilität, da wegen der häufigeren Hochdrucklagen die Temperatur immer wieder invers verlief: sie schwankte lediglich zwischen – 3,7°C auf dem Gr. Arber (Haidmühle – 3,4, Kirchberg – 2,9°) und – 0,5°C in Hutthurm-Kringell (Kinzesberg – 0,7, Lalling – 0,8°C). In den unteren Lagen war das eher etwas zu kalt, in den höheren Lagen aber zu mild. Am kältesten war die Nacht zum 4. (Haidmühle – 22,3, Kirchberg – 17,7°C). Vielerorts fror es an 27 oder sogar 28 Februartagen, Eistage kamen in der Regel 4 (Metten 3) bis 13 vor, die 13 diesmal in Daxstein, das des öfteren am oberen, kalten Rand der Inversion lag. Haidmühle etwa hatte nur 8 Eistage. Die Sonne machte Überstunden, sie schien 79 (Metten) bis 147 Stunden lang (Gr. Arber). Der Niederschlag war stark unterrepräsentiert, ganz vereinzelt wurden über 30 mm erreicht: Grafling 31 und St. Englmar 34 mm, was 30 bzw. 32 % des Mittels heißt; aus der Rolle fiel Metten mit 28,6 mm (41 % und damit Höchstwert der ganzen Region!). Sonst war es überall trockener und gerade im sonst feuchten hinteren Wald gab es  nur 11,5 mm in Haidmühle (10 % der Norm!) und 10,4 mm in Finsterau (ebenfalls nur 10 %). Im oberösterreichischen Kollerschlag (hinter der Grenze von Wegscheid ostwärts) konnten nur 8 mm erreicht werden. Dass damit keine rieseigen Schneehöhen möglich waren, versteht sich von selbst: maximal waren es 40 bis 50 cm (50 cm am 3. in Duschlberg, 43 cm in Philippsreut, 41 in St. Englmar). Aber ab etwa 700 m aufwärts lag an allen Tagen eine geschlossene Schneedecke (z.B. Schöfweg, Zwiesel, Philippsreut, Finsterau, Buchenau; minimal nur 6 Tage in Passau-Maierhof). 

In der Gegend um München war der Februar ebenfalls etwas zu kalt: 0,0°C hatte die Innenstadtstation München/Theresienstr. (DWD/Helene-Weber-Allee – 0,2°) und – 2,2°C waren es in Wielenbach und Oberhaching-Laufzorn (Osterseeon – 2,0°). Recht oft gab es 27 Frosttage (Laufzorn und Großberghofen sogar 28) und bis zu 14 Eistage (in Ebersberg). Die kälteste Nacht auch hier zum 4.: Osterseeon – 14,9 und Puch/FFB – 14,8°C). Am mildesten der 20. mit 15,0° an der Theresienstraße und 14,7° in Garching. Die Sonne gelangte auch in dieser Region ins Plus, aber nicht so deutlich wie im Bayerwald: 66 Stunden am Flughafen und 112 Stunden in Attenkam, nahe des Starnberger Sees. Beim Niederschlag dasselbe defizitäre Bild: 10 mm in Weihenstephan und 11 mm am Flughafen, in Grub sowie in Neufinsing am Kraftwerk. Südlich von München wurden gerade die 30 mm überschritten (Eberfing und Starnberg 31, Egling 33 und Geretsried sowie Otterfing 37 mm und Holzkirchen maximal mit 41 mm). Aber der Schnee hielt sich wacker: meist 20 Tage oder etwas mehr und die Höchstwerte vom 3.2. konnten sich sehen lassen: Andechs 31, Deisenhofen 32, Egling und Laufzorn 35 sowie Holzkirchen und Geretsried je 44 cm. 

Im gesamten Bundesgebiet ist dieses Mal wenig Außerordentliches zu berichten. Nur ganz ähnlich wie im Vorjahr war es in der Osthälfte Deutschlands von  Bayern  bis hinauf zur Ostsee besonders trocken:

Angermünde 3 mm (Rekord 1972 2 mm), Weißenburg 7 (1934 5 mm), Bamberg 6 (1959 5), Erfurt 4 (1972 2), Gera 5 (1972 3), Doberlug-K. 5 (1959 2 mm), Leipzig-Schkeuditz 6 (1972 5), Meiningen 5 (1890 ebenfalls 5), Artern 4 (1982 1 mm).

In Frankfurt/Oder fielen 3,6 mm, damit ähnlich wenig wie in den Rekordjahren 1972 (3,1), 1978 (4,1), 1982 (4,4) und 2003 (4,5 mm). Diese seit 1848 bestehende Reihe wird als Grafik abgedruckt, wobei einzelne Jahre interpoliert werden mussten, von 1945 und 1946 gibt es gar keine Werte:

 

 

 

Der nasseste Februar ereignete sich dort 1893 (88 mm).

In Frankreich waren eine Reihe markanter Witterungsereignisse zu verzeichnen, die unser deutsches „Mittelmaß“ weit übersteigen: der Tramontane (Nordwestwind) blies am 5. am Cap Béar mit der Rekordorkanstärke von 185 km/h. Am 8.2. war dann der bekanntere Mistral an der Reihe, der Avignon Böen bis 137 und Nîmes bis 140 km/h bescherte. Sintflutartige Niederschläge im Departement Haute Corse brachten Ghisoni am 16.2. 222 mm. Und einige sehr schneereiche Episoden in den Pyrenäen steigerten die Monatsniederschlagsmenge in Iraty (1427 m) auf 453 mm.

Falls die Gelegenheit passt, möchte ich in den Witterungsberichten auch kurze Rückblicke auf das Wetter des Jahres 1865 geben, dessen Ereignisse genau 150 Jahre zurück liegen. Jenes Jahr hatte mit ordentlichen Witterungsexzessen aufzuwarten. Im Februar und März 1865 gab es kräftige Winterrückfälle mit viel Schnee. Der Februar war vor allem Richtung Nordosten sehr kalt:
 

Temperaturmittel Februar 1865
Salzwedel
- 5,0°C
Frankfurt/Oder
-5,8
Zittau
-6,0
Marnitz
-6,2

 

Auch einige Tiefstwerte (meist am 14.2.1865) lassen frösteln:
 

Tiefstwerte Februar 1865
Dresden
-23,5°C
Zwickau
-25,6
Chemnitz
-27,5
Grüllenburg
-29,1
Elster
-31,2

 

Die entsprechende Wetterlage (vom 14.2.) zeigt die Wetterkarte des Observatoriums von Paris. Dabei kommt die eingeflossene Polarluft unter den Einfluss eines kräftigen Hochs über der Nordsee:

 

 

 

 

Relativ verbreitet sank an allen Februartagen die Temperatur unter 0 Grad und wieder Richtung Nordosten konnte sich eine beträchtliche Schneedecke entwickeln (Leipzig 17, Freiberg/Sachsen 31 cm). In Basel sind damals am 20. 17,0 mm Niederschlag ausschließlich als Schnee gefallen. 

 

Wolfgang Webersinke, März 2015

Witterungsbericht März 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz 
 

 

Ohne große Vorrede beginne ich gleich mit der Bewölkungstabelle von Daxstein mit folgenden Werten:

 

 

 
Bewölkungs-/Witterungsangaben
 
für Daxstein im März 2015
 
Termin I: 7.30 Uhr
Termin II: 14.30 Uhr
Termin III: 21.30 Uhr
01.03.2015
8²Nebel
8²Nebel,l.Schneefall
8²Nebel,l.Nieseln
02.03.2015
8²Nebel,l.Nieseln
8²nach Gewitter,Reifgraupeln
8²Schneesterne
03.03.2015
8² 
04.03.2015
7¹ 
0
05.03.2015
7² l.Schneefall
8² 
0
06.03.2015
6¹ ¤
8¹ 
8¹ 
07.03.2015
7¹ 
1º ¤
0
08.03.2015
2º ¤
4º¤
0
09.03.2015
6¹ ¤
3¹¤
0
10.03.2015
4¹ ¤
4¹¤
0
11.03.2015
6¹ ¤
6¹ ¤
0
12.03.2015
6¹ ¤
0
13.03.2015
14.03.2015
8²etwas Schnee
15.03.2015
2º ¤
1º ¤
0
16.03.2015
6¹ ¤
6¹ ¤
0
17.03.2015
7º ¤
6º ¤
0
18.03.2015
2º ¤
5¹ ¤
0
19.03.2015
5º ¤
5º ¤
0
20.03.2015
6º ¤
0 ¤
0
21.03.2015
0 ¤
4º ¤
8² etwas Regen
22.03.2015
7¹ 
0
23.03.2015
7º ¤
6º ¤
0
24.03.2015
7¹ 
6¹ 
0
25.03.2015
6¹ ¤
1¹ 
26.03.2015
8²Dunst
8²Dunst
8²Nebel,mäß.Regen
27.03.2015
0
28.03.2015
5¹ ¤
7¹ 
29.03.2015
8²Nebel,l.Regen
8²l.Regen
8²Nebel,mäß.Regen
30.03.2015
8²mäß.Regen
8²starke Reifgraupeln
5¹ 
31.03.2015
8²Nebel,l.Regen
8²nach Regenschauer
7¹ 
Mittel:
6,2 Achtel
6,0 Achtel
2,9 Achtel
5,0
 
 
 
Alpensicht: 
am Beobachtungstermin!
 
 
Hochgestellte 0,1,2: Dichte der Bewölkung
 

 

 

An Zusatzmeldungen wären 11 Tage mit Alpensicht und 6 Nebeltage nachzutragen. Am 2. gab es um 13.40 Uhr ein fünfminütiges Wintergewitter mit Reifgraupeln.

Im Gesamtraum des südlichen Bayerwalds schwankte die Mitteltemperatur zwischen – 1,0° auf dem Großen Arber (Haidmühle 1,3, Waldhäuser 2,3, Kirchberg 2,5°C) und 5,5°C in Hutthurm-Kringell (Metten 5,4, Fürstenzell 5,3 und Kinzesberg 4,9°C). Eistage gab es nur in höheren Lagen (Waldhäuser 1, Gr. Arber 10), Frosttage dagegen überall von 6 (Daxstein) bis 28 in Haidmühle (Gr. Arber 25,Kirchberg 23). Die absoluten Minima lagen recht hoch (- 9,5° am 10. Haidmühle oder – 6,2° am 23. Kirchberg), der wärmste Tag war der 25. mit 18,3° in Metten und 17,9°C in Lalling. Die Sonne schien zwischen 137 Stunden auf dem Gr. Arber und 164 Stunden in Lalling, was überall etwa 125 % Normerfüllung bedeutete. Im überwiegenden Teildes Berichtsgebietes fiel zu wenig Niederschlag, Grafling etwa 79 mm (69 %), Waldhäuser 82 mm (65 %) oder Taiding b. Schöllnach 61 mm (64 %), nur punktuell wurde das Soll überschritten (Schönberg 101 mm=105 % bzw. Neureichenau-Duschlberg 139 mm=105% oder Haidmühle 143 mm=105 %). Am 29.3. gab es dabei den größten 24-stündigen Niederschlag: 61,1 mm in Haidmühle, Finsterau 59 und Kirchberg 53 mm. Die Zahl der Schneedeckentage schwankte je nach Höhenlage zwischen nur 2 Tagen (Kirchberg, Viechtach, Entschenreuth, Grainet) und 31 Tagen auf dem Gr. Arber, wobei die Tallagen (Metten z.B.) gar keine Schneedecke hatten und je nach Abtauen der Schneedecke 19 (Waldhäuser) bis 22 Tage vorkamen (Philippsreut). Beim Sturm am 31. wurden außerhalb der Gipfellagen keine extremen Windstärken registriert (Lalling 91, Waldhäuser 92 km/h, dort am 1.3.1990 137 km/h!).

Im Raum München konnten Mitteltemperaturen von 4,1°C (Laufzorn, 4,2°C in Holzkirchen und Otterfing) und 6,5°C (München/Theresienstr., Wetteramt 6,1°) gemessen werden. Eistage kamen gar nicht mehr vor, bei den Frosttagen war die Schwankungsbreite sehr hoch: 5 Tage an der Theresienstr. (6 an der Helene-Weber-Allee) und bis zu 22 in Laufzorn, Wielenbach und Holzkirchen (21 in Otterfing und Haar). Der wärmste Tag einheitlich der 17. mit 18,7°C an der Theresienstr. (18,6° in Wielenbach und 18,3° in Garching). Die Sonne mit leichten Überstunden schien 126 (Rosenheim) bis 158 Stunden (Wielenbach). Die Niederschlagssumme erreichte bis auf München/Stadt (66 mm=102 %) nirgends die 100-%-Marke (bestenfalls Andechs-Erling 62 mm=98 %) und blieb oft weit darunter (Erdweg 38 mm=62 %, Assling 49 mm=63 % oder Weihenstephan 32 mm=63 %). In München selbst im engeren Innenstadtbereich lag kein Schnee, sonst an bis zu 7 Tagen (Holzkirchen und Attenkam). Zum Sturm am 31. komme ich im folgenden Absatz.

Das Ereignis des Monats war natürlich der Orkan „Niklas“ am Monatsletzten mit Windspitzen, die in manchen Gegenden nicht alle Jahre vorkommen:

 

Zugspitze192 km/h

Brocken162

Fichtelberg156

Hohenpeißenberg155

Feldberg/Schwarzw.151

Gr. Kornberg148

Weinbiet 148

Gr. Arber145

Altenstadt/Schongau140

Spiekeroog140

Stötten137

Hopferau137

München/Dt. Museum137

Zittau132

Bad Pyrmont132

Gütersloh125

München/Stadt120

München/Giesing120

Potsdam120

 

Für München habe ich die Sturmstatistik des März durchforstet und habe herausbekommen, dass der größte Märzsturm der vom 1.3.1990 (Wibke) war: 130 km/h in Riem und 126 km/h am Wetteramt am Bavariaring; ebenfalls 126 km/h brachten dort der 27.3.1966 und der 13.3.1967. Übrigens hatte der Gr. Arber am 1.3.1990 165 km/h und der Hohenpeißenberg 170 km/h.

Zwei Tage zuvor ergaben sich vor allem im südlichen Schwarzwald große 24-stündige Niederschlagsmengen:
 

Ort
29.03.2015
Menzenschwand
95,5 mm
Bernau-Goldbach
87,8
Urach
84,2
Feldberg/Schwarzw.
80,3
Bad Rippoldsau
78,7
Feldbergerhof
76,9
Wolpadingen
71,4
Freudenstadt/Marktplatz
66,0
Freudenstadt/DWD
60,4

 

Im gesamten März wurde an wenigen Stellen vereinzelt in den Alpen mehr als 200 mm Monatsmenge gemessen: 

Obere Firstalm200,7 mm

Winklmoosalm213 mm

 

 

 

Wie schon im Februar nun noch ein Rückblick auf den interessanten März1 8 6 5. Zwar gehört er nicht zu den allerkältesten, aber es ist schon bezeichnend, dass in München die absolute „Höchsttemperatur“ gleich am 1. März 1865 erreicht wurde, mit bescheidenen + 6,4°C – Januar und Februar hatten höhere Maximalwerte gebracht! Den gesamten Temperaturverlauf zeige ich mithilfe der folgenden Grafik:

 

 

 

 

Bis auf den Monatsanfang hatte es jeden Tag Frost, der erste Eistag kam bezeichnenderweise erst am 20.3., dann aber gleich extrem mit einem Höchstwert von nur – 6,9°. Die Nacht zum kalendarischen Frühlingsanfang war dann die kälteste je vorgekommene in München (- 15,5°C), so etwas geht nur über einer frisch gefallenen Schneedecke. Zumindest war dieser so genannte Frühlingsanfang wenigstens streckenweise wolkenlos. Was das Ganze besonders unerträglich gemacht haben muss, war der stürmische Ostwind, der in München praktisch ununterbrochen vom 19.3. bis zum 21.3.morgens geweht hat, und das teilweise bei – 15 Grad zu Frühlingsanfang. Im Osten Deutschlands war es oft noch kälter:

 

Plauen- 21,6°C

Rehefeld- 23,8°C

Leipzig vom 19.-29.3.8 Eistage!

 

Vom 22. an bis Monatsende kam es dann zu sehr intensiven Schneefällen, die am 30. in St. Gallen 34 cm hervorriefen, in Leipzig 46 und in Isny 81 cm; Genf hatte am 11.3. 35 cm.

Die Wetterkarte vom 21.3.1865 kommt wieder vom Pariser Observatoire Impérial unter Urban Le Verrier:

 

 

 

 

Eigentlich ist darauf nur ein kleiner Hochdruckrücken über Mitteleuropa zu sehen zwischen einem nordskandinavischen Tief und einem weiteren über Südwesteuropa. Das letztgenannte zog dann nach Mitteleuropa, wandelte sich zeitweise in einen mitteleuropäischen Kaltlufttrog um, mit Zentren über Frankreich und später über Südosteuropa. Kräftige Schneefälle waren damit nicht zu umgehen. Auch der oben angesprochene Ostwind findet hier seine Erklärung.

Im nächsten Monat kann ich dann davonberichten, wie dieser Märzwinter fast nahtlos in einen Aprilsommer überging.

Wolfgang Webersinke, Daxstein, April 2015

Witterungsbericht April 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz 
 

 

Bedingt durch vielfältige Überlastung wird dieser Bericht nur die wichtigsten Daten dieses Monats verarbeiten.

Der April 2015 war gekennzeichnet von etwas übernormalen Temperaturen bei sonnigem Gesamteindruck und eher trockenen Verhältnissen.

Für Zenting-Daxstein gilt Ähnliches, wobei hier durch drei recht niederschlagsreiche Tage das Monatssoll leicht übererfüllt wurde. Gleich am Monatsersten kam es zu drei Wintergewittern, dies war der Beginn einer schneereichen ersten Dekade. Erst 2001 konnte im April mehr Neuschnee als 2015 gemessen werden! Es gab nur 2 Tage mit Nebel, dafür 7 Tage mit Alpensicht. 

Im Gesamtraum Bayerwald schwankte die Mitteltemperatur zwischen 2,1° auf dem Gr. Arber (4,6° in Haidmühle, 5,8° in Waldhäuser) und 8,7°C in Lalling, Aldersbach, Metten und Fürstenzell (8,6° in Kringell und 8,2° in Kinzesberg). Dies sind Werte, die genau um das 30-jährige Mittel 1981 bis 2010 pendeln (- 0,4 K Aldersbach und + 0,4 K Waldhäuser). Es stellten sich 6 (Daxstein, Metten) bis 25 Frosttage (Haidmühle) ein, der Gr. Arber hatte noch 7 Eistage. Haidmühle hatte am 4. bis – 11,7°C, Metten schaffte am 27. mit 24,9°C fast einen Sommertag. Die Sonne schien deutlich öfter als normal: 181 Std. (Gr. Arber) bis 244 Stunden in Lalling (228 Std. in Aldersbach); in der Regel waren das etwa 112 bis 132 % des Mittels. Der Niederschlag erreichte teils sein Soll nicht (Waldhäuser 41 mm = 57 % oder Viechtach 34 mm = 58 %), teils war es auch zu nass (Waldkirchen 79 mm = 131 % oder Saldenburg-Entschenreuth 74 mm = 121 %). Mehr als 92 mm waren es aber nicht (Duschlberg). Während die Tallagen an der Donau gar keine Schneedecke meldeten (z.B. Metten), waren es weiter oben 9 (Waldhäuser) oder gar 10 solcher Tage (Duschlberg). Maximal wurden am 3. in Finsterau 31, in Philippsreut 35 und in Duschlberg 42 cm gemessen. 

Im Raum München gab es Mitteltemperaturen von 8,2° (Oberhaching-Laufzorn) bis 10,6°C (München/Theresienstr.). Dies war generell etwas zu warm (+ 0,3 K in Wielenbach sowie am Flughafen und + 1,0 K in Holzkirchen). An 3 (Theresienstr.) bis 14 Tagen (Wielenbach) maß man Luftfrost. Am 15. meldete die Theresienstr. 24,9°C als absolutes Maximum. Die Sonnenscheindauer hatte Werte von 232 (Attenkam, Theresienstraße) bis 243 Stunden (Flughafen im Erdinger Moos), was um die 140 % Sollerfüllung bedeutete. Beim Niederschlag erreichte die nördliche Region eher Überschüsse (Erdinger Moos 68 mm = 128 % oder Weihenstephan 59 mm = 123 %), während es Richtung Süden mehrheitlich zu trocken blieb (Haar 51 mm = 71 % oder Holzkirchen 74 mm = 79 %). Genaue Erfüllung des Mittels hatten Isen und Andechs-Erling. Am Monatsbeginn lag an 1 bis 4 Tagen (Holzkirchen) eine geschlossene Schneedecke, die aber nirgends über 6 cm (Andechs) hinauskam. 

Südlich der Alpen verlief der April teilweise sehr trocken, so dass Klagenfurt mit lediglich 6 mm einen der niederschlagsärmsten Aprilmonate seiner Messgeschichte (ab 1813) erlebte. Daher hier die entsprechende Grafik:

 

 

 

 

1825 war es dort einmal völlig niederschlagsfrei.

 

Hier nun noch der kurze Rückblick auf den April 1865, der sich durch lang anhaltenden Hochdruckeinfluss, wenig Niederschläge und Sonnenscheinreichtum auszeichnete. Folgender Temperaturverlauf wurde an der Sternwarte in Bogenhausen bei München registriert:

 

 

 

 

Zuerst war es vor allem nachts noch empfindlich kalt (Tagesrekord von – 9,2°C als Minimum am 2.4.!), dann jedoch stellten sich zunehmend warme Tage ein (11 Tage mit einem Maximum von mehr als 20 Grad!) und der Frühling machte rasche Fortschritte. Am 13.4. gab es abends ein kurzes Gewitter mit 1,4 mm Niederschlag. Am 21.4. wehte ab Nachmittag ein stürmischer Ostwind. Eine Reihe von Tagen waren komplett wolkenlos: 2., 9., 12., 17., 21. bis 24.; 14 Tage hatten heiteren Charakter.

In den günstigeren Lagen war der April jenes Jahres sogar richtig sommerlich: Stuttgart erlebte am 12.4. seinen ersten Sommertag, dem noch 13 weitere (!) folgen sollten. Dagegen brachten die ersten Tage gebietsweise sogar noch strenge Fröste (Rehefeld/Erzgeb – 13,8 und Elster – 15,0°C!). In Wien war der Temperaturverlauf dem von München  ähnlich (1., 3. und 4. noch etwas Morgenfrost, dann warm, am 26. bis 24,6°C), dabei 16 heitere Tage und eine mittlere Bewölkung von 26 %; Gewitter gab es am 16. und 28. Stürmischen Nordwestwind hatte man am 27. morgens. 

Bemerkenswert war europaweit die Trockenheit. Oft maß man weniger als 10 mm:

Clermont                      0,0 mm

Wustrow                       0,4 

Lingen                          0,6

Klosters                       1,0

Chur                             1,5

Dürkheim                      1,5

Trier                             1,6

Marnitz                         1,6

Kassel                         1,6

Eutin                            2,1

München                      2,4

Prag                             4,0

Nantes                         4,3

Metz                            4,3

 

Zum Schluss noch eine charakteristische Wetterkarte mit dem kräftigen mitteleuropäischen Hoch, und zwar vom 17.4.1865:

 

 

 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 16.5.2015

 

Witterungsbericht Mai 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Der dritte Frühlingsmonat 2015 zeigte niederschlagsmäßig ein sehr unterschiedliches Bild: ausgeprägten Trockenzonen in der Mitte mit zum Teil weniger als 10 mm Regen standen Überschussgebiete im Süden und an der Küste gegenüber. Temperaturmäßig war Normalkost angesagt, die Sonne schwächelte.

 

In der Region Bayerwald war es etwas zu kühl gegenüber dem Durchschnitt 1981 bis 2010: -0,2 K in Zwiesel (Tm 11,6°C) und bis zu – 0,6 K in Metten/13,1°C und Entschenreuth/12,6°C. Insgesamt Schwankungen von 6,5° auf dem Gr. Arber (Haidmühle 9,8 und Waldhäuser 10,0°C) und 13,4°C in Lalling (Fürstenzell 13,2°). Haidmühle hatte noch 9 Frosttage (bis zu – 2,2°C am 27./28.), sonst aber in den Tälern nirgendwo. Generell 1 bis 2 Sommertage, dabei am 5. am wärmsten (Lalling 27,7°C). Die Sonne blieb uns Einiges schuldig: 128 (Zwiesel) bis 178 Stunden (Lalling) bedeuten nur 65 (Zwiesel und Grainet) bis 78 % des Solls (Waldhäuser). Beim Niederschlag tritt der feuchte untere Bayerwald deutlich hervor mit bis zu 150 mm in Tittling-Englburg (169 %) oder Kinzesberg 147 mm bzw. Passau-Maierhof 134 mm (184 %). Dagegen gab es Richtung Norden zum Teil Defizite: Gr. Arber 86 mm (77 %), Lam 66 mm (65 %) oder Zwieslerwaldhaus 80 mm (84 %). Die größte Tagesmenge kam am 19.5. aus St. Englmar mit 47,5 mm.

Aus Daxstein wäre noch zu vermelden: 8 Tage mit Alpensicht und 5 Tage mit Nebel. 

Im Großraum München war es  hingegen teils etwas zu warm, aber auch gelegentlich geringfügig zu  kühl: Ebersberg 12,8°C/- 0,3 K; Attenkam 12,6°C/ +0,2 K. Die Grenzwerte der Mitteltemperatur schwankten zwischen 14,4°C in der Münchner Theresienstraße (Stadt 14,2°) und 12,4°C in Otterfing (12,5° in Laufzorn und Holzkirchen). Der 5. und 12. waren oft Sommertage mit maximal 29,3° an der Theresienstraße am 12. Minimal wurden 1,1°C am 28. in Laufzorn gemessen. Bodenfrost war da anzutreffen. Die Sonne erreichte 63 % (Rosenheim: 131 Stunden) bis 73 % (München/Stadt: 152 Stunden), der Flughafen hatte 154 Stunden (71 %). Der Regen fiel reichlich, das Soll wurde generell überschritten und lag im Extremfall bei über 200 %: Geretsried 264 mm (206 %), Eberfing 235 mm (210 %), Egling/Isar 268 mm (211 %) und Obersöchring-Reinthal 287 mm (219 %). Relativ am „trockensten“ Schrobenhausen 92 mm (106 %) und Altomünster 110 mm (116 %). Den größten Tagesniederschlag hatte Egling am 19. mit 47,0 mm, dicht darauf Holzkirchen am selben Tag 43,8 mm. 

 

In krassem Gegensatz dazu stehen die Trockenzonen im mittleren Deutschland, z.B. das Rhein-Main-Gebiet oder Erfurt, wo gerade 10 mm Regen fielen, was sogar den trockensten Mai seit Messbeginn darstellt. Deshalb hier die entsprechende Grafik:

 

 

 

Interessanterweise gab es vor zwei Jahren den nassesten Mai der Beobachtungsgeschichte und nun den trockensten. Auch in Geisenheim/Rheingau war es ausnehmend trocken (8 mm), was aber dort kein Mairekord ist, sind doch 1936 nur 2 mm gemessen worden.

In Südfrankreich gab es ebenfalls eine Reihe von Orten, die nur ganz wenig Regen erhielten:

 

Aubenas                                  4 mm

St-Raphaël-Fréjus                     3,8

Nîmes-Courbessac                    3,4

Le Luc/en Provence                   3,2

Montpellier                               2,4

Salon-de-Provence                    1,4

Marignane                                1,0

Toulon                                      1,0

 

Beginnend mit dem Abend des 30.4. und endend am 6. Mai kamen im Gebiet der Region Rhône-Alpes in Frankreich und im Schweizerischen Unterwallis, Waadtländer Alpen und dem angrenzenden Berner Oberland besonders langanhaltende und intensive Niederschläge in Gang und lieferten sehr hohe Regenmengen:

 

Am 1.   Albertville/Savoie                       88,9 mm

            St-Pierre-les-Egaux (38) 91,3

            Le Pléney (47),                         137,7

            hier bis 5.5. insgesamt              303,7 mm

 

Im Schweizerischen Bex (unteres Rhônetal) wurde innert drei Tagen (1. bis 3.5.2015) 101 mm gemessen, nur 1910 im Januar (107 mm) und im Juli 1871 (121 mm) wurde noch mehr totalisiert. In Château d’Oex waren es 138 mm, mehr nur 1955 im Januar (146 mm) und im Januar 1910 (207 mm). 

Die schlimmen Tornados vom 5.5. in Deutschland (Gegend um Bützow in Mecklenburg-Vorpommern) und dann am 13.5. (Bayrisch Schwaben um Affing und Stettenhofen) wurden in den Medien ausführlich behandelt. Übrigens hat auch Daxstein schon einmal einen Tornado gehabt, und zwar am 27.6.1890. Dieses Phänomen wird auch in meinem Bericht über das Klima von Daxstein zu finden sein, der in der Broschüre zur 300-Jahrfeier unseres Ortes erscheint.

 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juni 2015


 

 

 

Witterungsbericht Juni 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Die meteorologisch-klimatologische Rundschau beginnt wie stets im Bayerwald, wo es bei zu warmen Temperaturverhältnissen teils zu trocken, teils aber auch zu feucht war; beim Sonnenschein lagen ebenfalls Überschüsse und Defizite recht nahe beieinander. 

In Zenting-Daxstein lagen die Temperaturen bis zum 14. fast durchweg über den langjährigen Mittelwerten (maximal + 8,7 K am 6.6.), dann mehrheitlich darunter (- 6,2 K am 20.6.). Niederschläge gab es reichlich, am 27.6. reichte es beim abendlichen Gewitter 7 Minuten lang für leichten und nicht schädlichen Hagel; aber schon wenige hundert Meter weiter nördlich am Platzl war der Hagel so stark, dass die Staatsstraße nach Schöfweg hagelbedeckt und für kurze Zeit glatt war.  Am 22. frischte der Wind über Mittag stürmisch auf und riss einige Äste von den Bäumen. Nebel und Alpensicht traten nur an je einem Tag auf. 

Die Monatsmitteltemperaturen lagen überall höher als im Mittel 1981 bis 2010, die Spanne reichte von + 0,5 K (Entschenreuth 16,3°) bis zu 1,3 K (Fürstenzell bei 17,4°C; Waldhäuser 14,0° und Metten mit 17,4°C jeweils + 1,1 K). Am wärmsten war Lalling mit 17,7°C, am kältesten natürlich der Gr. Arber  mit 10,6°C. Die Sonnenscheindauer hatte Werte von 154 (Gr. Arber) bis 239 Stunden (Lalling). Prozentual am wenigsten meldete der Gr. Arber (88 %), Zwiesel bei 172,5 Std. auch nur 91 %, dagegen Waldhäuser 202 Stunden (112 %) und Fürstenzell 234 Stunden (108 %). Z. T.  in den Gebieten des hinteren Bayerischen Waldes, aber auch andernorts war es des Öfteren zu feucht: Entschenreuth 141 mm (144 %), Schöfweg 143 mm (133 %), Schönberg 126 mm (128 %) oder Schorndorf-Knöbling 99 mm (123 %). Tendenziell etwas häufiger blieb es zu trocken: Untergriesbach-Glotzing 63 mm (62 %), Wegscheid 64 mm (62 %), Metten 63 mm (71 %); am wenigsten in Weiding/Kreis Cham mit 62 mm (75 %). An zwei Tagen fielen bedeutende Niederschlagsmengen: einmal am 8. (Kirchberg-Zell 42,6 und Teisnach 44,8 mm) und am 14.6. (Schöfweg 39,0 und Daxstein 37,1 mm). 

Betrachtet man den Großraum um München, so sind recht ähnliche Verhältnisse anzutreffen: zu warm, sonnenscheinnormal, aber meist zu feucht. Die Mitteltemperaturen schwankten zwischen 18,3°C (München/Theresienstraße; Helene-Weber-Allee 18,1°C) und 16,3°C am Gut Laufzorn (16,5° jeweils in Osterseeon und Attenkam). Die Abweichungen betrugen minimal 0,8 K (Ebersberg), maximal 1,3 K (Attenkam). Die Sonne schaffte 206 (Theresienstraße) bis 218 Stunden (Wetteramt), was 98 % bedeutete (Weihenstephan), aber auch bis zu 104 % (Wetteramt). Etwas häufiger war es nördlich und östlich von München zu trocken: Isen 67 mm (60 %), Schrobenhausen 67 mm (74 %) oder Attenkam 108 mm (77 %). Mehrheitlich aber fiel zu viel Niederschlag: Oberschleißheim 154,5 mm (149 %), Eberfing 205,5 mm (147 %) oder Krailling 166 bzw. München-Kirchtrudering 152 mm, was jeweils 132 % Normerfüllung bedeutet. An drei Tagen regnete es am meisten: am 7. Oberpframmern 53,1 und Forstinning 45,2 mm, dann am 13. (Oberschleißheim 33,4 mm) und schließlich am 14. (Neufinsing 87,8 mm, Eberfing 54,5 und Obersöchering 52,2 mm). Die im Nachbarort von Markt Schwaben gemessenen 87,8 mm vom 14. auf den 15.6. hatten dort nur eine Bachüberschwemmung zur Folge, die keine größeren Schäden anrichtete, obwohl in kürzester Zeit enorme Regenmengen vom Himmel kamen: in 5 Minuten von 0.20 bis 0.25 Uhr am 15.6. fielen allein 14,0 mm, in der Viertelstunde von 0.15 bis 0.30 Uhr ganze 34,2 mm!

Nur einmal gab es in Finsing noch mehr Regen im Juni: am 17.6.1979 meldete die dortige Regenmessstelle 90,4 mm, allerdings bei einer Vb-artigen Dauerregenlage.

 

Die besonderen Einzelereignisse liste ich diesmal auf und füge kurz Zusatzinfos bei:

12.6.     Bei einem Gewitter fallen in Geisenheim/Rheingau 53,2 mm, das ist nur knapp weniger als beim höchsten 24-stündigen Juniniederschlag vom 15.6.1968 (54,9 mm) – Reihe ab 1884.

13.6.     Tornado in Rathenow neben einer weiteren Tornadosichtung ohne größere Schäden.

14.6.     Von Oberbayern bis ins südliche Baden-Württemberg große Niederschlagsmengen (z.B. Schlammkatastrophe in Teilen Oberstdorfs: Sprungschanze 105,1 mm in kurzer Zeit; Bernau  92, Überlingen 83, Friedrichshafen 82 mm; Klippeneck 63,7 mm: alter Rekord vom 25.6.1953, 55,5 mm, gebrochen – Reihe ab 1927; Konstanz 62,9 mm: alter Rekord vom 23.6.1975, 59,2 mm, gebrochen – Reihe ab 1943).

Auch in der Schweiz regnete es örtlich sehr viel: An der Station Güttingen (Kanton Thurgau) wurden verschiedene Niederschlagsrekorde seit Beginn der automatischen Messung im Jahr 1981 gebrochen: Innert zehn Minuten fielen 20.8 mm, innert einer Stunde 54.7 mm und innert 24 Stunden 109 mm Regen.

 

30.6.     Im südlichen Frankreich werden bei den Höchsttemperaturen viele Junirekorde gebrochen: Archachon 40,7, Cazaux 40,2°C (alt: 40,0°), Cap Ferret 39,4, Biscarrosse 39,1, Brive 38,7, Dax 38,5, Bordeaux 38,3, Limoges 38,1 und Royan 37,7°C. Météo France meldete, dass seit 2000 bis auf 2001 und 2013 alle Junimonate zu warm ausgefallen sind. Paris-Montsouris hat 2015 den Sonnenscheinrekord von 1976 genau egalisiert: 304 Stunden. Im Stadtgebiet von Paris sind im gesamten Juni nur 4 bis 7 mm Niederschlag gefallen, was einen der trockensten Junimonate seit Beginn der Niederschlagsmessungen in dieser Metropole darstellt (Beobachtungsbeginn immerhin 1770 am Observatoire royale). Noch weniger wurde registriert: 1976 völlig trocken (!), 1921 1mm, 1870 2 mm und 1810 3 mm. 

In Deutschland wurden in Lübeck nur ganze 15 mm gemessen. Das liegt aber noch deutlich unter dem absoluten Minimum von 1 mm im Jahr 1868.

Auch in Teilen Österreichs war große Trockenheit spürbar: Vom Waldviertel über das Weinviertel bis in die Südoststeiermark fiel nur ein Viertel bis die Hälfte des normalen Niederschlags. In Poysdorf/NÖ etwa sind seit Jahresbeginn nur 150 mm gefallen!

 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, Juli 2015


 

 

 

Witterungsbericht Juli 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Wie schon Anfang des Monats zu erwarten entwickelte sich der Juli 2015 vor allem im Süden Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz zu einem wahren Hitzemonat mit wenig Niederschlag und viel Sonnenschein.

Im Bayerwald, speziell in Zenting-Daxstein (731 m) wurde es der viertwärmste Juli seit 1891, nach denen von 1983, 1994 (Rekord: 20,5°C) und 2006. Gleiches gilt auch für Waldhäuser (940 m, Tm 17,6°C). Die Tagesmitteltemperaturen lagen an 22 Tagen teilweise deutlich über den langjährigen Mittelwerten (am 7.7. + 8,8 K, am 22. + 8,9 K), nur an 9 Tagen darunter (minimal – 5,3 K am 30.). Die kühle Periode am Monatsende verhinderte, dass ein Rekord erreicht werden konnte. Allein an 5 Tagen blieb das Minimum über 20 Grad: am 4., 5., 6., 17. und 22. (hier 22,2°C!). Da alle gewittrigen Niederschläge schwach blieben, ergab sich ein sehr trockener Juli: 38,5 mm stehen in der ab 1876 bestehenden Reihe an dritter Stelle, nach 1983 (9 mm) und 1921 (36 mm). Nebel und Alpensicht kamen nicht vor. 

Im Großraum Bayerischer Wald bewegten sich die Mitteltemperaturen zwischen 21,4°C in Lalling (21,3° in Fürstenzell und 21,2° in Kringell) und 14,5°C auf dem Gr. Arber (Haidmühle 17,0°C). Die Abweichungen lagen meist um die 3 K (2,6 K in Zwiesel und 3,2 K in Fürstenzell). Das absolute Maximum hatten am 22. Lalling mit 36,3°C und Metten sogar 36,7°C (bei 21 Sommertagen und 13 heißen Tagen). Am kühlsten der 10.7. (Zwiesel 4,0 und Kirchberg 3,7°C) bzw. der 11.7. (Haidmühle 0,5°C). Die Sonne erfüllte ihr Soll zu etwa 120 Prozent (Gr. Arber nur 219 Stunden) mit maximal 319 Stunden in Lalling. Beim Niederschlag gab es nur Defizite, meist fielen 30 bis 60 mm (z.B. Regen 40 mm, Waldkirchen 54 mm), gelegentlich weniger (Stallwang 23 mm=24 % oder Wiesenfelden 27 mm=26 %), punktuell auch mehr: Schaibing 65 mm=51 %, St. Englmar 69 mm=50 % und Waldhäuser 77 mm=54 %.

Im oberbayerischen Raum um München herrschten ähnliche Verhältnisse: Mitteltemperaturen von 20,2°C (Laufzorn; Osterseeon 20,4°) bis 23,0°C (Theresienstraße; Ramersdorf 22,7°; DWD: 22,6°) bedeuten in etwa 3 K Abweichung (Flughafen und Laufzorn + 2,7 K und bis zu 3,4 K in Holzkirchen). Auch hier waren die Julimonate 1983, 1994 und 2006 noch etwas wärmer. Am heißesten der 5.7. mit 37,3°C an der Theresienstraße (DWD 36,9°) bzw. der 7.7 (Haar 37,6°C), am kühlsten der 10. (Eichenried 6,8°C) oder der 30. (Flughafen 6,3°C). Man zählte bis zu 24 Sommertage (Theresienstr.; Flughafen 22) und bis zu 16 heiße Tage (wieder Theresienstr.; Haar und DWD je 13). In der Innenstadt von München sank die Temperatur an 8 Tagen nicht unter 20 Grad und 5 Tage brachten Maxima von mehr als 35 Grad! 5 Tage brachen auch die alten Höchsttemperaturrekorde, die seit 1781 gemessen werden. Die Sonne schien 289 bis 299 Stunden (DWD Helene-Weber-Allee), was ungefähr ein Viertel mehr als normal bedeutet. Beim Niederschlag konnte bestenfalls knapp die Hälfte des Durchschnittwerts registriert werden (Harthof 60 mm=49 %). Im Einzelnen wurden nur 21 mm erreicht (Schrobenhausen (21 %) und Geisenfeld (24 %); Erdweg 22 mm (21 %) und Flughafen 22 (20 %)). Im Schnitt lag die Sollerfüllung bei 25 bis 40 %. Maximal waren es 78 mm (Obersöchering, 44 % bzw. 65 mm in Holzkirchen, 39 %). Mehr als 24 mm an einem Tag gab es nicht (Holzkirchen am 19.7.). 

In Deutschland brachte der heurige Juli an nicht wenigen Orten das absolute Julimaximum der Temperatur; die folgende Übersicht zeigt die deutlich, wobei aber eine erschöpfende Liste nicht angestrebt ist:


 

Rekorde der Julimaximumtemperatur
in Deutschland
Ort
Wert (°C)
Tag
Braunschweig
36,8
4. Juli
Lingen
36,4
2. Juli
(zusammen mit dem 23.7.1911)
 
Norderney
34,1
2. Juli
Bremen
36,8
4. Juli
Marnitz
36,8
4. Juli
Schwerin
36,0
4. Juli
Berlin-Dahlem
37,9
4. Juli
Essen
36,1
2. Juli
Greven
37,3
4. Juli
Frankfurt a.M./Flughafen
38,8
5. Juli
Geisenheim
38,0
4. Juli
Gießen
38,1
4., 5. Juli
Wasserkuppe
31,5
5. Juli
Brocken
27,8
4. Juli
Gardelegen
38,8
4. Juli
Magdeburg
38,1
4. Juli
(zusammen mit dem 20.7.2006)
 
Bad Kissingen
38,5
5. Juli
Oberstdorf
35,6
7. Juli
Würzburg
38,6
5. Juli

 

Selbstverständlich ist mir bewusst, dass die Änderungen in den Aufstellungen der Thermometer und der Messverfahren hier keine 100%ige Genauigkeit zulassen.

Nichtsdestotrotz wurde am 5. Juli 2015 in Kitzingen der neue DWD-Maximumrekord der Temperatur erreicht: 40,3°C – aber darüber hat die Presse ausführlich berichtet.

Bei den Monatsmitteltemperaturen hat es in Deutschland zu keinen „Grenzüberschreitungen“ gereicht, nur die Zugspitze egalisierte ihren Rekord von 6,5°C aufs Zehntel genau.

Regensburg mit seiner langen Niederschlagsreihe (ab 1781, mit einer Lücke von 1792 bis 1799) konnte mit 9 mm den trockensten Juli seiner Beobachtungsgeschichte vermelden:

 

 

 

 

Der alte Minimalstand lag bei 10 mm im Juli 1904 (1954 gab es mit 216 mm den nassesten Juli).
An einer Reihe von Tagen meldeten verschiedene Stationen extrem große 24-stündige Regenmengen, die hier kurz zusammengestellt worden sind:


 

Große 24-stündige Regenmengen in mm
Ort
Höhe
Tag
Demker/Kr. Stendal
119,9
4. Juli
Dornum
53,6
12. Juli
Sonneberg-Oberlind
70,0
22. Juli
Merklingen
68,9
22. Juli
Lützen-Poserna
68,5
22. Juli
Bad Urach
66,4
22. Juli
Oberndorf-Astaig
64,5
22. Juli
Hermsdorf
63,7
22. Juli
Katzhütte
60,0
22. Juli
Villingen-Schwenningen
51,5
24. Juli
Krempel/Sachsen-Anhalt
51,2
24. Juli
Brunsbüttel
65,0
25. Juli
Bordelum
57,1
25. Juli
Papenburg
115,2
27. Juli
Bad Zwischenahn
67,3
27. Juli
Dollart-Kanalpolder
50,9
27. Juli

 

 

Bei Ausweitung des Raumes hin auf Österreich und die Schweiz zeigt sich, dass dort mehrfach der wärmste Juli aller (Beobachtungs-)Zeiten vorgekommen ist: 
 

Rekord-Mitteltemperatur Juli 2015 (°C)
Ort
Wert
Beob.beginn
Samedan
15,4
1864
Segl-Maria
14,8
1864
Grand St-Bernard
11,9
1818
Sion
24,0
1864
Bern
22,0
1864
Genève
24,2
1753
Neuchâtel
23,6
1864
Engelberg
18,7
1864
Jungfraujoch/Sphinx
3,5
1933
Meiringen
21,1
1889
Locarno-Monti
25,8
1882
Lugano
25,8
1864
 
 
 
Wien/Hohe Warte
24,1
1775
Klagenfurt
22,6
1813
Innsbruck/Uni
22,6
1777
Linz/Stadt
23,3
1796

 

An Grafiken werden angeboten: Genève, Wien/Hohe Warte und Klagenfurt:

 

 

 

 

 

 

In Kremsmünster wurden heuer im Juli (ab 1767) 22,5°C gemessen, genauso viel wie 1994, allerdings gab es dort 1772 mit 23,4°C auch schon eine noch höhere Mitteltemperatur. Wien/Innere Stadt hatte sogar 25,3°C und die wärmste je registrierte Julinacht (25,5°C). Innsbruck/Universität erreichte am 7.7. 38,2°C – ebenfalls die höchste Julitemperatur seit mindestens 1777. Auch Genf brach alle Rekorde (seit 1753): 39,7°C ebenfalls am 7.7.2015. Auf dem Jungfraujoch stieg die Temperatur bis auf 13,6°C. Lugano hatte an 23 Julitagen ein Maximum von 30° und mehr.
In Frankreich stöhnten vor allem die alpinen Gegenden unter der großen Hitze: Bourg-St-Maurice erlebte ein mittleres Maximum von 31°C (an 21 Tagen mindestens 30° als Maximum, davon 7mal mindestens 35° und mehr (7.7 37,5°); in Chamonix auf 1042 m Höhe mittl. Maximum von 29,1°C, 30° und mehr an 18 Tagen, davon an 2 Tagen sogar 35° und mehr (7.7. 35,7°C)). In Chamonix, Embrun, Saint-Auban, Bourg-Saint-Maurice, Val d'Isère und Barcelonnette maß man den heißesten Monat der gesamten Messperiode! 

In einigen Bereichen war es auch sehr trocken: In Nizza fiel gar kein Regen (das kommt dort aber ab und zu immer mal wieder vor), in Troyes 5,4, in Châtillon-sur-Seine 8,6 und in Limoges 12,2 mm.

Die Sonne war überall recht fleißig am Scheinen, aus Genf vermeldete MeteoSchweiz einen Rekord (332 Stunden), da aber dieser Parameter mittlerweile derartig oft und unterschiedlich homogenisiert wurde, vermag ich dieses Urteil nicht zu bestätigen (aus meinen Unterlagen der Originalveröffentlichungen geht hervor, dass es im Juli 1911 in Genf 388 Sonnenstunden gegeben hatte). Man vergleiche die kuriosen Mess- und Homogenisierungsverfahren von MeteoSchweiz:

http://www.sturmforum.ch/viewtopic.php?f=3&t=8997&sid=184e7bfc8964658d11c716ce6040d5c9

http://www.sturmforum.ch/viewtopic.php?f=3&t=8997&start=10

http://www.sturmforum.ch/viewtopic.php?f=3&t=8997&start=20

(abgerufen am 16.8.2015 gegen 13.30 Uhr; alle MeteoSchweiz betreffenden Links sind übrigens nicht mehr auffindbar – warum wohl?)

 

 
Wolfgang Webersinke, Daxstein, August 2015

 

 

 

Witterungsbericht August 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Aus Zeitmangel anstelle des Witterungsberichtes das

Das Daxsteiner Klima

 

Bedingt durch den Tod meines Vaters kann ich diesmal keine aktuellen Berichte für den MWB liefern. Als „Ersatz“ dient der in der Daxsteiner Festschrift zum 300-jährigen Bestehen unseres Dorfes von mir verfasste nachfolgende Artikel zum Daxsteiner Klima:
So klein Daxstein auch sein mag, so lassen sich doch eine Menge an Klimaeigenschaften dieses Dorfes sehr exakt bestimmen. Zum einen, weil durch mich initiiert, die Familie seit dem Herbst 1984 lückenlos das Wetter an diesem Ort beobachtet hat, zum anderen, weil sich durch ähnlich hoch liegende Klimastationen der Umgegend aus der Vergangenheit die Verhältnisse recht genau bestimmen bzw. errechnen lassen. Da gab es zum einen von 1891 bis 1932 Beobachtungen in Lindberg-Buchenau (750 m), dann von 1895 bis 1975 auf der Rusel bzw. am damaligen Sanatorium in Hausstein (800 bzw. 650 m), schließlich in Freyung bzw. Grainet-Rehberg ab 1957 (655 m) sowie im benachbarten Oberösterreich in Kollerschlag ab 1887 (jenseits der bayerischen Grenze gegenüber von Wegscheid nahezu lückenlos bis heute, auf 725 m); nicht zu vergessen die hervorragenden Beobachtungen in Saldenburg-Entschenreuth seit Herbst 1985 (456 m). 

Damit kann unsere Reise in die Klimavergangenheit von Daxstein beginnen. Bedingt durch die Hanglage gestalten sich die Temperaturverhältnisse deutlich milder als in vergleichbaren Tallagen. Die üblichen 30-jährigen Mittelwerte von 1981 bis 2010 zeigen folgende Zahlen (zum Vergleich die Talstation in Entschenreuth):
 
 

Die Beobachtungen waren mir entweder durch Einsichtnahme beim Deutschen Wetterdienst, Niederlassung München oder durch Veröffentlichungen (Deutsches Meteorologisches Jahrbuch, Monatlicher Witterungsbericht des DWD) bekannt. Seit dem 1.7.2014 sind alle Daten des DWD im Internet frei zugänglich (https://kunden.dwd.de/weste/xl_login.jsp)

 

 
 

Mitteltemperatur (Grad Celsius) im Zeitraum 1981 bis 2010
Ort
Höhe
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
Jahr
Daxstein
731
- 2,0
- 0,8
2,4
7,4
12,1
14,5
16,5
16,2
12,3
8,0
2,4
- 0,9
7,3°C
Entschenreuth
456
- 2,3
- 0,8
2,9
8,0
13,2
15,8
17,6
17,0
12,6
8,1
2,6
- 1,2
7,8°C
Differenz Daxstein-Entschenreuth
0,3
0,0
- 0,5
- 0,6
- 1,1
- 1,3
- 1,1
- 0,8
- 0,3
- 0,1
- 0,2
0,3
- 0,5

 

Auf den ersten Blick sieht man, wie gering die Unterschiede zur Talstation von Entschenreuth (vor allem im Herbst und Winter) sind, ja Dezember und Januar sind sogar am Hang (275 m höher) etwas wärmer als im Tal – der Februar ist gleich temperiert. Das liegt an der in der kälteren Jahreszeit häufigeren Temperaturumkehr, bei der es im Tal zum Teil deutlich kälter als auf den Bergen ist. Ein Musterbeispiel für eine solche Lage findet man am 31.1.1987, als es in Entschenreuth ein Minimum von – 25,1° gab, in Daxstein aber nur minimal – 12,4° hatte (Unterschied 12,7K) oder noch krasser am 2.2.1987, wo die entsprechenden Werte – 22,7 und – 6,8°C lauteten (Unterschied 15,9 K!); am Hang war es also zeitweise 16 Grad wärmer als im Tal! Im Sommerhalbjahr dagegen kommt das kaum vor, vielmehr herrscht Konvektion vor, d.h. die übliche Abkühlung mit der Höhe ist nur wenig gestört, daher ist im Juni Daxstein 1,3 Kelvin kühler als Entschenreuth. 
Die viel zitierte Klimaerwärmung ist auch bei uns voll im Gang, wie die Gegenüberstellung mit früheren Mittelwertszeiträumen beweist:

 

 
 

 

Mitteltemperatur (Grad Celsius) Daxstein in früheren Zeiträumen

 

 

Daxstein 1891 bis 1920
- 3,3
- 1,9
1,5
5,4
10,7
13,7
15,2
14,4
11,3
6,7
1,2
- 1,7
6,1°C
Daxstein 1921 bis 1950
- 2,9
- 1,7
2,1
6,2
11,4
13,9
15,9
15,4
12,5
7,4
2,3
- 1,8
6,7
Daxstein 1951 bis 1980
- 2,8
- 1,6
1,7
6,0
10,6
14,0
15,3
14,9
12,0
7,5
2,0
- 1,5
6,5

 

Während 1981 bis 2010 die mittlere Temperatur 7,3°C beträgt, hatte es im Zeitraum 1891 bis 1920 nur 6,1°C! Für 1921 bis 1950 wird eine leichte Erwärmung auf 6,7°C sichtbar, die in der nachfolgenden Periode 1951 bis 1980 wieder teilweise rückgängig gemacht wird (6,5°C). Im Vergleich zum neuesten Zeitraum ist aber überdeutlich, dass fast alle Monate (mit Ausnahme des September) einen merklichen Sprung nach oben getan haben (maximal April und August!). 


 
 

Jetzt soll die gesamte Temperaturreihe von Daxstein gezeigt werden (ab 1891):

 

 


 
 

 

2014 war in Deutschland das wärmste Jahr der Klima-Geschichte genauso wie in Daxstein (der alte Rekordhalter war 1934 mit 8,7°). Am kältesten war es 1940 mit nur 5,1°C. Das gesamte 124-jährige Mittel der Temperatur beläuft sich auf 6,7°C. Welche Monate besonders warm oder besonders kalt waren, zeigt die folgende Übersicht:

 

 

 

Wärmste und kälteste Monate seit 1891 in Daxstein
wärmster
Jahr
kältester
Jahr
Januar
1,8°C
2014
-9,5°C
1942
Februar
3,4
1966
-11,0
1956
März
7,0
2014
-2,6
1944,1958,1987
April
12,0
2009
1,9
1917
Mai
14,8
1931
6,3
1902
Juni
18,1
2003
9,6
1923
Juli
20,5
1994
12,6
1919
August
20,4
2003
12,2
1912
September
17,1
1947
6,9
1912
Oktober
11,2
2001
1,4
1905
November
6,0
2014
-1,4
1908
Dezember
3,9
1934
-6,3
1899
 
Jahr
9,2
2014
5,1
1940

 

Allein sieben Wärme-Monatsrekorde sind in den vergangenen 15 Jahren aufgestellt worden (davon drei 2014!), der letzte Rekord, der mit Kälte zu tun hat, war 1987! Im eiskalten Februar 1956 wurde auch das absolute Minimum der Temperatur erreicht (knapp – 26°C), am heißesten war der 27. Juli 1983 mit 34°C. 
Eine weitere Besonderheit von Daxstein liegt in seinem Niederschlagsreichtum. Nur wenige Orte im Bayerwald weisen eine höhere Niederschlagsmenge auf. Die Tabelle mit den Mittelwerten zeigt dies eindrucksvoll (der Niederschlag wird in mm bzw. l/qm gemessen respektive ausgedrückt):

 

 

Mittlere Niederschlagsmengen (mm) im Zeitraum 1981 bis 2010
Ort
Höhe
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
Jahr
Daxstein
731
137
118
133
83
111
116
145
119
103
95
119
144
1421
Schöfweg
755
104
86
107
60
91
108
126
105
85
79
84
108
1144
Lalling
353
116
92
104
61
88
95
113
104
87
79
92
125
1156
Entschenreuth
456
98
97
112
61
92
98
116
104
82
80
94
121
1154
Schönberg
547
109
89
96
58
83
98
114
96
81
76
86
114
1100
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Daxstein % von Schöfweg
132
137
124
138
122
107
115
113
121
120
142
133
124%

 

Die umliegenden Orte haben relativ einheitlich 1100 bis 1160 mm Niederschlag, Daxstein bringt es dagegen auf 1421 mm, was im Vergleich zum Nachbarort Schöfweg prozentual ein Viertel mehr ist. Woher kommt das? Daxstein liegt quasi in einem vom Relief geformten Trichter, der nach Süden hin offen ist, was die Regenwolken aufhält bzw. besser ausregnen lässt als an Stationen, die völlig frei und eben liegen. Der im Westen aufragende Brotjacklriegel trägt seinen Teil ebenso bei, weil er die von dort kommenden Wolken abbremst und zum Abregnen zwingt. Im Sommer ist dieser Effekt wesentlich kleiner, weil die Wolkenbasis viel höher ist als im Winter. Generell ist der April der trockenste Monat des Jahres, die nassesten sind entweder der Juli oder der Dezember (das ändert sich auch je nach Beobachtungsperiode). Prinzipiell aber lässt sich sagen, dass es in unserem Gebiet noch kaum je zu einer wirklichen Dürre gekommen ist, da das Niederschlagsangebot in der Regel ausreicht; so sprudeln die Trinkwasserquellen am Brotjacklriegel praktisch immer reichlich. Trockenjahre bringen weniger als 1000 mm Jahresniederschlag, was bislang 6-mal vorkam, zuletzt 2003. Im Einzelnen weichen die Jahre in beide Richtungen deutlich vom Mittel ab, wie die Jahresgrafik der Niederschläge seit 1876 zeigt:

 

 


 
 

 

Auch hier ist es interessant zu sehen, welche Schwankungsbreite die einzelnen Monate aufzuweisen haben. Nur einmal fiel überhaupt keinerlei Niederschlag (Oktober 1908), aber viele werden sich vielleicht noch an den überaus sonnigen November 2011 erinnern, der schließlich 2,5 mm zustande brachte.

 

 

 

Nasseste und trockenste Monate seit 1876 in Daxstein 
nassester
Jahr
trockenster
Jahr
Januar
421
1976
3
1887
Februar
324
1948
12
1890
März
394
1988
12
1921
April
296
1935
1
1893
Mai
266
1932
12
1947
Juni
336
1936
24
1930
Juli
387
1926
9
1983
August
315
2002
22
1935
September
282
1984
5
1959
Oktober
321
1970
.
1908
November
305
2007
2
1920
Dezember
385
1880
3
1890
 
Jahr
1913 mm
1892
794 mm
1953


 
 

 

An einzelnen Tagen kommen dabei in 24 Stunden enorme Niederschlagsmengen zusammen, beispielsweise am 30.3.2000 103,7 mm (durchweg als Schnee!); die allergrößte 24-stündige Summe brachte der 30.11.1939 (157,8 mm). Praktisch in jedem Jahr hat man an einem Tag mit mindestens 50 mm zu rechnen. 
Weithin bekannt aber ist Daxstein für seinen Schneereichtum, der seinen Grund in den reichlichen Winterniederschlägen hat. Schneefälle gibt es in allen Monaten außer im Juli und August. Im Extremfall hat es letzte Schneeflocken noch zur Sommersonnenwende gegeben und schon Mitte September hat es ausnahmsweise einmal geschneit:

 

 

 

 

Späte Schneefälle in Daxstein
22. Mai 1955 und 1987
23. Mai 1902 und 2004
24. Mai 1991
26. Mai 2013
1. Juni 1962
4. Juni 2001/Pfingstmontag
6. Juni 1936
17. Juni 1928
22. Juni 1921


 

Frühe Schneefälle in Daxstein
14. September 1906
20. September 1897
23. September 1931
24. September 2002
26. September 1912
28. September 1936
29. September 1954

 

 

 

Im Normalfall bildet sich im November eine erste Schneedecke, die aber oft noch einmal verschwindet. Spätestens ab Mitte Dezember bleibt sie aber beständig und löst sich erst im März wieder auf. Einzelne kurze Schneeperioden folgen dann noch, im Mai werden Schneedeckentage schon sehr selten. Im 30-jährigen Mittel gibt es 118 Tage mit Schneedecke:

 

 
 

Tage mit geschlossener Schneedecke in Daxstein
 
 
I
II
III
IV
V
IX
X
XI
XII
Jahr
 
Zeitraum 1981 bis 2010
27,9
26,8
22,7
6,0
0,2
.
0,6
9,7
23,6
117,5
 
Maximal 1884 bis 2014
31
29
31
30
6
1
12
30
31
174
 
Minimal 1884 bis 2014
10
6
.
.
.
.
.
.
3
27
 

 

Die Jahresgrafik der Schneedeckentage sieht wie folgt aus:

 

 

Das schneedeckenreichste Jahr war 1905 mit 174 Tagen, das bei weitem schneeärmste war 2014 (nur 27 Tage). Der Winter 2013/14 war wohl der einzige der letzten 125 Jahre, in dem man in der Höhenlage von Daxstein vernünftigerweise keinen Wintersport betreiben konnte. Die Schneedeckengrafik sieht sehr kümmerlich aus:

 

 


 
 

 

Ganz im Gegensatz dazu hatten wir 2005/06 einen Jahrhundertwinter, was die Länge (156 Tage ununterbrochene Dauer) und die Höhe der Schneedecke anbelangte. Daher auch diese Grafik:

 


 
 

 

Wenn man jeden Morgen die Neuschneehöhe des vergangenen Tages misst und dies für den Monat aufsummiert, erhält man im Jahresverlauf die gemittelte Neuschneesumme, die für Daxstein in der Periode 1985 bis 2014 genau 300 cm beträgt:


 

Neuschneesummen in cm
Zeitraum: 1985 bis 2014
Januar
65,3
Februar
73,3
März
49,4
April
9,6
Mai
0,6
Juni
.
Juli
.
August
.
September
.
Oktober
1,8
November
32,3
Dezember
68,0
Jahr
300 cm

Die einzelnen Jahre haben wieder eine große Spreizung aufzuweisen:

 

 


 
 

 

Während 1981 723 cm gezählt wurden, gab es im vergangenen Jahr nur kümmerliche 67 cm zu messen, so wenig wie noch nie seit mindestens 125 Jahren. Die größten monatlichen Schneehöhen zeigt die folgende Übersicht:


 
 
 

Größte Schneehöhen Daxstein ab 1895
Januar
185 cm
22.1.1981
Februar
228 cm
11.2.2006
März
235 cm
9.3.2006
April
135 cm
1.4.1944
Mai
30 cm
18.5.1895
September
(5 cm)
24.9.1931
Oktober
45 cm
31.10.1941
November
83 cm
16.11.2007
Dezember
145 cm
20., 21.12.1981

Der Wert vom 24.9.1931 ist unsicher, die enormen Schneehöhen von Februar und März 2006 hingegen wurden sorgfältig in unserem Garten erhoben, was in Daxstein einfacher als etwa in Schöfweg ist, da dort oft durch starken Wind riesige Schneeverwehungen entstehen, die es im windschwachen Daxstein praktisch nie gibt. 

Eine schöne meteorologische Erscheinung von Daxstein aus ist die Alpensicht, die sich bei Sichtweiten von 100 km oder mehr einstellt. Im 30-jährigen Zeitraum von 1985 bis 2014 war das im Mittel an 48 Tagen der Fall:
 
 
 
 
 
 
 

Alpensicht von Daxstein aus
Zeitraum 1985 bis 2014
Januar
8,8 Tage
Februar
5,7
März
2,8
April
2,4
Mai
2,1
Juni
1,1
Juli
0,6
August
0,9
September
2,5
Oktober
4,6
November
7,5
Dezember
9,0
Jahr
48 Tage

Wie man sieht, ist die Alpenkette im Sommer nur sehr selten zu betrachten, am häufigsten jedoch im Januar, November und Dezember (im Dezember 1989 sogar an 20 Tagen), was dann oft an eine Föhnlage gekoppelt ist. In Daxstein ist also sehr wohl auch der Föhn zu spüren, vor allem wird er in einem Rückgang der Luftfeuchtigkeit deutlich. 

Zum Schluss will ich noch ein Ereignis erwähnen, das genau vor 125 Jahren stattfand und sogar Eingang in das Bayerische Meteorologische Jahrbuch gefunden hat: am 27. Juni 1890 wurde unser Gebiet von einem Tornado heimgesucht, der südlich an Daxstein nach Osten zog und ziemliche Verwüstungen verursachte. Im damaligen Bericht heißt es u.a.:

 

 

 

Die Windhose vom 27. Juni 1890 am Südabhange der Daxsteiner Höhe. Von F. Erk

 

 

 

„Wir verdanken unserm eifrigen Gewitterbeobachter, Herrn Pfarrexpositus W ü h r e r in Z e n t i n g, eine sehr eingehende Mittheilung über dieses Phänomen, und ist im Nachfolgenden aus seinen Beschreibungen mit einigen kleinen redactionellen Aenderungen der eingehende Bericht über diese Windhose zusammengestellt. (…)
Dagegen richtete um eben diese Zeit (= 11.30 Uhr) ein Wirbelwind auf den südlichen Abhängen des D a x - s t e i n s entsetzliche Verwüstungen an. (…)

Die Windhose hat ihren Anfang genommen unterhalb Kerschbaum. (…) Nachdem die Windhose die Leitenfelder und das Leitengehölz durchlaufen und das Thal erreicht hatte, wo der zur Prünstmühle laufende Bach seinen Anfang nimmt, richtete sie an dem Bache nächstgelegenen Hause eine unbeschreibliche Verwüstung an: das hölzerne Haus sieht wie eine Brandstätte aus: kein Fenster ganz, keine Zimmerdecke  unversehrt, vielmehr ganz zerfetzt, der Dachstuhl zertrümmert; die Schindeln liegen auf 500 bis 600 Fuss weit in den Oedwiesen zerstreut herum. (…) An der Stelle, wo unterhalb der Ebenlüsse eine grosse Waldfläche nach Osten hin vom Brünstlingwald umsäumt ist (…), scheint die Windhose neue Kraft gewonnen zu haben, denn von da an beginnt der Waldbruch stetig grösser zu werden und nachdem auch der Höhenpunkt des Brünstlingwaldes überschritten war und der Sturm überdiess noch eine Waldblösse erreicht hatte, wo er sich abermals verstärkt zu haben schien, erfolgte eine Verheerung in dem Waldbestande, die staunenswerth ist: die stattlichsten Tannen, Buchen u.s.w. liegen entwurzelt, zersplittert, abgebrochen übereinander und durcheinander. Und diese Verheerung wurde immer ärger, je mehr sich das Terrain des Waldes senkt bis zum Haus No. 63, wo Bäume entwurzelt und die Dachungen beschädigt wurden. Von hier bewegte sich der Wirbel abwärts auf Haus No. 64, hier unbeschreibliche Verwüstungen anrichtend. Der in erhöhter Stellung erbaute hölzerne Stadel mit Schneidschindeldach wurde so vollständig abgedeckt, dass nicht mehr ein Nagel vom ganzen Dachstuhl übrig blieb. Auch das etwas niedrigere Hausdach wurde vollständig entblösst, die mächtigsten Obstbäume wurden entwurzelt, verstümmelt und durcheinander geworfen.

Weiters senkte sich der Wirbel wieder etwa 20-25 m abwärts zum Haus No. 65, wo gleichfalls das Dach demolirt wurde und die um das Haus stehenden Obstbäume über einen Haufen geworfen wurden, so  dass das Haus förmlich verbarrikadirt erschien. Von hier weg hielt der Wirbel eine horizontale Bahn bis zum Haus No. 43. Hier wurden wieder die mächtigsten Bäume zerknickt, entwurzelt und zu einem unbeschreiblichen Durcheinander zusammengeworfen, die Dachung vollständig zerstört. Vom Hause No. 43 weg theilte sich die Windhose; eine Strömung ging um den nördlichen Saum des W ä l d l, die andere rechts über das W ä l d l weg ohne Schaden anzurichten. Bei der Mühle vereinigten sich die beiden Windströmungen zu einem fürchterlichen Wirbel.

Das Wohnhaus hat ein  ganz neues, ziemlich steiles Schneidschindeldach und blieb dieses unversehrt, die Fenster aber wurden grösstentheils eingedrückt, zertrümmert und fortgeschleudert. Das Brausen des Windes war nach Aussage der Bewohner der Mühle ein schreckenerregendes und dauerte eine geraume Zeit. Dann löste sich die Kraft des Elements; ein Windstoss erstreckte sich noch bis zum Haus No. 46 (beim Hiessen), wo noch mehrere hinter dem Haus stehende Bäume geworfen wurden – und hörte hier plötzlich auf. (…)

Das verwüstete Gebiet hat von dem ersten Windbruch nördlich von Kerschbaum bis zur Mühle eine Länge von 3920 m, woran sich bis „zum Hiessen“ noch 520 m anschliessen. Die Breite der Sturmbahn schwankt zwischen 30 m an den schmälsten Stellen und 160 m Abstand zwischen den Aussenrändern der verwüsteten Fläche in der Nähe der Mühle. Feldarbeiter, die sich in weiterer Ferne befunden hatten, sahen den Wirbel sich in der Höhe eines Baumes unter fürchterlichem Getöse langsam einherwälzen, wie wenn Nebel sich thalwärts zöge. (…)“ 

 

 
Die Rechtschreibung entspricht dem damaligen Artikel und ist nicht an die heutige angepasst! 

Damit beschließe ich meinen kleinen Bericht über das Klima von Daxstein. 

Wolfgang Webersinke, März 2015
 
 

  Deutsches Meteorologisches Jahrbuch 1890. Bayern. Beobachtungen der meteorologischen Stationen im Königreich Bayern. 12. Jahrgang 1890, S. LXXXIV bis LXXXVI


 

 

 

Witterungsbericht September 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Der erste Herbstmonat 2015 hatte noch ein letztes Aufbäumen des heißen Sommers in seinem Programm, aber auch schon öfter herbstlich kühle Witterung mit einigen Niederschlägen.

In Zenting-Daxstein gelang es der Temperatur genau das 30-jährige Mittel zu erreichen und dabei das andere Kunststück zu vollbringen, die ersten beiden Sommertage im September zu generieren, seitdem ich hier messe (immerhin seit dem 1.9.1984): 27,2° am 1. und 26,2° am 17. Beide Tage waren jeweils 7,4 K wärmer als das 30-jährige Tagesmittel. Die erste und die dritte Dekade waren insgesamt relativ kühl, so dass die Wärme der zweite eben  genau kompensiert wurde. Die Niederschläge waren nicht allzu ergiebig, am 1. gab es ein letztes leichtes sommerliches Gewitter. Alpensicht herrschte an 2 Tagen, Nebel zeigte sich an 9 Tagen, sonnenlos blieben 4 Tage.

Herausragend in unserem Raum waren natürlich die extrem hohen Maxima am 1. und 17.9. Überall wurden die höchsten Temperaturen eines Septembertages seit Messbeginn registriert: 29,5°C in Waldhäuser (940 m), Grainet-Rehberg 31,2° (655 m), Metten (313 m) am 1. 33,4 und am 17. 33,8°C; der bisherige Septemberrekord lag hier bislang bei 32,6°C am 17.9.1947 (Beobachtungen ab 1879 bei unveränderter Umgebung!). Saldenburg 33,2° (455 m); Lalling 33,2° ; Zwiesel 31,7°. Straubing übrigens hatte am 17.9.2015 32,9° (Rekord bisher 32,0°). In Regensburg wurde mit 33,3°C der 2.9.1929 entthront (32,6°C). 

Die Niederschläge im Bayerwald-Umfeld waren überall defizitär: es begann bei 21 mm in Neukirchen b. Hl. Blut und 22 mm in Zwiesel (24 %), (Osterhofen 24, Stallwang 25, Regen 27 mm=35 %), steigerte sich über 49 mm in Röhrnbach (51 mm in Büchlberg-Tannöd, 69 %) bis zu maximal 79 mm in Wegscheid (85 %), (74 mm Eging am See = 96 %, Untergriesbach-Glotzing 68 mm = 79 %). Die größte Tagesmenge kommt aus Wegscheid (am 3. 34,5 mm). 

In München und Umgebung waren der 1. und 17.9. zwar auch sehr warm, aber die Rekorde blieben gerade noch unangetastet: München-Stadt hatte am 1.9. 31,8°C, der 13.9.1943 steht aber mit 32,0°C in den Annalen und am 17.9.1975 wurden 31,6°C gemessen. Die Mitteltemperatur schwankte zwischen 12,1°C in Holzkirchen (Laufzorn 12,2°) und 14,6°C im Innenstadtbereich (Theresienstr., Wetteramt 14,2°). An der Theresienstr. gab es sogar drei heiße Tage und am 1.9. 32,2°C. Am 29.9. sank in Laufzorn die Temperatur sogar schon zum ersten Mal in den Frostbereich: - 0,4°C. Die Niederschläge waren insgesamt etwas ergiebiger als im Bayerischen Wald, erreichten aber dennoch durchgehend nicht das Mittel: am unteren Ende lagen die Gegenden nördlich und nordwestlich von München (ganz der normalen Verteilung entsprechend): Schrobenhausen 29,5 mm, Nandlstadt 39 mm, Langenbach 40 mm, Schweitenkirchen 41 mm. Recht feucht war es in Holzkirchen (97 mm), Obersöchering (100 mm) und in Egling an der Isar (110 mm); am letztgenannten Ort fielen am 1. mit 38,3 mm die meisten Niederschläge innerhalb von 24 Stunden.

In der deutschlandweiten Übersicht hat es nur in Görlitz noch zu einem Hitze-Temperaturrekord gereicht: 33,4°C am 1.9. sind 1,3 K mehr als am bisherigen heißesten Septembertag, dem 17.9.1975 (Beobachtungen ab 1881). 

In Österreich wurden viele Septembertemperaturrekorde gebrochen: gleich am 1.9. meldete Pottschach/NÖ mit 36,0°C das absolute Österreichmaximum für diesen Monat, ganz nahe daran war Gumpoldskirchen/NÖ am 17.9. mit 35,5°C – so heiß war es in der zweiten Septemberhälfte noch nie gewesen. Eine kleine Auflistung bringt die extremen Maxima vom 1.9. besonders zur Geltung:

 

Salzburg-Freisaal          35,1°C

Enns/OÖ                      35,3

Kremsmünster              34,6

Linz                             34,7

Zwettl                           33,4

 

 

 

Ein ganz anderes Kaliber hatte vor 150 Jahren der September 1865: er war beherrscht von seltener Trockenheit, sonniger Witterung und einer Reinheit der Luft, die damals die Menschen sehr beeindruckt hat. In einem kurzen Rückblick will ich auf die Witterung dieses Monats in München eingehen.

Ich beginne mit der Bewölkungstabelle:
 

Bewölkung Sternwarte Bogenhausen
September 1865 in Achtel
 
8 Uhr
14 Uhr
18 Uhr
1.
2
8
8
2.
8
8
8
3.
3
0
0
4.
0
0
0
5.
8
0
0
6.
0
1
0
7.
0
1
6
8.
0
1
7
9.
7
3
2
10.
0
6
1
11.
6
5
1
12.
8
7
4
13.
0
0
0
14.
0
3
0
15.
0
0
0
16.
0
0
1
17.
3
2
8
18.
2
4
3
19.
1
1
2
20.
0
0
0
21.
0
0
0
22.
0
0
0
23.
6
4
1
24.
0
0
0
25.
0
0
0
26.
0
0
0
27.
0
0
0
28.
0
0
0
29.
0
0
0
30.
1
1
2
Mit
1,8
1,8
1,8

 

Beeindruckend sind die 18 heiteren Tage, nur ein einziger Tag war trüb. Im 13. Wochenbericht der königlichen Sternwarte vom 24. bis 30.9.1865 heißt es „Ganz ungewöhnlich trockene und reine Luft. Eine Strömung der unteren Luftschichte von Ost nach West scheint sich über ganz Europa ausgebreitet zu haben.“

Meist lagen die Tageshöchsttemperaturen um oder etwas über 20 Grad (Maximum 27,0° am 8.), am kühlsten war der Morgen des 25. mit 2,1°C Minimum. Es gab nur 2 Tage mit Niederschlag, davon das meiste am 8., als von 17 bis 18 Uhr ein starkes Gewitter von SSE nach NNW über München hinweg zog und viele Erdblitze auslöste, Hagel war auch mit dabei. Diese Zugrichtung darf als äußerst selten bewertet werden. Es fielen insgesamt 14,7 mm. Dann gab es noch 1,0 mm am 11. Ab dem 12.9. entwickelte sich eine lange Trockenperiode, die bis zum 9.10. dauerte (28 Tage).

 

 

Die Wetterkarte des Observatoire Impériale de Paris vom 26.9.2015 illustriert gut die damalige Situation: ein kräftiges Hoch mit Zentrum über dem östlichen Mitteleuropa, das sich westwärts über den Atlantik hinaus fast bis Nordamerika ausdehnte.

 

 

Wolfgang Webersinke, Daxstein, 17.10.2015


 

 

 

Witterungsbericht Oktober 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Der Oktober 2015 war trotz zwischenzeitlicher Ausschläge in manchen Parametern am Ende doch sehr durchschnittlich.

In Zenting-Daxstein konnten drei Phasen bei der Temperatur festgestellt werden: die erste Dekade war relativ warm und am 6. und 7. niederschlagsreich. Die zweite Dekade blieb unterdurchschnittlich temperiert bei häufigeren, aber nicht sehr ergiebigen Niederschlägen, die dritte Dekade wurde wieder deutlich milder, dafür regnete es kaum noch. Im Schnitt kam temperaturmäßig ein völlig normaler Oktober heraus, es war zu trocken, die Sonne blieb einige Stunden schuldig. Daxstein hatte noch keinerlei Frost (auch nicht in Erdbodennähe) und keinen Schneefall. Im bisherigen Jahresverlauf ist es viel zu trocken (siehe die untenstehende Tabelle). Neben 15 Nebeltagen traten drei mit Alpensicht auf. 

Im Bayerwaldumfeld erfüllte die Temperatur ihr Soll praktisch überall ziemlich genau: Metten hatte 8,4°C (- 0,2 K, auch Waldhäuser – 0,2 K), dafür Entschenreuth 8,3°C (+ 0,2 K) und Zwiesel sowie Grainet (im Verbund mit Daxstein) hatten genau das Mittel getroffen. Im Regelfall trat am 12.10. der erste leichte Nachtfrost auf (Kirchberg – 4,6, Haidmühle – 6,6°C), häufiger war er in Kirchberg und Haidmühle (9 bzw. 12 solcher Tage). Nur in Metten (88,8 Stunden) schien die Sonne weniger als 100 Stunden, sonst bis zu 128,5 Stunden (Lalling; Waldhäuser 109 Std.), das waren 82 bis 94 % des Mittels. Nur punktuell überschritt die Niederschlagssumme ihr Soll: Eging am See 91 mm (128 %) und Passau-Maierhof 71 mm (116 %; hier am 7. sogar 33,2 mm), sonst war es zu trocken mit oft 70 bis 90 %, am wenigsten gab es stellenweise mit weniger als 50 mm: Grainet 49 mm (58 %), Haidmühle 50 mm (51 %), Kirchberg-Zell 48 mm (56 %) und Neukirchen beim Hl. Blut 33 mm (66 %). 

Bemerkenswert ist die Trockenheit, die sich in Teilen des Bayerischen Walds bereits sehr stark auswirkt: in Philippsreut etwa wird das Trinkwasser knapp, andere Gemeinden haben zum Wassersparen aufgerufen (z.B. Waldhäuser). Dies wird auch durch die Zahlen belegt. In der folgenden Übersicht wird der gefallene Niederschlag seit Jahresbeginn dem normalen gegenübergestellt:

 

 
 
 
 

Ort
1.1.bis31.10.2015
Norm
Prozent
 
in mm
1981 bis 2010
2015
Metten
525
813
65
Entschenreuth
675
940
72
Daxstein
851
1158
73
Schöfweg
721
951
76
Zwiesel
584
981
60
Taiding
592
900
66
Schönberg
667
900
74
Röhrnbach
630
831
76
Kirchberg-Zell
584
1010
58
Buchenau
660
1088
61
Waldkirchen
727
942
77
Haidmühle
760
1126
67
Lalling
619
939
66
Sonnen
727
1104
66
Wegscheid
748
1035
72
Regen
534
813
66
Finsterau 
691
1049
66
Philippsreut
768
1066
72
Zwieslerwaldhaus
690
1104
63
Gr. Arber
792
1236
64
Grainet
681
936
73

 

Reihen mit mindestens 100-jährigen Beobachtungen  sind kursiv gedruckt. Bei diesen Stationen lässt sich eine Aussage über die Stärke der heurigen Trockenheit treffen: noch nie so trocken wie 2015 war es in Lalling (Beobachtungen seit 1913; alter Rekord: 1959 mit 625 mm); an zweiter Stelle steht 2015 in Buchenau (Beobachtungen seit 1891; Rekordwert: 640 mm im Jahr 1911); an dritter Stelle befindet sich 2015 in Wegscheid (Beobachtungen seit 1899; 1947 566 und 1911 650 mm). An den anderen Orten sind die großen Trockenjahre 2003, 1976, 1972, 1953, 1949, 1934, 1911 oder 1908.
In München und Umgebung war der Oktober um 0,5 bis 1 Kelvin zu kalt (München/Stadt und Attenkam – 1,1 K) bei einer Spanne der Mitteltemperatur von 9,5°C an der Theresienstraße in München und bis zu 7,6°C in Laufzorn und Holzkirchen. Bis auf den engeren Stadtbereich von München gab es an 1 bis 2 Tagen ganz leichten Nachtfrost (zum ersten Mal oft am 12.10.). Die Sonne blieb viel Schuldig: meist waren es nur 86 bis 88 Stunden, was kaum drei Viertel des Solls bedeutete. Dagegen fiel eher zu viel Niederschlag: maximal 114 mm in Otterfing (Holzkirchen 101 mm). Prozentual kamen bis zu 140 % vom Himmel: Neufahrn b. Freising 84 mm (140 %), München/Stadt 89 mm (137 %) und München-Harthof 86 mm (136 %, ebenso wie Deisenhofen mit 91 mm). Am nördlichen Rand des Münchner Einzugsgebiets dagegen finden wir die „Trockeninseln“: Altomünster 52 mm (83 %), Scheyern 44 mm (76 %) und Schrobenhausen 39 mm (72 %). Der nasseste Tag war der 7.10. (maximal 44,7 mm in Otterfing). In München fiel am 16.10. vormittags für etwa 20 Minuten Schneeregen, so dass heuer der erste Schnee hier relativ früh vom Himmel kam. 

Deutschlandweit stach ein sehr früher Wintereinbruch im mittleren Deutschland heraus; besonders in Thüringen und in Sachsen kam es am 14.10. zu Schneefällen mit einer schon bemerkenswerten Schneedecke, die z.T. über 10 cm dick wurde:
 
 
 

Schneehöhen am 14.10.2015
Ort
Wert in cm
Artern
1
Katzhütte
2
Schmücke
2
Plauen
3
Frauenwald
3
Jena
3
Hof
4
Erfurt-Bindersleben
4
Tannberg
4
Oelsnitz
4
Marienberg
4
Chemnitz
4
Aue
4
Neuhaus/Rennweg
5
Gera
7
Kl. Inselsberg
7 (15.)
Weimar
8
Lichtentanne
12
Stützengrün-Hundshübel
12

Aus der Klimakunde des Deutschen Reiches (1939 erschienen) lässt sich entnehmen, dass die frühesten Schneefälle zu folgenden Zeitpunkten stattfanden (Zeitraum 1881 bis 1930): 

Halle                            14.10.1905 

Erfurt                            14.10.1887/1925 

Magdeburg                   2.10.1902 

Hof                               25.9.1912 

Jena                             14.10.1925/1928 

Für Jena/Sternwarte liegen Beobachtungen der Schneehöhe seit 1887 vor und zu diesem frühen Zeitpunkt hatte hier (auf 155 m über NN!) noch niemals seither Schnee gelegen, aber auch die 4 cm in Erfurt oder die 8 cm in Weimar sind singulär. Zugleich gab es extrem tiefe Temperaturmaxima für Mitte Oktober. 

Durch die Presse gingen auch die extrem intensiven Unwetter am 3.10. an der Côte d’Azur und in der westlich angrenzenden Provence. Binnen weniger Stunden gingen an jenem Abend katastrophale gewittrige Starkregenfälle nieder (mit 108 km/h Böen in Menton), die vor allem die direkte Küste und nicht das sonst oft betroffenen gebirgige Hinterland betrafen. 24-stündig wurde gemessen: 

Cannes                        195,5 mm 

(Monatssumme 333 mm) 

Antibes                        128,0 

Murs                            121,6 

Nice/Aéroport                111,7 

            (Monatssumme 235 mm) 

Carpentras                    103,6
 
 

In Nizza fielen 21,6 mm in 6 Minuten, 44,9 mm in 18 Minuten, in Cannes ergossen sich 115 mm innert einer einzigen Stunde und 175 mm innerhalb einer Stunde und 54 Minuten (Mandelieu 156 mm in 2 Stunden). Dass diese immensen Mengen in so kurzer Zeit 20 Menschenleben kosteten ist entsetzlich, vor allem, weil viele Menschen glaubten, es würde wohl wieder, wie sonst auch, das Hinterland mit voller Wucht treffen. Was für diesmal ein verhängnisvoller Trugschluss war, denn gerade Tiefgaragen und Unterführungen füllten sich in wenigen Minuten komplett mit Wasser. Flüsse stiegen um 5 Meter in 2 Stunden an (z.B. die Brague in Biot).

W. Webersinke, Daxstein, November 2015


 

 

 

 

Witterungsbericht November 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

 

 

In der seit mehreren Jahrzehnten anhaltenden milden Phase setzte der heurige November einen besonderen Meilenstein: exzessiv hohe Temperaturen gingen Hand in Hand mit extrem viel Sonne, vor allem in Südbayern und Österreich.

Im zunächst zu betrachtenden Daxstein erreichte 2015  - nach dem Rekordnovember von 2014 (6,0°C) – noch einmal 0,2 K mehr (auch andere Stationen verhielten sich so, z.B. Kinzesberg 2014 6,0, heuer 6,3°C). In den ersten beiden Dekaden lag die Mitteltemperatur ständig über den 30-jährigen Mittelwerten (im Schnitt um 6 K, maximal am 10.11. + 8,5 und am 18., 19.11. + 8,7 K!); wären nicht die etwas kälteren Tage vom 21. bis 28. gewesen, der November hätte ganz absurde Dimensionen erklommen. Gleich zu Monatsanfang ging über der Inversion die Luftfeuchtigkeit auf extrem niedrige Werte zurück: am 2. wurden zu den Mannheimer Stunden 15, 18 und 22 % gemessen (Mittel 18 %). In den letzten 100 Jahren kam nur der 17.11.1953 auf der Rusel (840 m) an dieses Extrem heran (Mittel 19 %, aber mit einem Minimum von nur 8 % relativer Luftfeuchte). Ähnlich niedrige Werte hatten noch 1961 (17 %, Rusel) und 1927 (Hausstein 18 %). Am 20.11. fiel der erste Schnee und die erste geschlossene Schneedecke bildete sich im Garten am 22.11., sie hielt genau bis zum Morgen des 30., um sich dann unter Dauerregen schnell und endgültig aufzulösen. Bis heute (12.12.) hat es nicht mehr geschneit, von einer Schneedecke ganz zu schweigen … Nachzutragen wäre noch für Daxstein: 17 Nebeltage und 10 Tage mit Alpensicht. Das im Vorbericht angesprochene lange Niederschlagsdefizit ist zum Glück beendet worden: mit den Niederschlägen der zweiten und dritten Dekade (20. und 30.11.!) sind die Böden wieder ausreichend befeuchtet. Haidmühle hatte am 20.11. schon 65,9 mm. Hauptsächlich der 30.11. brachte sehr ergiebige Regenfälle:
 

Mengen vom 30.11.2015
Sonnen
50,6 mm
Zwiesel
51,1
Buchenau
54,0
Lalling
57,5
Schöfweg
58,0
Duschlberg
58,3
Daxstein
60,6
Entschenreuth
61,3
Zwieslerwaldhaus
61,5
Haidmühle
67,4
Finsterau
71,5
Gr. Arber
94,1

 

Diese Spitzenwerte waren punktuell über unser Gebiet verteilt und bevorzugt in den höheren Staulagen zu finden. Genau am 30.11. waren schon viel früher, nämlich 1939, noch viel größere Mengen niedergegangen, wie die zweite Tabelle zeigt:
 

Mengen vom 30.11.1939:
 
 
Wegscheid
56,1
Tittling
58,7
Klingenbrunn
60,4
Waldhäuser
62,2
Duschlberg
62,4
Schöllnach
64,5
Zwiesel
64,9
Lalling
65,5
Mauth
69,9
Schöfweg
73,1
Brennes
82,5
Zwieslerwaldhaus
82,5 (26.)
Buchenau
87,1
Grafling
92,1
Zwiesel-Rabenstein
94,5
Rachelsee
102,9
Rusel
148,2
Hausstein
157,8

 

Einzig Duschlberg hatte 2015 eine Tages-Niederschlagshöhe, die in die Nähe vom 30.11.1939 kam.

2015 blieben die Monatssummen des Niederschlags nur selten unter 100 mm (Passau 95,2, Bogen 93 mm), die meisten Stationen hatten 100 bis 200 mm, nur wenige 200 mm und mehr: Buchenau 200mm (177 %), Zwieslerwaldhaus 209 mm (185 %), Haidmühle 211 mm (192 %) und der Gr. Arber 267 mm (217 %).

Temperaturmäßig waren vor allem die ersten Novembertage im Bayerwald ein Kapitel für sich:  an den exponierten Stationen traten Tagesgänge auf, die 30 K überstiegen: Haidmühle am 2.11. Tmin – 10,9°, Tmax 19,4° (30,3 K), am 3.11. Tmin – 10,1°, Tmax 21,5° (31,6 K!). Etwas weniger extrem Kirchberg am 2.11. Tmin – 5,3°, Tmax 19,7° (25 K). Im Vergleich dazu trat an der Hanglage in Daxstein an keinem einzigen Tag in den ersten zwei Dekaden Frost auf (dort Tmin am 2.11. 10,1°C!). 

Im Großraum München war der November natürlich auch sehr mild: Die Monatsmitteltemperaturen schwankten zwischen 6,7°C (Altomünster und Großberghofen/DAH) und 8,9°C an der Theresienstraße in München (DWD 8,4°C). Diese Werte liegen für München-Stadt nur 0,1 K unter dem Rekord von 1994, der aber am Bavariaring erhoben wurde – und diese Stationslage ist etwa 0,3 K höher temperiert als die an der Helene-Weber-Allee. Die Sonnenscheindauer war deutlich übernormal: um die 120 Stunden (1986 hatte München-Stadt 141 Stunden; 2015 steht an dritter Stelle seit 1901). Die Niederschlagsverteilung war invers zum 30-jährigen Mittel: niedrigere Werte im Süden (Holzkirchen 79 mm=79 % oder Attenkam/Starnberger See 65 mm=85 %), dagegen höhere Summen im Norden (Altomünster 81 mm=130 %, Weihenstephan 66 mm=120 %, Fahrenzhausen 72 mm=117 % oder Oberschleißheim 69 mm=116 %).

Besonders dazu beigetragen hat der 20.11.2015, der mit einer wellenden Front dann nach der langen Trockenphase den großen Regen brachte, zumindest in einem breiten Streifen vom Bodensee über fast das gesamte Baden-Württemberg, über das  Allgäu und entlang der Donau bis etwa Regensburg und schwächer ausgeprägt bis ins östliche Oberbayern. Zunächst hier die Werte im Münchner Raum:
 

Mengen 20.11.2015 um München:
Krailling
51,0
Andechs-Erling
51,3
Ebersberg
51,8
München-Harthof
52,6
Unterföhring
53,1
Maisach
54,5
Egling
56,0
Holzkirchen
57,4
München-Kirchtrudering
58,1
Deisenhofen
58,8
Laufzorn
62,1
Oberpframmern
66,2
Schäftlarn
68,0
Utting
69,2
Starnberg
71,2

 

Gebietsweise wurden in über 100-jährigen Reihen die größten 24-stündigen Regenmengen im November erreicht (zuerst die langen Reihen und dann weitere Stationen): 

 

 

 

Regenmengen 20.11.2015
Ort
Menge
Alter Rekord
Tag
Reihe ab
Freiburg i. Br.
53,4 mm
52,4
9.11.1927
1869
Klippeneck
63,7 
49,0 
7.11.1944 
1927
Karlsruhe
53,9
48,2
25.11.1882
1869
Memmingen
77,5
59,1
6.11.1979
1879
München/Stadt
56,9
53,1
15.11.1947
1848
Menzenschwand
123,2
86,6
6.11.1979
 

 

 

Weitere Mengen 20.11.2015
Kaufbeuren
67,6 mm
Mummelsee
71,5
Segeten
80,0
Sonthofen
81,1
Balderschwang
82,8
Oberstdorf-Rohrmoos
90,3
Obersimonswald
114,6
Dachsbg.-Wolpadingen
124,7
Bernau-Goldbach
128,5
Vöhringen-Urach
147,3
Schweiz:
 
Leibstadt
75,7
Säntis
84,3
Ebnat-Kappel
85,9
Col du St-Bernard
108,9
La Dôle
115,8

 

 

In München wurden nicht überall die bisher gültigen Maximalwerte überschritten, an anderen Orten fehlte nur ganz wenig, es wurde nur am Rekord „gekratzt“ (z.B. Weihenstephan 44,8 mm gegen 50,6 mm am 15.11.1947). Zur Einordnung werden auch die großen Novemberniederschlagsmengen vom 7.11.1944 und vom 6.11.1979 gezeigt.
 

Mengen vom 7.11.1944
Sonthofen
77,2
Kempten
80,5
Kreuth
88,9
Oberreute
89,3
Ruhestein
91,2
Isny
97,7
Feldbergerhof
100,7
Tegernsee
104,8
St. Blasien
108,6
Wärterhaus
111,0
Segeten
111,1
Urach
117,6


 

Mengen vom 6.11.1979
Schiltach
100,6
Balderschwang
103,5
Igelsberg
104,8
Freudenstadt
107,9
Dobel
109,1
Kniebis
109,6
Wildbad/Stadt
123,3
Wildbad/Sommerberg
128,9

 

 

Der November 1944 war besonders nass, die Monatssummen überstiegen im Schwarzwald sogar die 500-mm-Marke:

Bernau-Goldbach 512, Balderschwang 522, Segeten 554, Ruhestein 575, Todtmoos 604 mm und Feldbergerhof 651 mm!

Blickt man über den bayerischen (Weißwurst-)Tellerrand hinaus, so fallen die hohen Sonnenscheinsummen in Österreich nördlich der Alpen auf. In den langen Reihen von Kremsmünster (seit 1884: 2015 102 Stunden) und Wien-Hohe Warte (ab 1881: 2015 135 Stunden) hat der November 2015 alle bisherigen getoppt und den Rekord an Sonne gebrochen:

 

 

 

In Deutschland reichte es landesweit zum mildesten November seit 1881. An einer Reihe von Stationen ist der Rekord heuer erreicht/überboten worden:

 

 

 

Wärmster November 2015 in
 
 
 
Ort
2015
alter Rekord
Jahr
Beob. seit
Kiel-Holtenau
8,3
8,0
1938,1963
1851
Emden
9,2
8,9
2006
1851
Göttingen
8,3
8,1
1938
1856
Hamburg-Fuhlsbüttel
8,1
8,1
2006
1876
Bremen
8,5
8,5
1899
1830
Warnemünde
8,1
7,7
1938
1881
Potsdam
7,7
7,7
1938
1893
Münster/Flgh.
9,2
9,0
1938
1852
Fichtelberg
3,2
2,9
2014
1891
Görlitz
7,6
7,6
1963
1848
 

 

Von Emden und Görlitz folgen die entsprechenden Grafiken:

 

 

 

An vielen weiteren Stationen ist der Rekordhalter nur wenige Zehntel Grad wärmer, z.B. auf dem Hohenpeißenberg 1852 7,4°, heuer 7,3°C oder Bamberg 1963 und 1994 7,2, heuer 7,1°C.

Auf dem Fichtelberg wurde am 2.11.2015 mit 19,0°C das höchste absolute Novembermaximum der Temperatur gemessen (bisher 16,8° am 1.11.1968). In Geisenheim wurden am 7.11.2015 die 19,6°C vom 5.11.1899 egalisiert und die Zugspitze hatte am 8.11.2015  mit 7,4°C ebenfalls einen neuen Novemberrekord.

In der Schweiz handelte es sich um den dritt-wärmsten November seit 1864. Auf der Alpensüdseite wurde es der trockenste November seit Beobachtungsbeginn: Locarno 0,5 mm (bislang 0,6 mm, 1981; Beobachtungsbeginn 1878) und Lugano  0,2 mm (bisher 1 mm, 1981). In Lugano gab es letztes Jahr mit 587 mm den nassesten aller November:

 

 

 

 

Auch in Frankreich gab es Wärmerekorde zuhauf (ebenfalls dritt-wärmster seit 1900): Tmax z.B. in Paris-Montsouris 21,6°C (am 7.; ab 1873), Pontarlier 23,5°C (am 8.; ab 1897), Clermont-Ferrand 24,6° (7.; ab 1933), Bordeaux 26,7°C (8.; ab 1851), Dax 28,1°C (8.). Das gilt auch für einige Mitteltemperaturen: Dunkerque 11,9, Brest und Rennes 12,1, Nantes 12,5, La Hague 13,0°C etwa. In den (süd-)östlichen Landesteilen wurden Rekordsonnenscheindauern registriert:

-Saint-Etienne                152 Std.

-Grenoble                      153

-Millau                           158

-Saint-Girons                 168

-Montélimar                   170

-Nice                             202

-Embrun            202

-Marignane                    210

-Saint-Auban                  213

 

Und vor 100 Jahren begann der sehr milde Winter 1915/16 mit einem kalten Paukenschlag im November: drei Tage vom 27. bis 29.11. waren sehr kalt, so kalt, wie es später im Winter nie mehr wurde:
 

Temperaturminima 28.11.1915
M-Bogenhausen
-16°C, 29.
Bamberg
-18,0
Landshut
-18,3
Ingolstadt
-18,7
Ottobeuren
-19,1
Weißenburg
-19,8
Ansbach
-20,4
Oberstdorf
-20,9
Hof/Stadt
-22,8
Karlshuld
-23,0
Cham
-25,0

 

In München lagen am 27.11.1915 13 cm Schnee, der aber am 30. bei Tauwetter rasch dahinschmolz.

 

Wolfgang Webersinke, Dezember 2015

 

 

 

 

Witterungsbericht Dezember 2015

für Deutschland, Österreich und die Schweiz

 

Der Dezember 2015 wird als extrem außergewöhnlicher Monat in die Annalen eingehen: eine derartige Wärme, besonders in mittleren und höheren Lagen von Frankreich über die Schweiz/Österreich und Deutschland (hier auch im norddeutschen Flachland!) bis in den Osten hinein konnte sich bislang niemand vorstellen. Dazu war es in einem mittleren Streifen – mit Zentrum über den Alpen – rekordsonnig - und auf der Südseite der Alpen durch die andauernde Südwestströmung zum Teil seit Ende Oktober praktisch vollkommen niederschlagsfrei.

 

Nach dem Jahrhundert-November folgte gleich ein ebensolcher Dezember im Bayerwald. In Zenting-Daxstein hat es so zwei Rekorde hintereinander gegeben: 6,2° Mitteltemperatur im November und 4,2°C im Dezember (1934 hatte der Dezember 3,9°). An keinem einzigen Tag lag die Tagesmitteltemperatur unter dem langjährigen Durchschnittswert! Die Hanglage ließ nur 4 spärliche Frosttage und keinen einzigen Eistag zu. Außer in den Tallagen kam es zum wärmsten Dezember aller Reihen (Ausnahme z.B. Metten, wo es 1934  4,0°C hatte, heuer dagegen 3,5°C; auch Passau 1934 4,0, heuer 3,7°C.). Zum ersten Mal seit 1895 (Beginn der Schneemessungen auf der Rusel) konnte sich überhaupt keine geschlossene Schneedecke ausbilden (bisher waren 3 Tage das Minimum in den Jahren 1924, 1934 und 2006), und auch erst am Abend des 31.12.2015 kam es überhaupt einmal zu Schneefall, vorher war es durchgehend nur Regen. Nur ganz vereinzelt bildete sich im hinteren Bayerischen Wald um den 10.12. herum eine dünne Schneedecke aus: Lam am 10.12. 1 cm, Finsterau vom 10. bis 12.12. 1 bis 2 cm, Waldhäuser an 2 Tagen maximal 1 cm  und Philippsreut am 12.12. 4 cm. Selbst auf dem Gr. Arber (seit Beobachtungseinschränkungen ist hier nur mehr eine zeitweise Angabe der Schneehöhe möglich!) war ab dem 22.12. die Schneedecke verschwunden. 

Die mittlere Temperatur lag im Bayerischen Wald (313 bis 1436 m) diesmal nur wenig auseinander (? 2,3 K!), da es im Tal oft kälter als auf den Bergen war:

Haidmühle                    2,0°C

Gr. Arber                      2,2

Kirchberg                      2,8

Zwiesel                         2,9

Entschenreuth              3,1

Grainet                         3,4

Waldhäuser                  3,5

Lalling                          3,6

Daxstein                       4,2

Kinzesberg                   4,3

 

Im Tal gab es auch zahlreiche Frosttage: Kirchberg 18, Entschenreuth und Zwiesel 20, Haidmühle 21  Frosttage. Die Sonne schien zwischen 56 Stunden in Metten und 107 Stunden in Haidmühle, was mehr als gewöhnlich war. Die Niederschlagsmenge zeigte sich defizitär: minimal 19 % (Röhrnbach 21 mm), 23 % in Schönberg (26 mm) und 25 % in Finsterau (35 mm), maximal Viechtach 56 % (50 mm), Lam 58 % (64,5 mm), Waldhäuser 91 mm (62 %) und der Gr. Arber 93 mm (61 %). Am meisten Niederschlag hatte noch der 1., als der große Regen vom 30.11. ausklang (Waldhäuser 55,9, Gr. Arber 48, Lam und Grafling je 37 mm). Zum Schluss noch anzumerken: 17 Nebeltage und 12 mit Alpensicht für Daxstein.

 

Im Großraum München konnten Stationen in München ebenfalls einen rekordmilden Dezember registrieren: Theresienstraße 37 6,5, München-Neuhausen 5,8°C, während auf dem Land, oft  nördlich der Stadt, die kühleren Nächte den Rekord verhinderten: Flughafen 3,6, Garching/Oskar-von-Miller-Turm 3,7°C (auch Osterseeon 2,8°C). Südlich der Stadt hingegen war es oft milder: Ebersberg 4,6, Otterfing 4,6, Puch 4,7°C. Am kühlsten war es in Rosenheim mit 2,6°C! Im Stadtzentrum minimal nur 5 Frosttage, dagegen am Flughafen 27 und in Osterseeon 28 Frosttage; nirgends reichte es aber zu einem Eistag. Die Sonnenscheindauer war im öfter nebligen Weihenstephan am geringsten: 94,5 Stunden, im sonnigen Wielenbach mit 150 Stunden am größten. In München wurde der alte Sonnenscheinrekord von 2013 eindrucksvoll gebrochen: 142,6 Stunden (gegen  127 Stunden vor 2 Jahren). Selbst kein November seit 1901 konnte eine so hohe Sonnenscheinausbeute erzielen wie der Dezember 2015. Deshalb hier die entsprechende Grafik:

 

 

 

 

Beim Niederschlag kamen nur negative Abweichungen vor: nur 28 % in Nandlstadt (18 mm), je 29 % in Altomünster (19 mm) und Fahrenzhausen (18 mm) und bis zu 61 % in Attenkam (45 mm) und 65 % in Obersöchering (53 mm). Der einzig gut beregnete Tag war der 16.12.: Eberfing 19,5 und Obersöchering 28,2mm. Schneefall und Schneedecke boten völlige Fehlanzeige (in München waren  schon 8 Jahre seit 1851 ohne jede Schneebedeckung). Allerdings kommen die letzten komplett schneefall-losen Dezembermonate aus dem 19. und 18. Jahrhundert (1868, 1852, 1828 und 1781). 

In weiten Teilen Mittel- und Westeuropas erreichten die Monatsmitteltemperaturen in diesem Dezember solche Höhen, dass alte Rekordmarken „alt aussahen“. Die folgende Liste ist nur beispielhaft gedacht, würde man alle Orte aufnehmen wollen, es wäre eine fast endlose Aufzählung:

 

 

 

Rekordmitteltemperaturen im Dezember 2015
Ort
Dezember 2015
alter Rekord
Aachen
9,1°C
7,6°C
Bamberg
5,6
5,2
Berlin
7,1
5,7
Brocken
2,0
1,1
Dresden-Klotzsche
6,9
5,4
Emden
8,9
7,1
Erfurt
6,4
5,1
Fichtelberg
1,8
0,4
Geisenheim
7,4
6,5
Göttingen
7,5
6,1
Hamburg
7,9
6,7
Hannover
8,9
6,5
Hohenpeißenberg
6,6 !
4,5
Karlsruhe
8,0
7,1
Kiel
7,9
5,8
Kleve
9,0
7,0
Leipzig
7,5
5,8
Magdeburg
7,7
5,9
München/Stadt
5,8
5,0
Münster
9,2
7,3
Potsdam
6,8
5,2
Schneifelforsthaus
5,3
3,8
Schwerin
7,1
6,0
Stuttgart-Schnarrenberg
7,2
6,6
Trier/Stadt
7,9
7,6
Zugspitze
-3,2
-5,9
 

 

Gerade in den Niederungen Süddeutschlands aber wurden die Höchstmarken früherer Jahre nicht erreicht, beispielsweise in Garmisch-Partenkirchen (2015 0,4, 1934 hingegen 3,5°) oder Regensburg (heuer 4,2, 1868 jedoch 4,5°C). 

Als Parade-Beispiel für die große Wärme des Dezember 2015 wird die Grafik von Bremen veröffentlicht:

 

 

 

 

Den Anfang der Grafik setzt der Dezember 1829 mit der größten Kälte (- 6,4°C), den Schlusspunkt der Dezember 2015 mit + 8,6°C.

Während über den Norden oft Tiefausläufer hinwegzogen dominierte im Süden lange Hochdruckeinfluss, was sich in einem besonders hohen Luftdruckmittel niederschlug: 1030,1 hPa z.B. in München, auf Stationshöhe 966,5 (525,0 m). Die entsprechende Grafik zeigt, dass nur zwei Dezembermonate ein noch höheres Mittel schafften: 1843 und 1857 mit je 967,6 hPa.

 

 

 

Die Sonnenscheindauer erreichte dabei oft säkulare Höchstwerte: fast überall auf den Alpengipfeln, in manchen Tälern bis hinaus ins Alpenvorland:

München/Stadt                         143 Stunden

Innsbruck/Flughafen                  150

Sonnblick                                 211

Villacher Alpe                           233

Von letztgenanntem Berg stammt die nachfolgende Grafik. Dabei ist anzumerken, dass die bei Histalp angebotene Homogenisierung hochgradig in Frage zu stellen ist, da gerade in den ersten beiden Jahrzehnten (ab 1884) zum Teil Erhöhungen um bis zu 100 Stunden im Monat angebracht werden (z.B. bei Histalp Dezember 1905 264 Stunden, im K&K Jahrbuch stehen 164 Stunden, der zu der Zeit schon Sonnenscheinangaben liefernde Säntis hat 169 Stunden); diese Werte habe ich nicht übernommen, sondern die aus dem Jahrbuch eingesetzt. 

An manchen Orten waren andere Dezember noch sonnenscheinreicher: z.B. Stuttgart/Flughafen heuer 124, 1972 aber 126 Stunden.

 

 

 

 

 

Auch in der Schweiz waren diverse Dezembersonnenschein-Rekorde zu verzeichnen:

 

Basel                           126 Stunden (ab 1885)

Zürich                           115                (ab 1884)

Scuol                           122

Samedan                      156

 

In Frankreich gilt Gleiches für einen Streifen, der vom Südwesten bis in den Osten des Landes reicht:

 

Ambérieu                      142 Stunden

Mulhouse                     146

Lyon-Bron                     148

Pau                              173

Saint Etienne                175

 

Hand in Hand mit dem Sonnenscheinreichtum ging eine große Trockenheit, die sich vor allem westlich und südlich des Alpenhauptkamms auswirkte:

 

Mosogno/CH                 .    mm

Locarno-Monti               0,3

Lugano                         0,6

Embrun                        0,4

Perpignan                     0,6

Colmar                         5,4

 

Beispielsweise brachte der Rekorddezember 1873 in Lugano nur geringfügig weniger (0,5 mm) und die Periode November (der hatte nur 0,2 mm)/Dezember 2015 war die trockenste seit mindestens 150 Jahren. Perpignan etwa hatte 1846 einen völlig niederschlagslosen Dezember.

Fast schon selbstverständlich war der Dezember sowohl in Frankreich, wie in der Schweiz und in Österreich der mildeste seit überhaupt Messungen vorliegen. Die Abweichungen von den Mittelwerten 1981 bis 2010 betrugen teilweise über 5 K: Säntis, Grand Saint Bernard und Jungfraujoch zwischen 5,6 und 5,8 K, die Zugspitze 6,4 und der Hohenpeißenberg 6,5 K! Paris-Montsouris hatte ein Monatsmittel von genau 10,0°C, das für die langjährige Pariser Reihe „zuständige“ Le Bourget 9,6°C. Vom Observatoire liegen Temperaturmessungen seit 1675 vor (zuerst noch mit Lücken, ab 1757 durchgehend bis heute), so dass mit größter Sicherheit gesagt werden kann, dass seit annähernd 350 Jahren kein Dezember derartig warm wie 2015. Zum Schluss noch die bisher wärmsten Jahre der Pariser Reihe:

1681                            8,8°C

1806                            8,6

1868                            8,7

1974                            8,5°C

Alle diese Jahre waren immer noch fast 1 K vom heurigen Wert entfernt!

 

Wolfgang Webersinke, 16.1.2016


 
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